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 Die Apollon und La Mare Story

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Luna42
Babylonier
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BeitragThema: Die Apollon und La Mare Story   07.01.17 17:29

Version: 16.12.2009

Tief verborgen in den Albträumen eines jeden Lebewesens existiert die Hölle. Für jeden ist sie etwas anders, doch niemand kann sich die wahre Hölle vorstellen. Es gibt sie. Die wahre Hölle in der alle Albträume Wirklichkeit werden, in welcher der Fürst der Finsternis höchstpersönlich thront. Wo genau sich diese Hölle befindet, weiß niemand. Nur als Diener des Teufels kann man sie erreichen oder wenn man tot ist. Einer dieser Diener ist Apollon. Ein junger Wolf, gerade mal 24 Jahre alt, mit einem Krähensymbol über dem linken Auge.

„Corvus!“ rief Fusco schon vom Weiten. Apollon drehte sich um. Jeder nannte ihn Corvus wegen seinem Krähensymbol, so auch Fusco. Er war Apollons einziger Freund, obwohl er ein Dämon war. Mit einem Ruck sprang Apollon von dem kleinen Felsen, auf dem er saß. Die Hölle war kein schöner Anblick. Es gab hier nichts als Staub und kahle Steinwände, jede Menge Erdritzen aus denen Dampf empor Stieg und ein paar dunkle Gestalten, die nichts Besseres zu tun hatten, als grimmig drein zu schauen. Fusco stellte sich vor Apollon und sah ihn besorgt an: „In Gedanken?“ „Nein, am durchdrehen! Dummkopf!“ Fusco lachte herzhaft: „Dann hab ich genau das Richtige für dich.“ Apollon sah ihn interessiert an, als er ihm einen Zettel in die Hand drückte. „Der hat sich gestern aus dem Staub gemacht. Der Fürst hat mir den Auftrag gegeben, aber du kannst mitkommen“, erklärte Fusco, während Apollon das Blatt öffnete. Kaum hatte er das Bild, dass darauf abgebildet war, betrachtet, schon war er drauf und dran los zu legen: „Dann nichts wie los! Trödel nicht!“ Fusco lachte wieder. Kaum das Apollon im grau-roten Rauch verschwand, tat er es ihm gleich und ging in Flammen auf. Beide tauchten in einer Stadt in der Welt der Lebenden auf. Apollon wollte keine Zeit verlieren. Er ging schnellen Schrittes durch die Stadt und hielt Ausschau nach dem unvermeidlichen Ziel. Vor einem kleinen, heruntergekommenen Café blieb er stehen. „Dort ist er“, sagte er kühl zu Fusco. Dieser lächelte genüsslich und ging direkt ins Café. „Dieser Idiot!“, ärgerte sich Apollon. Von Überraschungsmomenten hielt Fusco nämlich gar nichts, obwohl sie die Arbeit um einiges erleichtern würden. Gerade als Apollon hinterher wollte, zog ein Mädchen an seinem Arm. Er Blicke mit grimmigen Blick zu ihr herunter: „Was ist?“ „Hallo! Ich hab mich gefragt… na ja, ich hab mich gefragt, ob du zufällig für den Teufel arbeitest“, fragte sie ein wenig schüchtern, doch mit entschlossenem Unterton. Er starrte sie an, als hätte er noch nie im Leben etwas von einem Teufel gehört. Das Mädchen drehte sich enttäuscht weg. „Tut mir leid, dich gestört zu haben“, flüsterte sie fast, um ihre Trauer zu unterdrücken. Langsam ging sie davon, während Apollon ihr nachschaute, immer noch verblüfft von ihrer Frage. Fusco kam inzwischen wieder raus und machte sich über Apollon lustig: „Corvus, Corvus, was ist nur mit dir los? Ich hab die ganze Arbeit allein gemacht. Du hast nicht mal ein Härchen abbekommen.“ „Halt die Klappe Fusco!“, fuhr Apollon ihn an.

Am nächsten Tag saß Apollon wieder auf dem kleinen Felsen. Das tat er oft, denn sein Zimmer war nicht das Schönste. „Wer war sie?“, fragte er sich selbst, „warum fragte sie nach dem Teufel? Und warum gerade mich?“ Seine Gedanken schienen sich zu überschlagen. So etwas war ihm noch nie passiert. Sicher war es möglich, dass ihn jemand erkannt hatte. Schließlich war seine Familie schon seit Ewigkeiten dem Fürsten verpflichtet und er seit seiner Geburt ein Diener, aber warum fragte ihn ausgerechnet ein kleines Mädchen!? Wäre es ein weißer Magier gewesen oder ein Priester, dann hätte er sich nicht gewundert, doch was in aller Welt wollte ein kleines Mädchen von einem Diener des Fürsten der Finsternis. Niemand machte den Lebenden mehr Angst, als genau jener. Er musste sie wieder sehen, herausfinden, was sie wollte und wer sie war. Jedoch konnte er aus der Hölle nicht einfach verschwinden. Der Fürst würde denken, dass er ihn hinterginge und das würde den Tod bedeuten. Sich gedanklich im Kreis drehend ging Apollon auf sein Zimmer, um zu schlafen. Seine einzige Hoffnung war, dass er morgen klarer denken könnte.

Apollon war schon eine Weile wach und lief im Schloss herum. Jeder merkte, dass er irgendwie durch den Wind war. Die meisten Dämonen machten sich einen Spaß daraus, tuschelten und lachten laut. Ihn kümmerte das alles jedoch nicht. Noch nie war er von etwas so besessen gewesen wie jetzt. "Wirklich noch nie?", fragte er sich jetzt und stutzte. Da war etwas, tief in ihm verborgen, dass so unerreichbar schien, wie dieses Mädchen. Es fühlte sich warm an, jedoch konnte Apollon sich nicht erinnern, was es war.

Er wusste von Fusco, wie er hierher gekommen war. Sein Vater war einst ein Diener und schwarzer Magier, genau wie er. Verpflichtet durch den Pakt, den vor Jahrhunderten ein weißer Magier mit dem Fürsten einging, um seine kranke Frau zu retten. Seit dem ist jeder seiner Nachfahren dem Fürsten verpflichtet. Apollons Vater versuchte die Beziehung und die Schwangerschaft zu seiner Geliebten geheim zu halten, aber der Fürst erfuhr davon. Er tötete Apollons Vater und nahm sich das Kind, kaum war es geboren. Apollon wuchs beim Fürsten auf, unter Dämonen und Dienern. Allein zu dem Zweck selbst ein Diener zu werden. Wenn Fusco ihn nicht unter seine Fittiche genommen hätte, wäre es ihm wohl schlechter ergangen. Jedes Mal, wenn der Fürst schlechte Laune hatte, musste er als Prügelknabe herhalten und machte er Fehler, fiel die Strafe nicht weniger hart aus. Das größte Problem war sein linkes Auge. Es war gelb, statt dunkelblau und leuchtete, wenn er Trotz gegenüber dem Fürsten empfand. Das passte dem Fürsten natürlich nicht und so schlug immer wieder zu auf die linke Seite fixiert. Apollon trägt fast immer Verbände, wegen der vielen Wunden, die er hat. Fusco sagte ihm immer wieder, dass er sich zusammen reißen müsste. Ohne ihn wäre Apollon zu Grunde gegangen. Er hätte den Fürsten proviziert bis dieser ihn endlich tötete. Der Tod war besser, als dieses Schicksal. Fucso hatte ihm immer wieder aufgemuntert und dazu gehörte auch das regelmäßige Trinken in einer Bar.

Apollon wusste, dass er Fusco viel verdankte und doch versuchte er sich immer gleichgültig ihm gegenüber zu zeigen. Jede Freundschaft war ein gefundes Fressen für den Fürsten und so fielen zwischen den beiden nicht selten unschöne Worte. Doch jetzt galt es herauszufinden, wer dieses Mädchen ist. Apollon brauchte einen Auftrag, ohne diesen könnte er nicht einfach in die Welt der Lebenden gehen. Das Schicksal hatte jedoch etwas anders mit ihm vor. Sentis war gerade in die Hölle zurück gekommen. Ein übler Bursche, aber was erwartete man von einem pechschwarzen Wolf!? Er war Auftragskiller und ein Diener des Fürsten. Ein Mal hatte er es sich schon mit dem Fürsten verscherzt, jedoch konnte er seinen Kopf wieder aus der Schlinge ziehen. Apollon hätte ihn zu gerne um die Ecke gebracht, denn er konnte ihn nicht leiden. Dieses Mal war er jedoch nicht alleine zurück in die Hölle gekommen. Sentis hatte ein kleines Mädchen dabei, genau das Mädchen, dass Apollon den Tag zuvor angesprochen hatte. Sie war grau, wie er selbst, gelbe Augen und einen Verband am linken Arm. Apollon fasste sich ganz unwirkürlich an seinen eigenen Arm. Ja, Verbände waren nichts fremdes für ihn. Er behielt Sentis und das Mädchen im Auge. Was in aller Welt wollte sie denn nur hier? Waren sie etwa auf dem Weg zum Fürsten? Kleine Kinder nahm der Fürst in der Regel nicht auf, es sei den sie sind ihm verpflichtet. Das kam ihm alles sehr merkwürdig vor.

Sentis brachte das kleine Mädchen direkt zum Fürsten. Er kniete im Thronsaal nieder: "Mein Fürst, dieses Mädchen möchte mit euch sprechen." Der Fürst trat wütend aus dem Schatten hervor: "Wie kannst du es wagen hier her zu kommen mit einem kleinen Mädchen? Was soll ich denn mit ihr? Du Narr." Er schleuderte Sentis durch seine bloße Gedankenkraft gegen die Wand. Das Mädchen zuckte kurz, dann ergriff sie das Wort: "Hör mal, ich wollte hier her und habe nicht locker gelassen, bis er mich mitgenommen hat. Das hat auch einen Grund: Ich suche meinen Cousar und ich weiß, dass er dir dient." Der Fürst schrie sie wütend an: "Du wagst es mich so anzusprechen? Welch unglaubliche Dummheit." Eine Kralle kam unter seinem Vorhang zum Vorschein mit welcher er ausholte. Doch das kleine Mädchen sprang zurück: "Du glaubst wohl ich habe Angst vor dir, aber da muss ich dich enttäuschen." Sie ging in Kampfposition. Der Fürst musste laut lachen. Sentis kroch inzwischen demütig aus dem Thronsaal. Fusco bemerkte Sentis, als er hinausgekrochen kam und wurde neugierig. Er riskierte einen Blick und was er da sah, überraschte ihn sehr. "Was in aller Welt macht denn das kleine Mädchen da?", fragte er sich selbst. Bevor der Fürst erneut auf sie losgehen konnte, trat er ein und kniete nieder: "Hört mich an mein Fürst." "Sprich", befahl dieser. "Sie scheint mir etwas vom Kämpfen zu verstehen. Lasst sie mich ausbilden und sie wird eine gute Dienerin", schlug Fusco vor. Das Mädchen wollte schon etwas dagegen sagen, aber Fusco schüttelte fast unmerkbar den Kopf, als sie ihn ansah. Der Fürst überlegte und musterte die Kleine: "Nun gut, so sei es. Doch wenn sie nichts taugt, wirst du die Konsequenzen tragen." "Wie ihr wünscht mein Fürst", antwortete er dankbar. Dann schnappte er sich das Mädchen am Arm und zog sie mit aus dem Thronsaal.

"Dummes Ding", begann er das Mädchen auszuschimpfen, "du wärst tot, hätte ich mich nicht eingemischt. Nun ist dein Leben verwirkt. Bis zum Ende deiner Tage wirst du dem Fürsten dienen müssen. Mach mir bloß keinen Ärger und zeig mal etwas Dankbarkeit." "Ich wäre sehr wohl alleine zurecht gekommen", protestierte sie. "Wie heißt du eigentlich?" fragte er, als habe er sie überhaupt nicht gehört. Etwas verärgert antwortete sie: "Ich bin La Mare und ich werde hier nicht bleiben." Fusco gab einen Laut von sich, der wie ein unterdrücktes, spöttischen Lachen klang. Dann führte er La Mare zu einem Zimmer im Schloss und schubste sie hinein: "Hier wirst du ab sofort schlafen. Die Lektionen beginnen morgen." Er verschloss die Tür und ging. La Mare schrie ihm noch etwas hinterher, aber da hörte er schon längst nicht mehr zu. Man hörte sie gegen die Tür hämmern und schließlich auch kratzen. Gelächter war im Schloss zu hören. Die Dämonen hatten an ihren verzweifelten Versuchen Spaß.

Apollon hatte von Fusco inzwischen alles erfahren und La Mare hatte sich erschöpft mit Tränen im Gesicht gegen die Tür gelehnt. "Was soll ich nur tun?", fragte sie sich. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Da klopte es an der Tür. Erst sagte sie gar nichts, dann erklang eine Stimme. "Warum bist du hier her gekommen?", fragte die Stimme. Sie wusste nicht so recht, ob sie antworten sollte, tat es dann jedoch: "Ich suche meinen Cousar. Er soll für den Teufel arbeiten." Die Stimme sprach weiter: "Und wie heißt dein Cousar?" "Das weiß ich nicht", gab sie zurück. "Dummes Ding!", antworte die Stimme und dann entfernten sich Schritte.

La Mare schlief erschöpft an der Tür ein, obwohl sie sich ins Bett legen könnte. Doch dieser Gedanke kam ihr gar nicht erst. Sie wollte dort nur noch raus. Ihr Kopf ruhte auf ihren angezogenen Knien und ihre Arme verdeckten ihre Augen. Fast im ganzen Schloss war nichts mehr zu hören, außer in Apollons Zimmer. Dort saß Fusco mit Apollon zusammen. Apollon erzählte Fusco davon, dass die Kleine sagte, sie suche ihren Cousar. Er konnte noch immer nicht verstehen, wie man so dumm sein konnte. Wusste sie denn nicht von der Gefahr? Fusco lief nachdenklich im Zimmer herum. Dann blieb er wie erstarrt stehen: "Weißt du, was mir da einfällt Corvus?" "Spuck schon aus. Ich bin kein Hellseher", antwortete Apollon genervt. Fusco sah Apollon ernst an: "Dein Vater hatte einen Bruder." "Willst du mich jetzt auf den Arm nehmen?", fuhr Apollon ihn an. Er schüttelte den Kopf und blieb ruhig: "Dein Großvater hatte es geschafft ein Kind fort zu schaffen. Der Teufel hat ihn nie ausfindig machen können. Und die Kleine sucht ihren Cousar, der scheinbar dem Teufel dient. Reiner Zufall oder ...?" "Halt die Klappe Fusco! Das will ich nicht hören!", schrie Apollon fast. "Wieso nicht? Weil die Freiheit, die sie dadurch erhalten hat ...", begann er, doch Apollon unterbrach ihn. "Klappe! Verschwinde!", schrie Apollon und deutete mit dem Finger auf die Tür. Fusco verstand, wann er sich zurück ziehen sollte und ging mit einem leichten Lächeln auf seinem Gesicht. Apollon hielt sich die Hände vors Gesicht, nachdem Fusco gegangen war. "Das ist doch alles nicht wahr", redete er sich ein, "niemand entkommt dem Teufel." Seine Wut steigerte sich immer weiter und schließlich riß er sich einen der Verbände in zwei. Dann Schlug er gegen die Wand und knirschte mit den Zähnen: "Alles Lügen! Was glaubt der wer er ist?"

Am nächsten Morgen holte Fusco schon früh La Mare aus ihrem Zimmer. Kaum war die Tür offen, rannte sie los. Nur eines hatte sie im Sinn: Ihm entkommen. Und doch konnte sie nicht einfach verschwinden, wo sie denn schon mal hier war. Nicht ohne ihren Cousar. Sie rannte um einige Ecken und suchte ein Versteck in dem sie sich verkriechen könnte. Fusco machte sich nicht ein mal die Mühe ihr hinterher zu rennen. Er lief ganz gemütlich den Gang hinunter und schaute hier und da, ob er sie sehen konnte. La Mare konnte Fusco schon gar nicht mehr hinter sich sehen und auch die anderen Dämonen und Diener schienen ihr nicht folgen zu wollen. Sie überlegte noch, wo sie hin könnte, als sie entschied, einfach in irgendeinen Raum hinein zu gehen und dort nach einem geeigeneten Versteck zu suchen. Kaum hatte sie die erste Tür aufgerissen, blieb sie überrascht stehen: "Du bist doch der Wolf von letztens." Apollon starrte sie genauso überrascht an, dann wurde sein Blick jedoch hart: "Was machst du hier? Fusco ist dein Lehrmeister, also bleib gefälligst auch bei dem. Los! Verzieh dich!" Jedoch bewegte sie sich kein Stück: "Du dienst also doch dem Teufel. Bist dann vllt doch...?" "Nein! Bin ich nicht!", fuhr Apollon sie an. La Mare Gesicht verzog sich zu einem Lächeln: "Also bist du es doch. Woher hättest du sonst wissen sollen, was ich sagen will." Überglücklich umarmte sie ihn. Apollon stand völlig überfordert da und starrte auf das kleine Mädchen, dass ihn da umarmte.

Apollon schüttelte den Kopf und versuchte sich aus ihrer Umklammerung zu lösen: "Lass mich los!" La Mare ließ ihn los und sah zu ihm hoch: "Warum? Was ist denn?" "Geh!", schrie er und zeigte zur Tür. "Warum willst du mich wegschicken?", fuhr sie ihn an. Nun kam auch Fusco ins Zimmer. Er hatte die beiden nicht überhören können und lehnte sich an den Türrahmen. Sein breites Grinsen ließ Apollon noch verärgerter drein schauen. Fusco ging auf La Mare zu, die sich nun auch umgedreht hatte, als sie Apollons Blick gesehen hatte. Wild entschlossen sich nicht zu ergeben, zeigte sie ihre Krallen. Fusco lachte: "Ist das dein Dank dafür, dass ich dir das Leben gerettet habe? Dich zu deinem Cousar gebracht habe?" "Du hast mich nicht zu meinem Cousar gebracht und gegen den Teufel wäre ich auch noch angekommen", antwortete sie frech. "Warum glaubst du, habe ich mir nicht die Mühe gemacht, dir hinterher zu laufen?" fragte er sie, "Warum bürge ich mit meinem Leben für dich? Nicht etwa, weil ich dich mag. Ich tue es für Corvus." Apollon zeigte ihm einen Vogel und drehte sich verärgert weg: "Du hast es von Anfang an gewusst." "Ich wusste es schon, als ich euch durch das Fenster im Café gesehen habe", bestätigte er. La Mare verstand gar nichts mehr. War dieser Typ da etwa nicht böse. Hatte er ihr wirklich geholfen? Apollon knurrte verärgert. La Mare ignorierte das und wandt sich an ihn: "Du heißt also Corvus." "Nein!", schnaubte er. Fusco lachte wieder: "Komm mit. Wir lassen ihn etwas alleine. Ich kann dir auch ein bisschen was erzählen." La Mare wollte eigentlich nicht mit Fusco gehen, aber gerade blieb ihr wohl nichts anderes übrig, also stimmte sie zu. Die beiden gingen in einen Trainingsraum. Fusco schloss die Tür hinter ihnen: "Dann zeig mir mal, was du kannst." "Du spinnst doch wohl", schrie sie ihn an. Fusco lachte laut und flüsterte ihr dann zu: "Wenn du schön krach machst, kann ich dir so einiges erzählen, was man nicht erzählen darf." La Mare verstand und begann auf die Trainingsgeräte einzuschlagen, dass es nur so krachte. Fusco stellte sich neben sie und begann zu erzählen: "Corvus heißt eigentlich Apollon, aber alle nennen ihn hier Corvus. Seine Mutter war eine weiße Magierin. Er selbst hat eine gute und eine böse Seite. Vllt kannst du es schaffen, dass er seine böse Seite besiegen kann und er somit seine weiße Magie nutzt. Der Teufel fürchtet sich davor." La Mare konnte sich bei diesen Worten kaum auf ihre Schläge konzentrieren, aber sie machte immer weiter, fest entschlossen mehr zu erfahren: "Wie soll ich das machen?" "Du musst zu seinem Herzen durchdringen. Manchmal, wenn er seine gute Seite zeigt, wird er ganz weich und geht fast in seiner Trauer unter. Deswegen habe ich bis jetzt immer dafür gesorgt, dass vorallem seine böse Seite nach Außen dringt. Doch wenn er anfangen würde, sich um dich zu kümmern, dann wäre er nicht mehr so einsam. Verstehst du das?" La Mare nickte.

In der Zwischenzeit saß Apollon auf seinem Bett und ballte die Fäuste. Was dachte sich Fusco eigentlich? Er hatte das von vorne bis hinten geplant. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn er auch Sentis beeinflusst hätte. So helle war der ja nicht und sowieso schon ein mal fast in Ungnade gefallen. Apollon hatte nicht lange Zeit darüber nachzudenken, denn ein Dämon kam zu ihm: Der Fürst wollte Apollon sehen. Wie immer betrat Apollon den Thronsaal und kniete nieder mit gesenktem Kopf: "Ihr habt nach mir gerufen?" "Sieh mich an!", sagte der Fürst. Er bekam einen neuen Auftrag zugeteilt, welcher ihm durch Gedankenübertragung übermittelt wurde. "Wie Ihr wünscht, mein Fürst", sprach Apollon ehrerbietend und verließ den Thronsaal. Kurz darauf ging er in grau-rotem Rauch auf und erschien in einer Stadt der Lebenden. Sein Opfer war heute kein Diener des Fürsten, sondern ein weißer Magier. Einen weißen Magier aufzuspüren war etwas schwieriger, denn der Fürst kann nicht allzu viel über den Aufenthaltsort sagen. Apollon wusste nur, dass er irgendwo in der Gegend um das Gebirge herum zu finden war und diese Stadt lag direkt am Gebirge. "Das wird mich zumind. etwas ablenken", dachte sich Apollon und begann die Stadt zu erkunden.

La Mare musste den ganzen Tag mit Fusco trainieren, aber so langsam wurder er ihr auch sympatisch. Auch erzählte er ihr von Apollons Vergangenheit: "Corvus Vater wusste damals, dass er noch einen jüngeren Bruder hatte und dieser frei war. Schließlich suchte der Fürst nach ihm. Sein Vater, also euer Großvater wurde für diesen Verrat getötet. Corvus Vater kannte also die Strafe, doch als er sich verliebte und ein Kind erwartete, war im sein eigenes Leben egal und er versuchte seinen Sohn geheim zu halten. Doch das alles half nichts. Der Fürst hatte es längst gewusst, denn er hatte ihn beschatten lassen. Als Corvus das Licht der Welt erblickte, wurde sein Vater getötet und er selbst seiner Mutter entrissen. Er kann sich wahrscheinlich nicht mal daran erinnern, wie sie aussah." Er machte eine kurze Pause. La Mare musste auch über das Erzählte nachdenken, aber sie sollte ja nicht aufhören Krach zu machen. Nur solange sie lautstark trainierte, konnten sie sich so unterhalten. "Und dann? Wie ist Apollon aufgewachsen." Ohne groß darüber nachzudenken, benutzte sie Apollons richtigen Namen. Er klang ja auch viel schöner. Fusco lächelte tatsächlich. Es kam einem sehr seltsam vor und La Mare wunderte sich auch. Es hatte irgendwie etwas unschuldiges an sich. Er dachte einen Moment nach und begann dann weiter zu erzählen: "Der Fürst wollte einen treuen Diener und so sollte auch Corvus erzogen werden. Doch etwas stimmte nicht. Obwohl Corvus noch ein Baby war, hatte er diesen trotzigen Blick bei dem sein gelbes Auge immer wieder leuchtete. Der Fürst fluchte, denn es schien weiße Magie zu sein, die Corvus schützte. Der Fürst überlegte lange, ob er das Kind nicht einfach töten sollte, denn wenn er sich gegen ihn stellen würde, könnte das schlecht enden. Schließlich entschied er sich jedoch, Corvus mit einem Zauber zu bannen. Wenn er jemals versuchen sollte, sich gegen ihn zu stellen, wird sofort die schwarze Magie des Fürsten ihn davon abhalten und was noch viel schlimmer ist... er könnte seinen eigenen Willen verlieren. Corvus weiß davon allerdings nichts und das sollte auch so blieben, sonst wird er sich nie trauen, es zu wagen. Denn vllt kann er den Zauber auch brechen." Wieder legte Fusco eine Pause ein, um zu sehen, wie die Geschichte auf La Mare wirkte. Sie war entschlossen: "Ich werde ihn befreien." "Das habe ich mir schon gedacht", entgegnete Fusco, "soll ich weiter erzählen?" "Ja", antwortete La Mare keuchend. Sie durfte jetzt nicht müde werden, schließlich wollte sie alles erfahren. Fusco fuhr erneut fort: "Corvus hatte es als Kind nicht leicht. Kaum gab er die ersten Buchstabenpaare von sich, schon wurde er zum Gehorsam erzogen. Immer wieder wurde ihm die Umgangsformen vorgesagt: "Ja mein Fürst", "Wie Ihr wünscht, mein Fürst" und ähnliches. So kam es auch, dass sein erstes Wort "Fürst" war und sein zweiten "mein". Das stimmte den Fürsten gnädig und so durfte ich mich größtenteils um Corvus Ausbildung kümmern. Ich lehrte ihn anzugreifen, wie man sich verteidigt und den Umgang mit der schwarzen Magie. Er war ein begabter Schüler. Und doch viel er oft aus, da der Fürst seine Wut an ihm ausließ, so wie es ihm gerade passte. Hatte der Fürst schlechte Laune, musste Corvus herhalten. So war er anfangs nichts weiter als der Prügelknabe des Fürsten." Er hörte auf zu erzählen, denn er merkte, dass La Mare ausgepauert war. "Wir hören für heute auf", warf er ein. "Nein!", rief La Mare entschieden. Fusco ignorierete ihren Einwand einfach und packte sie am Arm. Dann zog er sie mit bis zu ihrem Zimmer und sperrte sie da erneut ein: "Ich komme dich nachher holen. Erst mal schaue ich was Corvus so treibt." La Mare hätte vor Wut an die Decke gehen können, aber sie hatte Fusco auch zu verdanken, dass sie nun so viel über Apollon wusste. Sie setzte sich auf das Bett und dachte über das bisher erzählte nach.

Apollon war noch immer auf der Suche nach dem weißen Magier. Irgendwo musste der doch aufzufinden sein. Er hatte bereits die ganze Stadt auf den Kopf gestellt, aber es gab keine Spur von ihm. So entschied er sich zur nächsten Stadt zu gehen. Statt aber einfach dort zu erscheinen, wählte er den Fußweg. Schließlich könnte dieser auch zu Fuß unterwegs sein. Er wollte den weißen Magier auf keinen Fall verpassen. Umso länger es dauerte, umso unzufriedener war der Fürst.

Fusco erkundigte sich, welchen Auftrag Apollon bekommen hatte und staunte, dass es dieses Mal ein weißer Magier war. Apollon bekam meist nur die Aufträge, die mit den eigenen Dienern zu tun hatten. Entweder um diese zu töten, wenn sie geflohen waren oder um sie zu beobachten und unterstützen, weil sie ihre Arbeit nicht gut machten. Hatte der Fürst auf einmal keine Angst mehr, dass Apollon so mehr über sich erfahren könnte!? Fusco kam das seltsam vor.

Apollon lief den Weg am Berg entlang, bis er schließlich überrascht anhielt. Da saß der weiße Magier, den er erledigen wollte. Er machte nicht mal den Versuch zu fliehen oder gar aufzustehen. Ganz entspannt saß der weiße Magier auf einem umgestürzten Baum und sah Apollon direkt an: "Corvus... von dir hat wirklich jeder schon gehört." "Dann weißt du ja, was dich erwartet", entgegnete Apollon. Jetzt stand der weiße Magier doch auf: "Zeig mir, was du kannst." Apollon ließ sich nicht zwei mal bitten und feuerte unmengen schwarze Magiekugeln auf dem weißen Magier. Dieser wich nicht aus, wie man hätte vermuten können. Er errichtete ein Schutzschild um sich an dem die schwarze Magie von Apollon abprallte. "Schöner Trick", meinte Apollon. "Vielen Dank", gab der weiße Magier zurück. Mit schwarzer Magie würde Apollon hier nicht weiter kommen. Er war zwar nicht sonderlich gut in direktem Angriff, stürtze sich jedoch auf den weißen Magier. Dieser lachte, als sie auf den Boden stürtzen. Apollon versuchte ihn zu erwürgen, doch der weiße Magier stieß ihn mit seinen Füßen wieder weg. Danach verpasste er ihm ein paar weiße Magiekugeln, worauf hin Apollon zu Boden fiel. "Verdammt", fluchte er. Der weiße Magier stellte sich vor ihn: "Du bist nicht schlecht, Apollon." Er konnte nicht glauben, dass der Magier gerade wirklich seinen richtigen Namen gesagt hatte: "Woher kennst du meinen Namen?" "Jeder weißer Magier kennt deinen Namen", erklärte er ihm, "du solltest dich vom Teufel lösen. Wir können dir helfen." Apollon glaubte nicht, was ihm da gerade vorgeschlagen worden war. Der weiße Magier wartete einen Moment auf die Antwort, als nichts von Apollon kam, entschied er: "Du hast 48 Stunden, um es dir zu überlegen. Wir treffen uns dann wieder hier. Ich hoffe, du wirst die richtige Entscheidung treffen." Mit diesen Worten ging der weiße Magier. Apollon saß am Boden und wusste nicht, was er tun sollte. Er war völlig durcheinander. Konnte er dem Fürten wirklich enkommen? Niemand war ihm je entkommen. Wie konnte er glauben, dass ihm es gelingen würde!?

Fusco hatte sich bei einigen Dämonen umgehört, wie lange Apollon schon weg war. Einen weißen Magier aufzuspüren war nicht leicht, aber vllt würde dieser sogar Apollon aufsuchen. Doch was dachte sich der Fürst dabei. Sicher ist Apollon ein guter Lockvogel, aber fürchtet er nicht, dass er überlaufen könnte!? Oder steckte mehr dahinter? Was war, wenn es eine Falle war? Der Fürst längst mit eingeplant hatte, das Apollon überlief, um ihn dann zu töten und die weißen Magier zu überrumpeln. Sollte Fusco gehen, um Apollon zu warnen!? Aber vllt war er längst zu spät.

Apollon überlegte, denn er wusste, wenn er jetzt zurück in die Hölle gehen würde, wäre die Strafe nicht klein. In 48 Stunden hatte er jedoch noch einmal die Chance seinen Auftrag zu erfüllen oder sich gar gegen den Fürsten zu stellen. Dachte er darüber wirklich nach. "Niemand entkommt dem Fürsten", sagte Apollon zu sich selbst, "niemand..." Er dachte an das kleine Mädchen und schüttelte den Gedanken ab. Er würde hier warten auf seinen Gegner, nicht seinen Verbündeten. Er sah den Weg hinab, denn eigentlich könnte er auch irgendwo anders bequemer warten. Schließlich waren es 2 Tage bis der Magier wieder kommen wollte, aber würde er wirklich kommen!? Wenn er die 48 Stunden umsonst wartete, dann wäre der weiße Magier sicherlich schon über alle Berge. Apollon entschied sich aufzustehen und nach ihm zu suchen. Er könnte nach 48 Stunden immernoch zurück kehren und schauen, ob er tatsächlich da war.

Fusco war inzwischen zu La Mare gegangen. Er stand vor der verschlossenen Tür: "Es könnte doch etwas später werden. Ich muss noch wo hin." "Wohin denn?", fragte La Mare neugierig. "Unwichtig", antwortete er und verschwand. La Mare blieb nichts anderes übrig als in dem Zimmer zu sitzen und zu warten. Sie fragte sich wirklich, ob sie Fusco trauen konnte. Er war so seltsam und schwer einzuschätzen. Fusco verschwand im schwarzen Feuer und tauchte in der Welt der Lebenden auf. "Irgendwo hier sollte er sein", sagte er leise. Da Fusco keine Angaben über Apollons augenblicklichen Aufenthaltsort hatte, musste er selbst suchen bis er seine Anwesenheit spürte. Er suchte zuerst die Stadt ab, doch schien er hier nicht zu sein. Auch als er die Stadt verließ, konnte er ihn nicht ausmachen. "Corvus, du könntest in Gefahr sein, wo bist du nur?", fragte er sich selbst.

La Mare sah sich in dem Zimmer nun um. Es musste doch einen Weg hinaus geben. Egal, was Fusco sagte, sie konnte einfach nicht warten und nichts tun. Wo war der überhaupt hin? Und was machte Apollon gerade? Sie sah sich im Zimmer um. Vllt gäbe es ja einen Lüftungsschacht, fehlanzeige. Fenster gab es auch keine, also war die Tür tatsächlich der einzige Ausgang. Im Zimmer gab es ein Bett, einen Stuhl, einen Schreibtisch, einen kleinen Schrank und eine Lampe an der Wand. Konnte sie damit irgendetwas anfangen? Ihr fiel nichts ein. Deprimiert setzte sie sich auf das Bett.

Einige Stunden vergingen und als der Tag sich dem Ende neigte, zog es Fusco vor zurück in die Hölle zu gehen. Er öffnete La Mares Tür. La Mare sprang sofort auf und rannte an Fusco vorbei. Sie hatte sich den Weg zu Apollons Zimmer gemerkt und rannte zielgerichtet dort hin. Doch als sie dort ankam, war er nicht da. Fusco kam langsam hinterher. La Mare drehte sich zu ihm um: "Wo ist Apollon?" "Unterwegs", antwortete er knapp und grinste dann, "Er hat einen Auftrag bekommen." Fusco machte sich immernoch Gedanken darüber, aber ändern konnte er es nicht. La Mare verschränkte verärgert die Arme: "Bring mich zu ihm." Fusco lachte: "Ich weiß gar nicht, wo er ist." Sie ging in Apollons Zimmer, setzte sich auf das Bett und schaute entschlossen drein: "Dann warte ich hier, bis er zurück kommt." Mit einem leichten Kopfschütteln setzte sich Fusco auf einen Stuhl: "Na schön, dann warten wir. Mal sehen, wann du die Geduld verlierst." Er grinste wieder. La Mare beachtete seinen Kommentar gar nicht und sah auf die Tür in der Hoffnung, dass jeden Moment Apollon zurück kehren würde.

Apollon jedoch war völlig durch den Wind. Noch immer gingen ihm die Worte des weißen Magiers nicht aus dem Kopf. Innernlich kämpfte er mit sich selbst. Seine gute Seite sagte ihm, dass er das Angebot annehmen sollte und seine dunkle Seite, dass er den Magier umbringen sollte. Dann war da noch La Mare. Selbst wenn er fliehen sollte, er könnte sie doch nicht zurück lassen. Er war völlig verwirrt und setzte sich schließlich einfach auf den Boden: "Was soll ich nur tun?"

Apollon war in einem innerlichen Konflikt und seltsamer Weise machte er sich dabei die meisten Sorgen um das kleine Mädchen. Wenn er fliehen würde und sie zurück lassen würde... nein, das konnte er nicht. Genauso wenig konnte er aber auch mit ihr fliehen. Das Risiko war zu groß. Wenn sie es nicht schaffen würden, wäre sie beide des Todes. Sie war so jung... das konnte er unmöglich Verantworten. Also stand seine Entscheidung fest... der weiße Magier war sein Gegner. Erneut machte er sich auf die Suche nach ihm, doch ohne Erfolg. Als die 48 Stunden fast um waren, begab er sich zurück an den Treffpunkt. Er konnte nur hoffen, dass der weiße Magier tatsächlich auftauchen würde.

La Mare hatte sich wärend dieser Zeit nicht aus Apollons Zimmer bewegt. Sie hatte dort geschlafen und Fusco brachte ihr sogar das Essen dort hin. Mehr als altes Brot und etwas Wasser gab es eh nicht, aber irgendwas musste sie ja essen. "Meinst du nicht, dass du lang genug gewartet hast?" fragte Fusco grinsend, "manche Aufträge dauern Wochen." "Ich gehe hier nicht weg, ehe Apollon zurück ist", antwortete sie stur. Fusco zuckte grinsend mit den Schultern: "Wie du meinst."

Die Zeit war fast um und Apollon hielt in beide Richtungen des Weges ausschau. Da kam er, der weiße Magier, mit einer ernsten Miene: "Also Apollon, wie sieht es aus?" Apollon schoss sogleich mit schwarzen Magiekugeln auf den Magier, jedoch errichtete dieser erneut ein Schutzschild auf, dass diese abwehrte. "Das ist wohl ein nein", stellte der weiße Magier fest. "Das siehst du ganz richtig", sagte Apollon verärgert, "du bist mein Gegner und ich erfülle jetzt meinen Auftrag." Er rannte auf den Magier zu, um ihn mit den Fäusten zu attackieren. Dieser wich zur Seite aus und schoss mit weißen Magiekugeln auf Apollon, wodurch er zu Boden ging. Apollon wollte sich wieder aufrappeln, aber der weiße Magier trat zu ihm und stellte einen Fuß auf seine Brust: "Hör gut zu, Apollon. Das war eine schlechte Entscheidung. Die wirst du noch bereuen, aber vllt ist es dann schon zu spät." Apollon knurrte und schoss mit einer schwarzen Magiekugel auf den weißen Magier. Dieser wich jedoch schnell aus und ging dann. Nun stand Apollon doch wieder auf und sah dem weißen Magier nach, er knirschte mit den Zähnen und rief ihm dann nach: "Das werden wir ja noch sehen!" Er hätte ihm nachlaufen können, um immer wieder anzugreifen, aber er hatte überhaupt keine Chance. Der weiße Magier hätte ihn locker erledigen können, jedoch lebte Apollon noch. Warum? Er hatte sich doch gegen ihn entschieden. Nun hieß es jedoch zurück in die Hölle und dem Fürsten berichten. Das würde sicherlich alles andere als reibungslos ablaufen. Er seufzte und verschwand dann in grau-rotem Rauch. Sofort ging er zum Thronsaal des Fürsten der Finsternis, kniete sich nieder und senkte den Kopf: "Mein Fürst..." Der Teufel trat aus dem Schatten hervor: "Corvus, hast du den weißen Magier getötet?" "Verzeiht mein Fürst, er war zu mächtig für mich", antwortete Apollon und versuchte sich dabei seine Angst nicht anmerken zu lassen. Der Teufel brüllte wütend auf. Sein Plan war zwar eh ein anderer gewesen, aber das Apollon zurück kam und dann noch den weißen Magier nicht zur Strecke gebracht hatte, machte ihn ungläublich wütend. Eigentlich hatte er darauf gehofft, dass Apollon sich den weißen Magiern anschließen würde, dann hätte der Teufel Apollon kontrollieren können und die weißen Magier vernichten. Doch Apollon war tatsächlich treu geblieben und hatte versagt, in jeder Hinsicht. Apollon rührte sich kein Stück und gab auch keinen Laut von sich. Der Teufel schrie ihn an: "Mehr als 2 Tage warst du weg und dann bringst du mir solche Neuigkeiten?" "Verzeiht..." begann Apollon, doch bevor er mehr sagen konnte, erwischte ihn schon eine schwarze Magiewelle, die ihn gegen die Wand schleuderte. Kaum wollte er sich aufrichten, kam die nächste und nächste und nächste. Apollon schrie auf und flehte um Gnade bei jedem neuen Angriff, doch der Teufel hörte nicht auf bis Apollon sich schließlich nicht mehr rührte. Dann rief der Teufel telepatisch nach Fusco. "La Mare, warte hier. Ich muss kurz zum Teufel", verkündete Fusco und ging dann. Eigentlich hätte La Mare jetzt abhauen können, doch sie wollte auf Apollon warten, also blieb sie an Ort und Stelle. Sie machte sich schon Sorgen, aber sie wusste auch nicht, wie sie aus der Hölle wieder herauskommen sollte. "Apollon, wo bist du nur?", fragte sie sich selbst. Fusco ging in den Thronsaal und hätte fast vergessen sich nieder zu knien, als er Apollon dort an der Wand liegen sah. Schnell erlangte er wieder die Fassung, kniete sich nieder und senkte den Kopf: "Ihr habt gerufen, mein Fürst." "Schaff ihn hier raus!", befahl der Teufel. "Wie ihr wünscht, mein Fürst", antwortete Fusco, stand auf und nahm Apollon hoch. Für einen Dämon keine schwierige Sache, da sie um einiges mehr Körperkraft haben als gewöhnliche Sterbliche. Er trug Apollon hinaus und brachte ihn in sein Zimmer. Kaum trat er ein, sprang La Mare erschrocken auf: "Apollon! Was ist passiert? Wer hat ihm das angetan?" Fusco legte Apollon vorsichtig auf das Bett und holte Verbandszeug aus der Schublade. Er band die Verbände sehr schnell und trotzdem saßen sie sehr gut. La Mare setzte sich neben Apollon auf das Bett und ließ die Ohren leicht sinken: "Apollon..." Sie war schon fast den Tränen nahe und doch ballte sie gleichzeitig die Fäuste: "Fusco... wird er wieder gesund?" Fusco grinste leicht: "Corvus ist hart im Nehmen. Das wird schon wieder. Er braucht nur etwas Ruhe." Apollon rührte ich kein Stück. Er war völlig weggetreten. Fusco fiel da etwas lustiges ein: "Wenn er eine Gehirnerschütterung hat, kannst du ihm eintrichtern, dass du ihm wichtiger bist als alles andere und er fröhlich und immer gut gelaunt ist." Er lachte. La Mare sah Fusco fragend an. Er war wirklich seltsam, aber so schlecht war die Idee gar nicht. Trotzdem wäre es ihr lieber, wenn Apollon die Augen aufschlagen würde und sie wiedererkannte.

Als Fusco mit dem Verbinden fertig war, sah er La Mare an: "Eigentlich müsstest du langsam den Pakt mit dem Teufel eingehen." La Mare dachte allerdings nicht daran, dass zu tun: "Auf keinen Fall. Ich gehe keinen Pakt mit einer hässlichen Fledermaus ein." Fusco lachte: "Dir bleibt gar nichts anderes übrig. Sonst wird er dich töten oder weg schicken. Aber so ein Pakt hat auch seine Vorteile. Zum einen, weil er etwas für dich tun muss, um den Pakt zu errichten. Da gäbe es zum Beispiel die Unsterblickeit, man kann Tote wieder zum Leben erwecken lassen oder sich selbst gar vor Tod durch Ermordung schützen lassen. Gibt natürlich noch viel mehr. Man kann fast alles von ihm verlangen. Ob es dann möglich ist, kann er dir dann sagen. Außerdem bekommst du eine Fähigkeit. Meist ist es schwarze Magie, aber es gibt auch andere Dinge. In Corvus Familie gibt es immer zwei Fähigkeiten, die schwarze Magie und eine Fähigkeit, die man sich aussucht. Aber es ist besser, dass der Teufel nicht weiß, dass ihr verwandt seit. Weißt du schon, was du willst?" La Mare nickte, schon als Fusco es ausgesprochen hatte, war es ihr klar gewesen. Ihre Eltern waren beide tot und zumindest einen von beiden wollte sie zurück. Sie hatte sich für ihren Vater entschieden. "Wollen wir dann gleich loslegen?" fragte sie und sah dann noch mal zu Apollon. Er sah nicht so aus, als würde er in nächster Zeit wieder zu sich kommen. Fusco grinste: "Sicher, lass uns gehen." Die beiden gingen zum Thronsaal und Fusco kniete sich wie immer mit gesenktem Kopf nieder. La Mare dachte jedoch nicht daran sich nieder zu knien. Der Teufel ignorierte das, da sie noch nicht zu seiner Dienerschaft gehörte. "Mein Fürst", begann Fusco, "La Mare ist bereit den Pakt einzugehen." Der Teufel grinste hinterhältig: "Willst du die Unsterblichkeit?" "Nein", sagte La Mare entschlossen. Sie zeigte keine bisschen Angst, obwohl sie dem Teufel gegenüber stand: "Ich will, dass du meinen Vater wieder ins Leben zurück holst." "Mit Seele", fügte Fusco hinzu und der Teufel schnaubte verärgert. La Mare wiederholte Fuscos Worte: "Mit Seele!" "So sei es!" verkündete der Teufel immernoch verärgert. Fusco würde für die Einmischung sicherlich noch büsen, aber nicht jetzt. Der Teufel streckte eine Kralle aus und aus schwarzer Magie formte sich ein Körper, der sich schließlich materiallisierte und La Mares Vater Confaince an dieser Stelle stand. Nun zeigte der Teufel auf La Mare und sie wurde von schwarzer Magie eingehüllt, die dann gleich wieder verschwand. "Der Pakt ist besiegelt", verkündete der Teufel. Confaince sah verwirrt zum Teufel und dann zu La Mare. Sie nahm ihren Vater an der Hand: "Ich erkläre dir das später." Der Teufel sah zu Confaince: "Ich gebe dir 24 Stunden Zeit um dich zu entscheiden entweder mein Diener zu werden oder aber die Hölle zu verlassen. Nun geht!" "Die Hölle!?" fragte Confaince schockiert und ungläubig. Fusco stand auf und ging. La Mare zog ihren Vater mit aus dem Thronsaal. "Was in aller Welt hat das zu bedeuten?" wollte Confaince nun wissen, "und wer ist das?" Er zeigte auf Fusco. Fusco grinste: "Ich bin Fusco, ein Dämon und der Lehrmeister von La Mare. Sie ist den Pakt mit dem Teufel eingegangen und hat dich zurück ins Leben geholt. Wie fühlt sich das an, wenn man plötzlich wieder lebt?" La Mare umarmte erst einmal ihren Vater fest: "Ich hab dich so vermisst." Er drückte seine Tochter auch, aber er hatte noch so viele Fragen. Außerdem fühlte er sich älter. Immerhin war er 5 Jahre tot gewesen und als Seele alterte man nicht, aber der Körper war genau um diese 5 Jahre gealtet, was zur Folge hatte, dass er sich älter fühlte. "Warum bist du einen Pakt mit dem Teufel eingegangen?" wollte er nun wissen. La Mare nahm ihren Vater wieder an der Hand und zog ihn mit: "Komm ich zeig dir meinen Cousar. Wegen ihm bin ich hier. Du wolltest doch, dass ich ihn finde." Confaince ließ sich mitziehen und Fusco folgte grinsend den beiden.
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Die Apollon und La Mare Story
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