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 Karasu no shugo Tenshi - DPdL - Teil 1 (von Angelfeather und Luna42)

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Luna42
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BeitragThema: Karasu no shugo Tenshi - DPdL - Teil 1 (von Angelfeather und Luna42)   07.01.17 16:26

Die Prophezeiung des Lichts

Teil 1 - Himmel und Hölle

Prolog

"Damon!“ – Die Die Stille der bisherigen Nacht wurde von einem einzigen Rufen durchbrochen. Er saß im Sand der Wüste, die inzwischen sehr kalt geworden war. Der milchweiße Sandstaub zeichnete sich auf seinen schwarzen Lederstiefeln ab und bildete trotz der nächtlichen Dunkelheit einen starken Kontrast zu seiner Erscheinung. Immer wieder kehrte er hier her zurück, in die Suburra Wüste, seine Heimat. Mit einem tiefen Atemzug erhob er sich mit der ihm angeborenen raubtierhaften Eleganz, wobei sein schwarzes Fell geradezu mit der Dunkelheit zu verschmelzen schien. Seine roten Augen durchbrachen die Nacht, genauso wie die Augen des Dämons, der gerade auf ihn zukam. „Es ist so weit“, verkündete der Heraneilende, „Die Dämonen haben sich versammelt.“ Unkommentiert ließ Damon ihn stehen und lief in ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen davon. Die letzten Sandkörner prasselten von seiner schwarzen Stoffhose herab, um sich in dem Meer aus Sand zu verlieren. Auf diesen Moment hatte er gewartet. Endlich hatte er genug Dämonen zusammen, die mit ihm den Ursprung des Lichts suchen würden. Wie sehr sehnte er sich doch nach der ewigen Nacht.

"Praeter speciem stultus est"*, sprach der abseits sitzende Schakal zu sich selbst. Mit seinem dunkelbraunen Fell und dem weißen Bauchfell hob er sich von den meisten Dämonen ab. In Laufe der Evolution hatte sich das Fell immer mehr der Nacht angepasst, sodass die meisten Dämonen das typische schwarze Fell hatten, welches man aus dieser Zeit kannte. Seine schwarze Kleidung bestand lediglich aus einer kurzen Stoffhose, Handschuhen und Lederschuhen, welche ihn nur geringfügig in der Dunkelheit verbargen. "Hoffentlich reicht meine Kraft aus, um das Licht aufrecht zu erhalten. Ohne dieses wird die Welt dem Grauen verfallen", versank er erneut in Gedanken. Wie viele andere Dämonen war er von weit her angereist, um sich Damon anzuschließen. Dieser versprach die ewige Dunkelheit, die Vernichtung des Lichts. Er hatte keine Ahnung, was er damit anrichten könnte. Es gab so viel Schlimmeres, als ein paar Kämpfe zwischen Dämonen oder die Gewöhnlichen mit ihrem Aberglauben. Nun kam ihnen allerdings das alte verlassene Dorf der Sterblichen gelegen und Damon nutzte es in der großen Wüste Suburra als seinen Treffpunkt. Die Umrisse der einstigen Häuser verschwanden langsam im Sand und zerfielen mit der Zeit. Mehr als hohle Überreste der hölzernen Bauten waren nicht geblieben. Die Nacht war noch jung. Dennoch hatte er das Gefühl bereits zu spät zu sein. Vielleicht hätte er schon lange zuvor etwas unternehmen sollen.

Letzte Geschehnisse vor der Suche nach dem Ursprung des Lichts.

„Fata viam invenient“ – Das Schicksal findet seinen Weg.

Und es wird nicht aufzuhalten sein.

*Er ist dümmer als er aussieht.

Kapitel 1 - Die Entstehung

Seit Monaten waren sie bereits unterwegs und hatten die verschiedenen Wüstengebiete abgesucht. Nichts hatten sie gefunden. Wenn der Ursprung des Lichts nicht in der Wüste zu finden war, wo sollte es dann zu finden sein? An keinem Ort der Welt gab es sonst so viel Licht. „Damon!“, rief einer der Dämonen ihm zu. „Was ist?“, knurrte er. „Was ist nun? Wie vernichten wir das Licht? Glaubst du wir sind dir alle monatelang durch die Wüste gefolgt, um hier jetzt rum zu hocken und nichts zu tun?“, beschwerte sich der Dämon. Damon lachte amüsiert: „Ihr seid doch alle nichts ohne mich.“ Der Dämon wand sich ab und ließ Damon allein. Damon grinste überlegen. Er hatte gewusst, dass er es nicht wagen würde ihn anzugreifen. Sie waren ohne ihn tatsächlich nichts. Was würden sie schon tun, wenn er nicht wäre? Kämpfen würden sie, kämpfen. Ein Kampf der schon seit Jahrtausenden tobte und kein Dämon je als Sieger hervorging. Ihr hitziges Temperament und die kämpferische Ader entsprangen dem kochenden Blut in ihrem Körper. Nahrung wurde zu Asche, sobald sie die Kehle hinab floss. Ihre Unsterblichkeit sowie die natürliche Überlegenheit in Kraft, Schnelligkeit und allen Sinnen gegenüber der Gewöhnlichen machten sie zu einem furchteinflößenden Gegner. So gut wie alle Dämonen bezogen ihre Kraft aus der Dunkelheit. Sie nannten es die dunkle Magie. Nur sehr wenige Dämonen verfügten über Lichtmagie oder gar Naturmagie. Einer der Hauptgründe, warum Damon so sehr nach der Vernichtung des Lichts strebte. Er wollte Macht. Eine Macht die ihm nur die Dunkelheit gab, die ihn und all die anderen Dämonen stärken würde. Der Tag würde ihre Kräfte nicht länger abschwächen. Zudem war Damon der einzige Dämon ohne besondere Fähigkeit. Jeder Dämon besaß diese, obwohl die Vielzahl zu den Blutdämonen gehörte, gefolgt von Werwölfen, den Golem, den Gestaltwandlern und einigen mehr. Erst hatte Damon geglaubt, dass er einfach eine einzigartige Fähigkeit hätte, aber nun war er bereits 2.501 Jahre alt und glaube nicht mehr daran. Ihm war keine Fähigkeit gegeben und niemals dürfte das jemand erfahren.

Damon erhob sich von dem Stein, auf dem er gesessen hatte und sah in die Runde. Es war nicht die Hitze, die den Dämonen zu schaffen machte, sondern die Erfolglosigkeit. Sie waren in mitten von Sand und Gestein, wo höchstens die Klapperschlangen sich hier und dort zeigten. Damons tiefschwarzes Fell wurde nur an den dunkelgrauen Ohrenspitzen sowie dem ebenfalls dunklem, grauem Schweifende in der typischen Fuchsfellzeichnung unterbrochen. Über 50 Dämonen hatten sich ihm angeschlossen, davon waren einige sehr bekannt und gefürchtet. Die Nennenswertesten waren Metos - das Narbengesicht, Verentia – die Ehrfürchtige, Falx – der Herzlose und Dimicatio – der Schattentorwächter. Narbengesicht nannte man Metos vor allem, weil sein Gesicht, sowie das meiste seines Körpers von Narben übersät war. Im Gegensatz zu den meisten Dämonen war sein Fell nicht schwarz, sondern hatte lediglich einen sehr dunklen Grauton. Trotz seiner Narben war er ein sehr gut durchtrainierter und ansehnlicher Kojote. Verentia hingegen war eine der wenigen Dämoninnen, die sich an den Kämpfen beteiligte. Eine Dämonin war zu kostbar, als das sie sich in Gefahr begeben sollte, dennoch konnte man ihr das nicht verbieten. Den Titel „die Ehrfürchtige“ verdankte sie zu einem dem Respekt der anderen Dämoninnen, aber auch ihrer rücksichtslosen Art sich gegen die anderen Dämonen durchzusetzen. Hätte sie einen Gefährten haben wollen, würden sich unzählige Dämonen um sie reißen. Mit ihrem schwarzem Fell, ihrer Eleganz und ihrer Kraft war sie eine begehrenswerte Wölfin. Ein ebenfalls schwarzer Wolf, war der Herzlose. Falx fand diesen Titel eher amüsant. Lediglich ein Vorfall hatte ihm diesen beschert, bei dem er in seiner verwandelten Form einen anderen Dämon gefressen hatte, der ihn zutiefst beleidigt hatte. Er hatte sich von seiner Wut mitreißen lassen. Der dunkelbraune Schakal Dimicatio war der Schattentorwächter. Niemand genau wusste eigentlich was er da bewachte, jedoch interessierte das auch niemanden wirklich. Dimicatio selbst nannte es das Schattentor. Damon traute Dimicatio jedoch nicht, denn dieser mischte sich immer und überall ein und sprach vom Gleichgewicht der Welt. Was für ein Unsinn das doch war. Er würde das Gleichgewicht der Welt selbst bestimmen. Wer brauchte schon das Licht? Dimicatio war daher einer der Kandidaten vor denen Damon ständig auf der Hut war. Damon räusperte sich, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu erhalten. Alle blickten ihn an. Grinsend verkündete er: „Wir werden den Ort aufsuchen, an dem das Licht schon immer schwer zu kämpfen hatte.“ Die Dämonen sahen sich fragend an. Damon hatte geahnt, dass sie das nicht verstehen würden. Sie waren doch so dumm, also begann er es zu erklären: „Seit Ewigkeiten gedeihen Pflanzen und Tiere im Dunkel. Dort wo kaum ein Lichtstrahl hindurch dringt. Doch die gewöhnlichen Sterblichen lieben das Licht und sie haben Tempel gebaut, um dieses zu ehren. Viele dieser Tempel stehen dort und in einem von ihnen könnte das Geheimnis des Lichts verborgen sein. Ihr versteht es noch immer nicht?“ Er lachte laut: „Ich spreche vom Dschungel, ihr Idioten!“ Ein kleiner Tumult kam auf. Die Dämonen waren sich nicht sicher, ob sie Damon Glauben schenken sollten. Würden sie wirklich dort etwas finden oder wäre es nur reine Zeitverschwendung. Ob man das Licht wirklich vernichten konnte? Ganze drei Minuten sah sich Damon das Geschwafel an, dann ergriff er erneut das Wort: „Entscheidet euch jetzt. Geht oder folgt mir! Ich will keine Sekunde warten! Wer sich nicht sicher ist, bleibt zurück!“ Mit diesen Worten wand er ihnen den Rücken zu und Schritt voran durch die Wüste. Er drehte sich nicht um, ob und wie viele ihm folgten. Es war ihm egal. Nichts in der Welt würde ihn von seinem Vorhaben abhalten, nicht einmal die mangelnde Treue seiner Begleiter. Die ersten, die Damon folgten waren Falx und Dimicatio, kurz darauf auch Metos und einige andere Dämonen. Verentia zögerte. Ihr Blick fiel auf die Gruppe Dämonen, welche den entgegengesetzten Weg eingeschlagen hatten. „Damon“, rief sie. Damon lief weiter, antwortete jedoch: „Was ist?“ Sie erhob drohend die Stimme: „Wenn wir dort nichts finden, bringe ich dich um!“ Er begann amüsiert zu lachen. Nun folgte auch Verentia der Truppe. Damon mitgezählt waren sie nur noch 15 Dämonen, die den Weg fortsetzten. Die anderen waren unschlüssig stehen geblieben oder gegangen.

Mehrere Wochen waren sie unterwegs, ehe sie den Dschungel erreichten. Die uralten Bäume waren im Laufe der Jahrhunderte zu voller Größe heran gewachsen. Jüngere Pflanzen kämpften um jeden Lichtstrahl, der durch das dichte Blätterdach einfiel und standen dabei so nah beisammen, dass ein durchdringen fast unmöglich war. Zudem versperrten unzählige Rangpflanzen die möglichen Pfade durch den Dschungel. Schon seit Ewigkeiten musste hier kein Sterblicher mehr gewesen sein. Damon ging voraus und nahm keine Rücksicht auf das, was ihm den Weg versperrte. Er trampelte Büsche nieder, stieß mit seiner Kraft ganze Bäume um, jeder Ast der es wagte seinen Weg zu kreuzen wurde kurzer Hand ausgerissen. Der erste Tempel, denn sie erreichten, war total zu gewuchert. Nur hier und da verrieten Steinplatten und dessen Verzierungen, dass irgendwo darunter ein größeres Gebäude zu finden war. „Verdammtes Grünzeug!“, fluchte Damon und riss es Stück für Stück in zwei. Falx stöhnte genervt auf: „Warum brennen wir es nicht einfach nieder?“ „Willst du einen Waldbrand riskieren, du Narr?“ fauchte Verentia ihn an. Die anderen Dämonen begannen nun mitzuhelfen den Tempel zu befreien. „Hier! Hier ist der Eingang!“ rief Metos, der soeben das Tor freigelegt hatte. Sofort brachen alle ihre Arbeit ab und eilten zu Metos. Damon musterte das Tor und versuchte die Inschriften zu entziffern. „Ave! Introite, nam et hic dii sunt“, lass er laut vor und fing an zu lachen. Da Metos kein Latein gelernt hatte, erkundigte er sich nach der Bedeutung: „Was steht dort?“ Dimicatio erhob nun zum ersten Mal das Wort: „Seit gegrüßt! Tretet ein, den auch hier sind Götter.“ Nun verstand Metos das Lachen von Damon. Auch die anderen grinsten. Die Sterblichen hatten es schon immer vorgezogen allem und jedem einen Gott zu geben. Die Sonne hatte einen Gott, der Mond, selbst das Meer und einige Tiere. Dämonen war das unerklärlich wie dumm man sein musste, um sich so einen Unsinn auszudenken. Damon schlug mit der Faust gegen die steinerne Tür. Zu seinem Erstaunen rührte sie sich nicht. Er knurrte verärgert, als er Falx unterdrücktes Lachen vernahm. „Sicherlich gibt es einen Mechanismus, um sie zu öffnen“, bemerkte Metos, „Sterbliche verfügen nicht über so viel Kraft.“ Damon drehte sich zu den anderen um, lehnte sich an die verschlossene Tür und verschränkte die Arme: „So, du Klugscheißer, dann sag mir doch mal, wie dieser Mechanismus funktioniert.“ Er zuckte mit den Schultern: „Ich habe keine Ahnung. Das ist eine reine Vermutung.“ Verentia ging zu der steinernen Tür und stieß Damon unsanft beiseite. Damon knurrte erneut und machte ihr Platz. Sie begann die Tür abzutasten, jede Ecke und auch die Inschrift. Es tat sich nichts. „Ultra posse nemo obligatur“, sagte Dimicatio beiläufig. Damon ging nun an die Decke: „Du verdammter Heuchler! Ich weiß genau, warum du hier bist! Du willst uns von unserem Vorhaben abhalten! Allein deswegen folgst du mir, aber da hast du dich geschnitten! Ich habe dich längst durchschaut!“ Metos sah total verwirrt drein: „Was hat er gesagt?“ Falx war genauso verwirrt, obwohl er den Satz verstanden hatte. Zur Erklärung sagte er ihn leise vor sich her, sodass Metos ihn noch hören konnte: „Niemand ist verpflichtet unmögliches zu leisten.“ Dimicatio hob unschuldig die Hände und schüttelte dabei den Kopf: „Tut mir leid, mein Freund.“ „Nenn mich nicht Freund“, fauchte Damon, „ich habe keine Freunde und du zählst erst recht nicht dazu!“ Verentia unterbrach die beiden mit einem freudigen Aufschrei: „Ich hab’s!“ Im gleichen Moment öffnete sich die Tür, indem sie beiseitegeschoben wurde. Damon wand sich von Dimicatio ab und ging leicht knurrend hinein. Gleich nach ihm schritt Verentia hindurch: „Es war ein ganz kleiner Schalter.“ Metos klopfte ihr auf die Schulter, während er den beiden folgte: „Gut gemacht!“ Dimicatio und Falx folgten ebenfalls und hinter ihnen die restlichen zehn Dämonen. Es war düster und wurde immer dunkler, umso tiefer sie hinein gingen. Ihnen machte das jedoch nichts aus. Sie konnten alle im Dunkeln sehen. Eine Fähigkeit, die jedem Dämon gegeben war. An den Wänden waren unzählige Verzierungen, Zeichnungen und auch Inschriften, jedoch warfen sie alle nur beiläufig einen Blick darauf. Der Gang war schmal und so mussten sie einzeln hintereinander laufen. Damon blieb nach einer Weile abprubt stehen. „Was ist los?“, wollte Metos wissen. Von seiner Position aus konnte er nichts sehen, sowie die Dämonen hinter ihm auch nicht. Verentia sah jedoch noch genug: „Eine Schlucht. Die Brücke ist gerissen.“ Ein Knurren ging von Damon aus: „Wir klettern hinunter und laufen hinüber, dann geht’s wieder hinauf.“ „Was, wenn wir dort gar nichts finden?“ wollte Falx wissen, „der Aufwand könnte sich überhaupt nicht lohnen.“ Ein erneutes Knurren kam von Damon: „Dort drüben steht Lux aeterna.“ Bevor Metos fragen konnte übersetzte Dimicatio bereits: „Ewiges Licht.“ „Ah!“ kam von Metos, als Ausdruck der Erkenntnis. Damon begann nach unten zu klettern. Verentia blickte nun erst einmal über die Schlucht und auch in die Tiefe: „Wer weiß, wo das Ende ist. Wir könnten ewig klettern.“ Sie deutete an die Decke: „Dort oben sind Harken an denen die Brücke befestigt wurde.“ Damon versuchte an der Wand der Schlucht geheftet einen Blick zu den Harken zu erhaschen: „Na und? Die sind viel zu weit oben, als das sie uns etwas nutzen würden.“ Verentia verdrehte die Augen: „Asinus!“ Falx lachte laut und Metos fühlte sich schon wieder übergangen: „Also wenn wir das alles hinter uns gebracht haben, lerne ich Latein.“ Dimicatio lachte nun auch: „Sie nannte ihn einen Dummkopf.“ Metos grinste nun breit, verkniff sich aber ein Lachen. Damon knurrte in sich hinein und sagte dazu jedoch nichts. Stattdessen wartete er ab, was Verentia nun vorhatte. Sie ließ eine Peitsche aus dunkler Magie erscheinen, sprang hinauf zu den Harken und schwang sie so, dass sie sich um den ersten Harken wickelte. Dann schwang sie hinüber und ließ dabei bereits die zweite dunkle Magiepeitsche erscheinen. Auch diese wickelte sich um den nächsten Harken, die alte Peitsche ließ sie los und sogleich verschwand diese auch. So fuhr sie fort, bis sie auf der anderen Seite angelangt war. Mit einem großen Satz landete sie gerade so auf sicherem Boden sowie auf ihren Füßen. Ein Lachen war von ihr zu hören, als sie sich umdrehte und die Hände in die Hüfte stemmte: „So ihr Angsthasen. Wer kommt rüber oder soll ich alleine weiter gehen?“ Metos wollte bereits loslegen, doch Damon kam in dem Moment wieder hoch und stieß ihn zurück: „Ich zuerst!“ Genau wie Verentia sprang er nach oben und schwang sich dann mithilfe seiner schwarzen Magiepeitschen hinüber. Auch er landete auf seinen Füßen. „Ha!“ wand er sich überheblich an Verentia und schritt an ihr vorbei, als wäre sie das letzte Stück Dreck. Verentia hielt sich kurz den Bauch und beugte sich leicht nach vorne, als würde ihr schlecht von seinem Anblick werden. Metos lachte leise und legte dann ebenfalls los. Stück für Stück kamen sie dann einer nach dem anderen hinüber. Der elfte an der Reihe sprang jedoch nicht hoch genug und stürzte kreischend in die Tiefe. Nach diesem Unglück trauten sich die anderen vier nicht hinüber. „Ihr Feiglinge!“ schrie Falx hinüber, „dann bleibt doch hier!“ Sie gingen weiter und ließen die vier zurück. Der Gang auf dieser Seite war um einiges breiter, sodass locker vier Leute nebeneinander hätten laufen können. Damon lief voraus, wie nicht anders zu erwarten war. Als der Gang sich in zwei spaltete, wählte Damon ohne groß darüber nachzudenken einen Weg. Dimicatio rief ihm hinterher: „Quo vadis?“ Von Damon kam irgendwas Geknurrtes zurück, was jedoch keiner verstand, da er es zu leise sagte. Verentia begann die Inschriften zu lesen. Metos sah Damon noch hinterher: „Wo geht er hin? Er weiß doch gar nicht, ob der Weg richtig ist.“ Dimicatio zuckte mit den Schultern: „Ich weiß nicht, das habe ich ihn auch gefragt.“ Falx sah sich die vielen Inschriften nun ebenfalls an: „Steht da irgendwas Brauchbares?“ Verentia deutete auf eine Inschrift Per crucem ad lucem: „Durch das Kreuz ans Licht.“ „Was für ein Kreuz?“ war Metos zuerst ausgesprochener Gedanke. Sie begannen die Wände nach einem Kreuz abzusuchen, aber nirgends war eins zu finden. Nachdenklich schritt Verentia hin und her. Die anderen Dämonen hatten sich bereits auf den Boden sinken lassen und warteten ab, was geschehen würde. Nur die vier gaben nicht auf. Während Verentia weiter nachdachte, tasteten Dimicatio, Falx und Metos die Wände ab. Bevor sie jedoch zu einem Entschluss kamen, hörten sie Schritte. Damon kam zurück: „Da ist eine Tür mit einem dämlichen Kreuz drauf. Da kommen wir nicht weiter.“ Er knurrte verärgert und wollte schon den anderen Weg wählen, doch da rief Verentia bereits: „Das muss es sein!“ In ihrer Begeisterung packte sie Damons Kopf und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann eilte sie in den Gang. Die anderen drei folgten ihr und auch die Dämonen, die das Faulenzen vorgezogen hatten, rappelten sich nun auf und gingen den Vieren nach. Damon sah ihnen angewidert hinterher und entschied sich dann doch zu folgen. Sie kamen an einer Holztür mit einem silbernen Kreuz an. Falx lachte: „Und da bist du nicht weiter gekommen. Die ist doch nur aus Holz.“ Er holte mit der Faust aus und donnerte sie gegen die Tür, ein grelles Licht erfasste ihn und schleuderte ihn zurück, sodass er gegen Metos knallte und beide zu Boden gingen. Metos stieß Falx von sich und stand auf: „Ist dir das auch passiert Damon?“ Damon grinste breit: „Nein, bei mir hat sich nichts getan. Die Tür ließ sich nur nicht zerstören.“ Falx stand auch wieder auf und rieb sich die Arme: „Es ist als hätte mich gerade ein Blitz getroffen.“ Kopfschüttelnd umfasste Verentia den Türgriff: „Wenn dich ein Blitz getroffen hätte, wärst du tot.“ Sie drückte die Türklinke herunter und drücke hingegen. Als sich nichts tat, versuchte sie es noch einmal mit ziehen. „Hm“, machte sie. „Was hm?“ fauchte Damon, „es geht nicht. Wir müssen uns einen anderen Weg suchen.“ „Nolens volens - wohl oder übel“, stimmte Dimicatio zu. Metos war erfreut, dass Dimicatio dieses Mal gleich übersetzt hatte, was er von sich gegeben hatte. Damon knurrte jedoch und änderte sofort seine Meinung: „Es muss einen Weg durch diese Tür geben.“ Dimicatio konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Damon und Verentia begannen die Inschriften auf den Wänden zu lesen. Während Falx die Tür vorsichtig betastete: „Wie kann eine Tür einen so zurück feuern?“ Metos stand hinter ihm und zuckte mit den Schultern: „Sag lieber nichts schlechtes über sie. Ich möchte dich nicht noch einmal abbekommen.“ Dimicatio setzte sich zu der faulen Bande Dämonen, die keinen Finger rührten: „Non possumus.“ „Vero?“ antwortete einer der Dämonen. „Certum“, erwiderte Dimicatio. Die Dämonen sahen sich verwundert an. „Bist du dir wirklich sicher?“ wollte einer von ihnen erneut wissen. Dimicatio grinste: „Das sagte ich doch bereits. Es ist unmöglich und ich bin mir sicher.“ Einer der Dämonen stand auf: „Dann gehe ich. Es ist reine Zeitverschwendung.“ Die anderen Dämonen nickten und folgten seinem Beispiel. Dimicatio stand ebenfalls auf, kehrte aber zu den vier anderen zurück: „Die fünf sind jetzt auch abgehauen. Wir sind also nur noch unter uns.“ Falx lachte darüber: „Die waren eh keine Hilfe, eher eine Belastung.“ Damon jedoch knurrte: „Wir hätten sie noch gebrauchen können. Wir wissen nicht, wie stark der Ursprung des Lichts tatsächlich ist. Ihre Kräfte hätten uns unterstützen können.“ „Nun ist es eh nicht zu ändern“, bemerkte Verentia, während sie weiter die Inschriften lass. „Fiat lux“, lass Falx vor, der gerade diese Worte unter der Türklinke entdeckt hatte. Kaum hatte er es ausgesprochen, ging die Tür wie durch Zauberhand auf. Damon verdrehte die Augen: „Es werde Licht? Darauf hätten wir auch kommen können.“ Als sie den Raum dahinter betraten, wurde dieser hell von Fackeln erleuchtet. Der Raum war außen rund und am Rand standen überall verzierte Säulen. In der Mitte stand ein Springbrunnen, indem das Wasser plätscherte. Der ganze Raum schien aus weißem Marmor gebaut zu sein. Damon ging auf den Springbrunnen zu. Die anderen vier sahen sich noch im Raum um. Sein Blick viel auf die Inschrift des Brunnens Lux aeterna. Mit einer Hand strich er über die Schrift: „Ewiges Licht…“ Er kletterte auf den Springbrunnen, sodass er mit den Füßen im Wasser stand. Seine Hand streckte er der Fontäne entgegen, als er sie berührte, leuchtete all das Wasser auf, flog hinauf und bildete eine leuchtende Kugel. Dimicatio war mit einem Satz bei Damon und warf ihn um: „Rühr sie nicht an! Du weißt nicht, was du tust!“ Damon lachte: „Ich hab’s doch gewusst, du Verräter!“ Die beiden rollten im Springbrunnen hin und her, dabei hagelte die Fäuste der beiden aufeinander ein. Falx und Metos kamen angerannt. Sie packten Dimicatio und zogen ihn von Damon weg. Damon grinste breit: „Ha! Jetzt darfst du zusehen, wie ich das Licht vernichten werde!“ Dimicatio schloss einmal schmerzvoll die Augen ehe er sie wieder öffnete: „Dum spiro spero.“* Damon begann seine ganze Macht zu sammeln, die tiefste Dunkelheit beschwor er herauf und schickte diese dämonische Macht auf die Lichtkugel. Die Dunkelheit umkreiste die Kugel erst nur, dann drang sie ins Licht ein. Es gab einen gewaltigen Knall. Alle fünf Dämonen wurden von der Explosion gegen die Wand gedonnert. Als der Rauch sich lichtete, standen dort wo einst der Brunnen stand und nur noch steinerne Überreste daran erinnerten, zwei Fledermäuse. Eine schwarz wie die Nacht mit ein paar blutroten Stellen an Ohren und Kopf. Die andere weiß wie Schnee mit goldenen Stellen, ganz wie bei der anderen Fledermaus. Die schwarze Fledermaus zierte ein Widdergeweih, während die weiße Fledermaus an gleicher Stelle zwei winzige weiße Flügel hatte. Die fünf starrten fassungslos auf die beiden Fledermäuse. Damon erhob sich nun und knurrte: „Wer seid ihr?“ „Ich bin Gabriel“, antwortete die weiße Fledermaus. Kurz darauf setzte die schwarze fort: „Und ich der Fürst der Finsternis, Satan.“ Metos zeigte leicht zitternd auf Satan: „Wenn du der Fürst der Finsternis bist, dann ist das…“ Gabriel nickte: „Der Fürst des Lichts.“ Damon ging sogleich auf Gabriel los, dieser wich ihm aus. „Warum so feindselig, Damon?“, fragte Gabriel, „du hast uns schließlich erschaffen. Vorher waren wir nur ein Teil des Lichts und der Finsternis. Zwei Brüder, die das Gleichgewicht der Welt hervor brachte.“ Entsetzen machte sich auf Damons Gesicht breit: „Ich? Ich habe euch erschaffen?“ Satan lachte finster: „So ist es. Dadurch sind wir leider an dich gebunden, aber wie es aussieht, kannst du gar nicht sterben.“ Jetzt war Damon noch verwirrter: „Ich kann nicht sterben?“ Die anderen Dämonen wiederholten es fast gleichzeitig und ebenso fassungslos: „Er kann nicht sterben?“ Satan wand sich ab. Er hatte kein Interesse an einem solchen Gespräch: „Ich verschwinde!“ Mit diesen Worten löste er sich in schwarze Federn auf und nichts außer einem rauchigen Geruch erinnerte mehr daran, dass er einmal dort gewesen war. Gabriel zeigte sich jedoch geduldiger: „Du hast eine besondere Fähigkeit, Damon. Wenn du einst sterben solltest, wirst du nicht ins Jenseits einkehren, wie andere Seelen es tun. Deine Seele wird umher wandern und schließlich wiedergeboren werden. Damit deine Wiedergeburt uns nicht doch noch mit in den Tod reißt, werde ich bereits jetzt bestimmen, was für eine Fähigkeit du dann erhalten wirst.“ Damon knurrte: „Was? Dazu hast du überhaupt nicht das Recht!“ Doch ehe er weitere Wiederworte von sich geben konnte, streckte Gabriel bereits die Hand aus und um Damon erschien einen kurzen Augenblick ein Licht. Damon sah verwirrt an sicher herunter: „Was für …?“ Aber als er wieder zu Gabriel sah, war dieser verschwunden und nur noch eine letzte weiße Feder löste sich im Nichts auf, während es im Raum frisch wie an einem Frühlingsmorgen roch.

Satan und Gabriel hatten sich beide aufgemacht ihre Reiche zu erschaffen. Dazu spalteten sie das Jenseits auf. Satan gründete die Hölle, in die alle verdorbenen Seelen nach ihrem Tode einkehren würden. Es war eine unendlich weite Höhle, mit Lavaflüssen, die man durch kleine Rundbrücken überqueren konnte. Es gab viel Asche und Staub, der entweder sich auf dem Boden sammelte oder die Luft verpestete. Umringt von einem Lavagraben, denn man nur über zwei Brücken überqueren konnte, lag ein finsteres Schloss. Über ihm kreisten die Fledermäuse und steinerne Kreaturen verzierten es. Dort würde Satan leben, in seinem Thronsaal, der zur Hälfte so dunkel war, dass selbst Dämonen nicht genug Sehkraft hatten, um dort etwas zu erkennen. Gabriel erschuf den Himmel. Der ganze Boden war bedeckt mit den wunderschönsten Blumen, die alle ständig blühten. Mitten drin, stand ein weißes Schloss, welches mit weißen Krähenstatuen geschmückt war. Auch Gabriel schuf sich einen Thronsaal, doch dieser war hell erleuchtet, so sehr, dass es jeden anderen in den Augen schmerzte dort hinein zu blicken. Doch beide waren sie einsam und so schufen sie sich ihre eigenen Wesen. Satan nannte sie die Höllendämonen. Sie waren gewöhnlichen Tieren nachempfunden, jedoch viel größer. Außerdem hatten sie weder Fell, noch einen intakten Körper. An vielen Stellen konnte man Muskeln oder Sehnen sehen oder gar das Skelett des Höllendämons. Es schien fast, als würden sie verfaulen. Gabriel hingegen erschuf Wesen aus reinem Licht. Er taufte sie Engel und sich selbst ernannte er zum Erzengel Gabriel. Man konnte durch die Engel hindurch sehen, sie hatten Körper aus Licht und Flügel, ihre Arme konnte man erahnen sowie ihre Hände, doch Beine schienen sie nicht zu haben. Sie sangen wunderbare Lieder und bildeten Chöre. Schon bald waren die bereits vorhandenen Seelen aus dem Jenseits aufgeteilt. Satan sperrte sie fort in die abgelegenste Ecke der Hölle. Doch Gabriel ließ seine Seelen frei umher wandern im Himmel. Viele sangen auch gemeinsam mit den Engeln. Gabriel und Satan verbrachten jedoch trotz allem die meiste Zeit in ihren Thronsälen.

*Solange ich atme, hoffe ich.

Kapitel 2 – Flammender Käfig

Gelangweilt schweifte Satans Blick durch das tiefe Dunkel der hitzigen Hölle. Selbst die täglichen Turniere in denen er seine Höllendämonen aufeinander los ließ, konnten daran nichts mehr ändern. Nur die Stärksten überlebten. Doch das störte den Fürsten der Finsternis wenig. Er konnte sich jederzeit neue Höllendämonen erschaffen. Tag für Tag sah er diesen sinnlosen Turnieren zu und anfangs hatte er sich über die Blutrünstigkeit seiner Kreaturen gefreut. Jedoch befriedigte dieses Satan nicht mehr in der Art und Weise, wie es zuvor der Fall gewesen war. Er wollte mehr. Viel mehr! Die Welt der Lebenden bot so viele Möglichkeiten: Folter, Lügen, Betrug, Mord, Leid... Kaum hatte ihn dieser Gedanke gepackt, ließ es ihn auch nicht mehr los. Er wollte die Welt der Lebenden für sich. Wollte Teil haben an ihren Sünden, sie quälen und sich in ihrem Leid suhlen. „Kommt herbei, ihr Kreaturen der Finsternis. Bringt mir die Dämonen aus dieser Welt. Ich will sie alle, lebendig. Befördert sie hinab in die Hölle“, befahl er seinen Höllendämonen und lachte düster in sich hinein. Unter Feuer, Schwefel und Rauch öffnete sich ein Höllentor durch welches die Höllendämonen auf direktem Weg in die Welt der Lebenden marschierten. Satan selbst schritt als letztes durch das Höllentor. Er flog in die Höhe, wobei er sich im Flug drehte, dann spannte er die Flügel und schwebte über seiner Armee von Höllendämonen. Der Höllenhund war wohl das beeindruckenste Wesen unter ihnen. Er war gigantisch, ganze 20 Meter. Er hatte noch nie einen Kampf verloren und verschlang die besiegten Höllendämonen immer sofort. Sein Appetit war unersättlich, weswegen Satan vermutete, dass er auch die Dämonen verschlingen würde, wenn diese sich nicht einiger Maßen gegen ihn behaupten könnten. Doch die paar Verluste waren nicht von Bedeutung. Die Höllendämonen teilten sich auf und bald waren sie überall auf der Welt unterwegs um die Dämonen dieser Welt gefangen zu nehmen. Einer nach dem anderen wurde in die Hölle verfrachtet.

Falx war auf dem Weg durch die staubige Einöde. Nachdem vor einigen Wochen durch Damons Versagen der Fürst des Lichts und der Früst der Finsternis entstanden waren, hatte sich die Gruppe in alle Richtungen verstreut und war ihrer eigener Wege gegangen. Falx schreckte herum, als er Flügelschläge vernahm: „Wer glaubt mich von oben überraschen zu können?“ Überrascht musste er feststellen, dass es sich nicht um einen Gargoyle1 handelte: „Das glaub ich jetzt nicht.“ Überheblich blickte der Fürst der Finsternis zu ihm herab: „„So überrascht mich zu sehen?“ „Belua!“2 knurrte Falx. Satan schnaubte wütend: „Das wirst du noch bereuen.“ Falx machte sich zum Kampf bereit. Wenn er Glück hatte, war die Macht des Fürsten doch nicht so groß, wie er befürchtete. Satan ließ sich zu Boden fallen und ging auf ihn zu: „Komm und zeig mir, ob du meiner Aufmerksamkeit überhaupt würdig bist.“ In Satans Gesicht spiegelte sich eine Boshaftigkeit, die Falx nicht deuten konnte. Davon würde er sich aber nicht abschrecken lassen. Wie verrückt begann er schwarze Magiekugeln auf den Fürsten zu schießen. Die schienen einfach an ihm zu verpuffen. Nicht ein Kratzer war zu sehen. Falx erzeugte eine schwarze Magiepeitsche und schlug auf den Fürsten ein, doch abgesehen davon, dass die Priesterrobe, die Satan trug, ein wenig beschädigt wurde, passierte nichts. Der Fürst breitete die Arme fragend aus: „War’s das schon? Da muss ich mir ja echt überlegen, ob ich dich überhaupt haben will. Am besten ich bringe dich einfach um.“ Falx knurrte: „Du arroganter Mistkerl!“ Seine Augen glühten auf, dann begann sein ganzer Körper sich zu verändern. Er verwandelte sich in eine Art muskulösen Stier ohne Hörner, mit den Tatzen eines Löwen und einem langem echsenartigen Schwanz. Sein ganzer Körper war von schwarzen Schuppen überseht. Die Kreatur brüllte auf und man sah die scharfen Reißzähne aufblitzen. Der Teufel lachte finster: „Scheinbar willst du doch für mich arbeiten.“ Falx stürzte sich mit lautem Gebrüll auf Satan, welcher sich auf den Boden werfen ließ. Dann biss er mit seiner riesigen Schnauze in die Schulter des Fürsten und versuchte ihn zerrend den Arm abzureißen. Mit einem kräftigen Ruck hatte er ihn. Doch es hörte sich eher an, als würde einfach nur Stoff zerreißen. Der Fürst schleuderte mit einer schwarzen Magiewelle, die wie eine schnell rasende Wand aussah, Falx von sich. Er stand auf und dort wo einst der Arm dran war, sah man nur wie eine Art Nebel die Finsternis hinaus wachsen, die einen neuen Arm bildete und dieser sich dann materialisierte. „Genug! Du hast dich bewiesen“, meinte der Fürst trocken und schleuderte eine schwarze Magiekugel auf Falx. Dieser knurrte und schlug mit der Tatze nach der Kugel. Kaum hatte er sie berührt, verschwand er und fand sich in der Hölle wieder, wo bereits viele andere Dämonen umher irrten oder einfach verzweifelt da saßen. Falx verwandelte sich zurück: „Verdammter Mist! Wo bin ich hier?“

In der Zwischenzeit saß Dimicatio vor einem Tor, aus dessen Spalten starkes Licht drang. Das Tor verschloss einen Höhleneingang und schien genau für diesen Zweck angefertigt worden zu sein. Es befand sich mitten im tiefsten Dschungel. Immer wieder Drangen aus dem Tor seltsame Geräusche, die ansatzweise sich wie Stimmen anhörten. Jedoch war nicht zu verstehen, was sie sagten oder festzustellen, ob es sich überhaupt um Worte handelte. Dimicatio rührte sich kein Stück. Er saß einfach nur da, als wäre er bereits zur Statue erstarrt. Ein knackender Ast ließ ihn aufblicken. „Damon“ sagte er so gleichgültig, als wären die beiden weder Feind noch Freund. „Dimicatio, ich brauche deine Hilfe. Außerhalb dieses Dschungels, überall auf der Welt, verschwinden Dämonen durch Kreaturen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Sie haben überhaupt keine Chance. Ich weiß, dass das wahrscheinlich meine Schuld ist, aber bitte helfe mir. Das muss aufhören.“ Dimicatio sah Damon eine Weile schweigend an bevor er antwortete: „Levius fit patientia, quidquid corrigere est nefus.“3 „Heißt das, du kannst mir nicht helfen?“ wollte Damon nun wissen. Dimicatio seufzte: „Crede mihi…4 es sieht schlecht aus. Es ist nun fast zwei Monate vergangen Damon. Glaubst du, ich hätte nicht versucht, es ungeschehen zu machen?“ Damon fiel verzweifelt auf die Knie: „Also gibt es keine Rettung. Es ist aus…“ Der Anblick der Verzweiflung in Damons Gesicht, versetzte Dimicatio trotz allem einen Stich und er stand auf: „Die beiden Fürsten wurden genau in der gleichen Sekunde erschaffen. Sie müssen auch in ein und derselben Sekunde aufhören zu existieren. Das ist nicht machbar.“ Damon schlug mit der Faust auf den Boden und Tränen bildeten sich in seinen Augen: „Mea culpa. Mea maxima culpa.“5 „Wir können nur eins tun“, setzte Dimicatio fort, „uns wehren. Diese Welt gehört den Dämonen und den Sterblichen. Lassen wir nicht zu, dass die Fürsten des Lichts und der Finsternis sie übernehmen.“ Er ging auf Damon zu und hielt ihm die Hand hin: „Bonitas stultitiaque sodales sunt.“6 Damon blickte Dimicatio an, nahm die Hand und stand auf: „Qui audet adipiscitur.“7 Die beiden sahen sich einen Moment schweigend an, dann ergriff Dimicatio das Wort: „Ich hätte nie gedacht, dass wir mal wirklich zusammen arbeiten.“ Damon grinste ein wenig: „Ich auch nicht. Eigentlich hätte ich dich sofort aus meiner Truppe ausschließen sollen. Ich weiß auch nicht, warum ich dich mitgenommen habe.“ „Schicksal“, entgegnete Dimicatio, „lass uns gehen.“ Die beiden Dämonen bahnten sich den Weg durch den Dschungel. Dort war alles friedlich, wie immer. Man hörte ein paar Vögel zwitschern, ab und zu ein paar Flügelschläge, kreischende Affen und das Knacken und Brechen von Gehölz unter den Füßen der beiden.

Die Flügelschläge Satans kündigten sein Kommen an. Verentia blickte der Sonne entgegen aus welcher der dunkle Körper Satans auf sie zukam. Als er landete, blickte Verentia ihn einen Moment schweigend an. „Fehlen dir die Worte?“ erkundigte sich Satan mit einem heimtückischen Grinsen. „Ich war am überlegen, ob du es überhaupt wert bist, dass man mit dir spricht“, entgegnete Verentia so kühl und herablassend, dass man meinen könnte, sie sähe ihn nur als winzigen, unbedeutenden Floh. Satan ließ eine schwarze Magiewelle auf sie los und lachte gellend. Sie hatte keine Chance dem Angriff auszuweichen, wurde erfasst und zurück geschleudert. Schnell hatte sie sich jedoch wieder aufgerappelt, kreuzte die Arme vor sich, welche dann in Flammen standen und bewegte sie mit einer schnellen Bewegung wieder auseinander. Überall regneten kleine Feuerhaufen nieder aus denen sich schlanke Feuerkreaturen bildeten. Wenn man sie genau betrachtete, konnte man trotz der tosenden Flammen erkennen, dass es sich bei all diesen Kreaturen um Verentia selbst handelte, nur in Feuergestalt. Ohne jegliches Zögern stürzten sie sich auf Satan, versuchten ihn zu verbrennen, bewarfen ihn mit Feuerkugeln und schlugen auf ihn ein. Verentia selbst beteiligte sich nicht am Kampfgeschehen. Eine Hand hatte sie in die Hüften gestemmt und schaute zufrieden ihren Feuerkopien zu, wie sie Satan nieder rangen. Satan sank auf die Knie, schützte sich mit seinen Armen und beugte sich immer weiter hinab. Ein lautes, amüsiertes Lachen drang aus seiner Kehle und wurde lauter. Er richtete seinen Oberkörper wieder auf und streckte die Arme aus, während er unaufhaltsam weiter lachte. Verentias Kreaturen gaben ihr Bestes, doch wie Verentia nun feststellen musste, verschwand jede Wunde sofort wieder, nachdem sie zugefügt worden war. Er war nicht aufzuhalten. Das Lachen verstummte und Satan richtete sich nun wieder zu voller Größe auf. Mit seiner rechten Klaue machte er eine knappe Bewegung, die deutete, dass die Kreaturen verschwinden sollten. Sofort zerfielen sie zu nichts. Nicht einmal Asche blieb. „Du hast dich bewiesen“, verkündete Satan munter und schickte Verentia auf dieselbe Weise hinab in die Hölle, wie er es bereits bei Falx getan hatte.

Dimicatio und Damon hatten sich auf den Weg nach Nemorosus gemacht, der Stadt der Dämonen. Nemorosus war die einzige Dämonenstadt, die existierte. Fast jeder Dämon wurde hier geboren und wuchs dort auf. Innerhalb der Stadt herrschte ein striktes Kampfverbot. So sorgten die Dämonen dafür, dass ihr Nachwuchs nicht in unerwünschte Kämpfe verwickelt wurde und seine ersten Lebensjahre nicht überlebte. Bis zu ihrem 20. Lebensjahr hatte jeder Jungdämon einen Lehrmeister, der auf ihn achtete und ihn ausbildete. Die Eltern eines Dämonenkindes hatten meist weniger mit diesem zu tun. In der Regel wachte jedoch zumindest ein Elternteil über seinen Nachwuchs. Dennoch war es einem Dämon schon mit 10 Jahren erlaubt einen anderen Dämon zu einem offiziellen Dämonenkampf heraus zu fordern und somit seinen Rang zu bestimmen. Nun jedoch war von der einst so friedlichen Dämonenstadt Nemorosus nicht mehr viel übrig. Nur die Trümmer der Häuser ließen vermuten, was hier geschehen war. Totenstille herrschte und jegliches Leben war verschwunden. Die beiden Dämonen schritten nebeneinander her auf der einstigen Hauptstraße von Nemorosus, die vom Osttor zum Westtor führte, quer über den großen Trainingsplatz in der Mitte der Stadt. Sie schienen auf jedes noch so kleine Geräusch zu lauschen in der Hoffnung doch noch einen Dämonen unter diesen Trümmern entdecken zu können. Dimicatio beugte sich hinab zu einer kleinen Phiole. In ihr war eine rote Flüssigkeit enthalten. Blutdämonen hatten solche Phiolen immer bei sich. Die Flüssigkeit darin war das Blut eines Sterblichen, denn Blutdämonen ernährten sich davon. Sie machten den größten Teil des Volkes aus. Es war nicht verwunderlich, dass Dimicatio solch eine Phiole fand. Sie musste im Eifer des Gefechts verloren gegangen sein. „Die Kinder“, sagte Damon nun fast geistesabwesend, „alle fort. Der Fortbestand unserer Art... ausradiert.“ Mit einem Mal hatte Dimicatio ihn an den Schultern gepackt: „Verdammt noch mal, Damon! Reiß sich zusammen! Wenn du jetzt die Fassung verlierst, können wir niemanden mehr helfen. Lass uns die retten, die wir noch retten können.“ Unter dem Schutt einer der Häuser bewegte sich nun etwas und die Gesteinsbrocken wurden beiseite gestemmt. „Metos!“ riefen die beiden erstaunt zugleich. „Das gibt’s doch nicht. Euch beide zusammen zu sehen, stellt meine ganze Weltanschauung auf den Kopf. Ich dachte ihr hasst euch.“ Dimicatio räusperte sich: „Es gibt wichtigeres als das. Was ist mit den anderen Dämonen geschehen?“ Metos rappelte sich auf und klopfte sich den Staub ab: „Ich weiß es nicht genau. Da waren diese riesigen, fauligen Kreaturen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Das war erschreckender als der Corporeus.8 Immer wenn sie mit ihren Tatzen jemanden berührten, verschwand dieser einfach spurlos. Wir versuchten gegen sie zu kämpfen, aber es schien aussichtslos. Erst als wir eines dieser Fiecher komplett auseinander genommen hatten, bewegte es sich nicht mehr. Aber es waren einfach zu viele. Im Kampf kletterte ich auf eines dieser Kreaturen, welche sich daraufhin rollte. Ich bin wohl gegen irgendeinen Stein geknallt und habe das Bewusstsein verloren. Wie es aussieht bin ich der Einzige, der übrig geblieben ist.“ Damon ballte die Fäuste und brüllte dann lautstark los: „Satan!!! Komm her wenn du dich traust! Ich warte auf dich!“ Dimicatio und Metos hatten sich währenddessen die Ohren zugehalten. Ein Dämon konnte eine gewaltige Lautstärke hervorbringen. So laut, dass einem Sterblichen das Trommelfell platzen könnte.

Damon, Metos und Dimicatio waren seit Tagen unterwegs und scharrten die letzten Dämonen um sich, die es noch gab. Viele waren es nicht. Sie hatten gerade mal neun weitere Dämonen gefunden und von Satan oder seinen Kreaturen fehlte inzwischen jede Spur. War dies' das Ende? Sind sie die letzten 12 Dämonen? Damon wollte das nicht wahr haben. Sie waren so viele. Die Welt gehörte den Dämonen und nun waren sie eine aussterbende Art? Das durfte nicht sein. Er musste herausfinden, was mit den anderen geschehen war. Immerhin war es möglich, dass sie noch lebten. Womit er nicht Unrecht hatte. In der Hölle hatten sich die Dämonen gemeinschaftlich dagegen gewehrt zu Satans Dienern zu werden. Ab und an ließ er ein paar Sterblichen von den Höllendämonen in die Hölle bringen, die den Blutdämonen, Werwölfen und Ghulen als Nahrungsquelle dienten. Sein Plan reichte jedoch viel weiter, als nur die Dämonen zu unterwerfen. Er wollte die gesamte Welt der Lebenden. Doch dafür brauchte er eine treue Anhängerschaft. Er wusste außerdem, dass es noch Damon, Metos und Dimicatio gab, die er dort oben nicht hatte aufspüren können und auch seine Höllendämonen keinen von ihnen hinab geschickt hatten. Darum kümmerte er sich jedoch bereits. Eine kleine Gruppe Höllendämonen hatte er ausgesandt, um die drei zu finden und hinab in die Hölle zu schicken. Die drei und ihre neun Anhänger liefen gerade an einer Schlucht entlang, als sie ein lautes Gebrüll hörten. Metos erschauderte: „Das sind sie.“ Damon rannte sofort los in die Richtung aus der das Gebrüll gekommen war. Dann folgten ihm auch Dimicatio, Metos und die neun anderen Dämonen. Der Boden staubte unter ihren Füßen, während sie mit über 120 h/km auf die Höllendämonen zu rannten. Kaum waren diese in Sicht feuerten sie bereits Feuerkugeln auf die Dämonen, um danach sie gleich körperlich zu attackieren. Damon versuchte sie aufzuschlitzen und sie auseinander zu reißen. Die anderen ahmten es ihm nach und gaben ihr Bestes die Höllendämonen zu bezwingen. Doch diese wehrten sich heftig, schnappten mit ihren großen Mäulern nach ihnen und schlugen mit ihren Klauen zu. „Passt auf die Pfoten auf!“ brüllte Metos. Der erste Dämon wurde bereits von einer getroffen und verschwand, wie Metos es beschrieben hatte. Dimicatio erzeugte Lichtkugeln die die Höllendämonen blenden sollten, was jedoch nur bedingt wirkte. Einige von ihnen ließen sich davon überhaupt nicht einschränken. Metos brüllte nun auf, sein Fell gewann an Länge, seine Schnauze, sein Oberkörper, seine Beine und Arme veränderten sich, wuchsen und seine Muskelmasse nahm zu. Er verwandelte sich in einen Werwolf. In dieser Gestalt konnte er nicht mehr sprechen, nur noch knurren und jaulen, aber das war im Kampf auch nicht von Nöten. Der Vorteil war, dass er viel schneller und kräftiger war, als zuvor. Wie besessen schlug er auf die Höllendämonen ein. Jedoch wurden sie immer weniger und hatte noch nicht einen Höllendämon zu Fall gebracht. Schließlich waren nur noch Metos, Dimicatio und Damon übrig. Damon brüllte wütend, während ihm bereits Tränen über die Wangen rannen: „Satan!!! Komm her damit ich dich in Stücke reißen kann!“ Dimicatio zog sich zurück: „Wir müssen fliehen. Das schaffen wir nicht!“ Dimicatio rannte zu Damon und zog kurz an ihm. Dann folgte Damon ihm und sie rannten um ihr Leben. Auch Metos folgte ihnen. Die Höllendämonen waren jedoch ebenfalls schnell und verfolgten sie. Metos wurde von einer ihrer Pranken getroffen und verschwand, wie die Dämonen zuvor. Damon und Dimicatio wichen den Angriffen so gut sie konnten aus und steuerten auf die Schlucht zu. Als sie diese erreichten, stürzten sie ohne weiter darüber nachzudenken, diese hinunter. Die Höllendämonen blieben zurück.

„Verdammter Mist!“ knurrte und keuchte Damon wütend, während Dimicatio ihn stützte, damit er gehen konnte. Er hatte sich beim Absturz in die Schlucht das rechte Bein gebrochen. Dimicatio war besser davon gekommen. Er hatte abgesehen von einigen Prellungen nur eine verstauchte Hand. Ein Sterblichen wäre aus dieser Höhe defintiv tot. „Wenn ich Satan in die Finger kriege...“ schimpfte Damon weiter. Dimicatio unterbrach ihn jedoch: „Immer mit der Ruhe, Damon. Wenn du Satan so gegenüber trittst, bist du sofort dem Tode geweiht.“ Ein weiteres Knurren ertönte aus Damons Kehle, jedoch folgten keine weiteren Worte mehr. Humpelnd und durch Dimicatio gestürzt schliff er sich durch die Schlucht und hoffte auf ein baldiges Ende. Sie waren vermutlich die letzten beiden Dämonen. Damon wollte Rache für sein Volk und seine Schuld begleichen, jedoch hatte er überhaupt keinen Plan, wie er das jetzt noch anstellen sollte. Sie konnten unmöglich zu zweit gegen diese Höllendämonen bestehen und noch dazu wusste keiner von ihnen, wie mächtig Satan wirklich war. Vielleicht konnte er sie mit einem Fingerschnippen einfach auslöschen, wenn ihm danach war. Schließlich war er der Fürst der Finsternis, die Finsternis selbst. Somit hatte Dimicatio noch die besten Chancen mit seiner Fähigkeit des Lichts. Doch was konnte Damon schon ausrichten!? Vermutlich gar nichts. „Ich werde ihn vernichten“, verkündete Damon nun erneut. Dimicatio lächelte darüber, jedoch war es ein bitteres Lächeln: „Ut desint vires tamen est laudanda voluntas!“9 „Hör mir auf mit deinen Weisheiten“, knurrte Damon nun ebenfalls verbittert und seufzte dann, „das ist das Ende nicht wahr?“ Dimicatio zuckte mit den Schultern zur Antwort, was ihm recht schwer fiel, da er immer noch Damon stützen musste.

In der Hölle ging es den meisten Dämonen gar nicht gut. Es waren bereits einige Tage vergangen und die Blutdämonen, Werwölfe und Ghule verloren langsam die Kontrolle, da Satan immer weniger lebendie Nahrung brachte und schließlich dazu übergegangen war sie hungern zu lassen. Er verlor die Geduld, da die Dämonen sich ihm nicht unterwarfen. Sie brauchten ihre Nahrung oder sie würden auf andere Dämonen losgehen und sich gegenseitig ausrotten. Satan wartete regelrecht darauf, dass dieses geschehen würde. Er glaubte, dass die Dämonen sich ihm dann endlich unterwerfen würden. Bisher hatten sie sich stur geweigert, jedoch konnten sie die Hölle nicht verlassen und waren hier gefangen. Metos lief nervös und hungrig hin und her. Jeder Dämon, der in seiner Nähe war, erschien ihm als Nahrungsquelle, aber er riss sich mit aller Kraft zusammen. Bald würde sein Instinkt übernehmen und er würde willkürlich auf seine eigenen Artgenossen losgehen. Es musste etwas geschehen und zwar schnell. Satan tauchte auf. Er stand auf dem Dach seines Schlosses und blickte auf die Dämonen hinab. Nachdem er den Blick hatte schweifen lassen, erhob er die Stimme: „Sehr bald werdet ihr gegenseitig aufeinander los gehen. Ich stelle euch diese Frage jetzt noch einmal, ehe sich eure Zahl dezimiert: Werdet Ihr mit die Treue schwören?“ Verentia war die erste, die das Wort erhob: „Lieber sterben wir!“ Die anderen Dämonen pflichteten ihr schnell bei und warfen mit Beleidigungen gegen Satan um sich. Satan schnaubte wütend und verschwand dann wieder zurück in seinen Thronsaal, wie immer blieb nur einen kurzen Augenblick eine schwarze Feder zurück. Wie bekam er sie nur dazu, dass sie ihm dienen würden? Müssten sie sich wirklich erst gegenseitig anfangen zu töten? Das würde er morgen erfahren. Die meisten würden beginnen die Kontrolle zu verlieren und die Anzahl der Blutdämonen, Werwölfe und Ghule machte einen Großteil der Dämonen aus.

Dimicatio und Damen waren die letzten Tage ziellos umher gewandert. Gerade machten sie Rast in einem Wald. Zwischen den beiden herrschte schweigen. Damon ruhte sein gebrochenes Bein aus, welches er mit einigen Stöcken und einem Seil, das er aus schwarzer Magie erschaffen hatte, stützte. Dimicatio brach die Stille schließlich: „Ich werde zurück zu meinem Tor gehen. Die Lichtkugeln auf diese Entfernung aufrecht zu erhalten ist anstrengend und im Moment den Aufwand nicht wert. Wir können nichts tun.“ Damon knurrte wütend: „Das heißt, du gibst einfach auf.“ Dimicatio seufzte: „Ita est!“10 Als keine weitere Antwort von Damon kam, erhob sich Dimicatio und blickte nochmals zu Damon: „Vale.“11 Auch jetzt rührte sich Damon nicht, ob er einfach zu stolz war oder zu verzweifelt, konnte man schlecht sagen. Dimicatio wusste es jedenfalls nicht einzuschätzen und ließ Damon allein.

Wie von Satan erwartet gingen die Dämonen bereits am folgenden Tag aufeinander los. Die Blutdämonen versuchten sich festzubeißen und sich von dem Blut der anderen zu nähren, während die Werwölfe sich verwandelten und versuchten die anderen Dämonen zu zerfleischen. Die Ghule knabberten an jedem Körperteil, dass ihnen im Kampf in die Quere kam. Es herrschte ein einziges Chaos im Überlebenskampf. Falx und Verentia versuchten Metos am Boden zu halten. Dabei versuchten sie ihn zu beruhigen. Verentia sprach mit sanfter Stimme zu ihm: „Das wird schon wieder Metos. Irgendwas wird uns einfallen.“ Es gab viele schwer Verletzte und sogar Tote. Satan erschien erneut und fühlte sich überlegen: „Ich wiederhole mein Angebot von gestern. Dient mir und lebt oder sterbt.“ Die Antwort der Dämonen blieb die gleiche und fast alle riefen es Zeitgleich: „Lieber sterben wir!“ Ein wütendes Schnauben folgte von Satan, ehe er lautstark brüllte, sodass die ganze Hölle bebte: „Ich akzeptiere kein NEIN!“ Er mobilisierte seine ganzen Kräfte, um die Dämonen an sich zu binden. So würde er immer wissen, wo sie waren und keiner würde ihm entkommen. Sie erhielten dafür dieFähigkeit sich zu teleportieren, während Satan diese Fähigkeit für den erzwungen Pakt einbüste und dazu verdammt war in der Hölle zu bleiben. Jeder der Dämonen schien einen Moment lang schwarz zu leuchten. Satan blickte wütend umher: „Ihr gehört nun alle mir!“ Um seine Macht zu demonstrieren zeigte auf einen Dämon, der sich dann schmerzend den Kopf hielt, ehe er aufblickte und regungslos da stand. Satan grinste: „Schlag deinen Kopf gegen die Schlossmauer.“ Genau das tat der Dämon dann auch. „Wenn ihr keine willenlosen Diener sein wollt, dann tut was ich sage.“ Dieses Mal kamen keine Wiederworte. Er öffnete ein Portal: „Ihr habt eine Stunde, um euch zu nähren, zu versorgen oder was auch immer. Das Portal bleibt offen. Wer nicht zurückkehrt, wird meine Macht zu spüren bekommen.“ Dann verschwand er erneut. Die Dämonen, die bereits nach Nahrung gierten, waren schnell dabei durch das Portal zu verschwinden, um ihren Hunger stillen zu können. Kurze Zeit später folgten weitere Dämonen, die nicht auf Nahrung angewiesen waren und einfach der stickigen, düsteren Hölle einen Moment entkommen wollten. Auch Metos, Falx und Verentia nutzen die Gelegenheit. Sobald Metos sich gesättigt hätte, so dachten sie, würden sie schon in Ruhe über einen Plan nachdenken können.

„Ad rem!“12, begann Falx, während Metos noch durch den Wald rannte, um seine Beute, ein scheues Reh, zu jagen. Es hätte sowieso keine Chance gegen einen Werwolf und Metos würde sich an dessen Fleisch sättigen. „Wir können nicht gegen Satan kämpfen. Er hat uns alle unter Kontrolle und uns einfach zu weigern, kostet uns nur den eigenen Willen. Also was sollen wir tun?“, fasste Falx kurz zusammen. Verentia hatte sich gegen einen Baum gelehnt und lauschte darauf, wie Metos in der Ferne seine Beute zerriss: „Dura patientia frango.13 Lass uns einfach abwarten. Auch der Fürst der Finsternis wird eine Schwäche haben und die werden wir finden.“ „Eunt via sua fata“14, stimmte Falx zu und blickte in die Richtung in der Metos verschwunden war. Ein Grinsen ging über sein Gesicht: „Und wir haben Zeit Metos Latein beizubringen.“ Auch Verentia konnte das ein leichtes Lachen hervor locken: „Das wird aber auch höchste Zeit.“
Metos schoss einen Stein über den aschebedeckten Boden der Hölle und murrte: „Ich frage mich, was er davon hat uns hier gefangen zu halten. Er hat doch diese ekligen Fiecher erschaffen, warum spielt er nicht mit denen?“ „Es hilft nichts sich darüber den Kopf zu zerbrechen“, ermahnte Verentia ihn, die auf einem Felsen saß und seinem sinnlosen hin und her Laufen ihre Aufmerksamkeit widmete. Die meisten Dämonen waren bereits zurückgekehrt und scheinbar trafen jetzt noch die letzten Nachzügler ein. An den gleichen Felsen, auf dem Verentia saß, gelehnt hatte sich auch Falx nieder gelassen und blickte nach oben: „Wenn man dort hoch käme und ein Loch durch die Felsdecke bohren würde, wo käme man dort wohl hin?“ Beinahe gleichzeitig blicken Verentia und Metos ihn fragend an. Ehe einer der beiden sich weiter dazu äußern konnte, tauchte Satan inmitten der vielen Dämonen auf: „Lang genug habe ich gewartet. Geht und erobert für mich die Welt der Lebenden!“ Unsicher blickten die Dämonen einander an. Der Ranghöchste unter ihnen, ein Luftsäbler, sprang auf einen der Felsen, um gut gesehen zu werden: „Tun wir, was er sagt. Das sollte für uns einfach sein. Die Gewöhnlichen können es mit uns nicht aufnehmen und diese haben uns nie interessiert.“ Gemurmel machte sich breit. Wütend brüllte Satan über sie hinweg: „Soll ich euch erst meine Macht demonstrieren?“ Alle erinnerten sich an seine letzte Machtdemonstration und wollten das definitiv nicht wiederholen. So machten sie sich erneut auf den Weg in die Welt der Lebenden, aber dieses Mal, um Satans Befehl folge zu leisten.

Die gewöhnlichen Sterblichen waren für sie keine Gegner. Angsterfüllte Gesichter blickten ihnen entgegen, als Falx, Verentia und Metos mit einigen anderen Dämonen eine Stadt betraten. Die Stadt war mit einfachen Häusern in grau oder braunen Farbtönen und Dächern aus Stroh oder Holz schon einer der modernen Orte dieser Zeit. Die Wände waren aus Lehm und Gestein und gehörten somit zu den stabileren Bauten. Nichts gegen die Tempel, aber hier lebten einfache Leute. Die Mütter zogen erschrocken ihre Kinder zurück ins Haus oder in ihre Arme, während die Anspannung unter allen stieg. Dämonen kamen normalerweise nicht in die Stadt oder in ein Dorf. Höchstens Blutdämonen, um sich zu nähren und die waren bereits äußerst unbeliebt unter den Sterblichen. „Ergebt euch gleich, ihr seid jetzt die treuen Untertanen des Fürsten der Finsternis, dem neuen Herrscher dieser Welt“, verkündete Falx so gelangweilt, dass die Leute unsicher zu ihm blickten und darauf warteten, dass er hinzufügte alles wäre zur ein Scherz. Jedoch folgte von ihm keine weitere Reaktion und auch die anderen Dämonen taten nichts dergleichen. Einer der Männer packte nun nach einer Mistgabel und rannte schreiend auf die Dämonen zu. Verentia packte die Mistgabel, entriss sie ihm mit einem Ruck und brach sie in zwei. Währenddessen packte Metos den Mann, zog ihn zurück, hob ihn hoch, als wäre er nur ein Kind und warf ihn ein paar Meter. Sie hätten ihn mit Leichtigkeit töten können, aber das hatte absolut nichts mehr mit Stolz zu tun. Das was sie dort taten, war absolut feige und unehrenhaft. Zudem schien es einen bitteren Geschmack zu hinterlassen. Keiner der Leute rührte sich dem armen Mann zu helfen, der nun am Boden lag. Angsterfüllte Gesichter blickten in die unergründlichen, roten Augen der Dämonen. Sie alle wussten, dass sie keine Chance hatten.

1Gargoyle gehören zu den Dämonen. Es ist eine spezielle Fähigkeit. Nach diesen Fähigkeiten unterscheidet man die Dämonenarten.
2Scheusal
3Was ich nicht ändern kann, nehme ich geduldig an.
4Glaube mir…
5Meine Schuld. Meine übergroße Schuld.
6Gutartigkeit und Dummheit sind Gefährten
7Wer wagt, gewinnt.
8Ein ausgestorbenes Wesen, dem man nachsagte bevorzugt Blutdämonen zu fressen.
9Wenn auch die Kräfte fehlen, der Wille ist dennoch zu loben!
10So ist es!
11 Auf Wiedersehen.
12“Zur Sache!“
13Hartes breche ich durch Geduld.
14„Das Schicksal geht seinen Weg.“


Zuletzt von Luna42 am 29.03.17 12:21 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Karasu no shugo Tenshi - DPdL - Teil 1 (von Angelfeather und Luna42)   12.01.17 16:41

Kapitel 3 - Die Magie des Lichts und der Finsternis

„Papa! Sieh mal, was ich gebastelt habe“, rief die kleine sechsjährige Tochter von Candidus, einem weißen Wolf mit dunkelblauen Augen. Er trug ein abgetragenes Hemd und eine braune Lederhose sowie ein paar braune Lederschuhe, bei denen sich schon wieder eine Naht gelöst hatte. „Es ist wunderschön“, antwortete er, nachdem er das Gebilde aus Stöcken, Schnüren und Blumen betrachtete, dass seine Tochter dort zusammen gebastelt hatte. Es ähnelte einem Windspiel, nur das dieses keine Geräusche im Wind machen würde. Sie strahlte über das ganze Gesicht und war sehr stolz auf ihre Arbeit. „Sag Mama, dass ich hier bald fertig bin und wir dann essen können“, fügte Candidus nun noch hinzu. Er musste das Feld neu bestellen, damit auch für die kommenden Monate wieder genug zu essen vorhanden war. Mit seiner Arbeit war er fast schon fertig. Nur noch die letzten Samen mussten in die Erde. Seine kleine Tochter rannte sofort los, um ihrer Mutter die Nachricht zu überbringen. „Das mache ich“, rief sie noch im Rennen ihrem Vater zu. Candidus lebte mit seiner Frau, seiner sechsjährigen Tochter und seinem dreijährigen Sohn in einem kleinen Dorf namens Civitas. Die Häuser waren aus Lehm, Holz oder Stroh gebaut. Die Straßen nur aus Erde, wo immer wieder einzelne Löcher entstanden und zugeschüttet werden mussten. Fast jede Familie besaß ihr eigenes Feld. Als Candidus mit seiner Arbeit fertig war, ging er zu einer ihrer hölzernen Wassertonnen und schöpfte mit einem Tonkrug Wasser daraus, dass er sich über die Hände schüttete, um diese damit zu reinigen. Danach trocknete er sie mit einem Tuch ab und ging ins Haus. Sofort rannte sein kleiner Sohn auf ihn zu und wollte hoch gehoben werden. „Wen haben wir denn da?“, fragte er ihn, als er ihn hoch nahm und in hinauf in die Luft riss, „Wenn das nicht mein kleiner Liebling ist.“ Der kleine strahlte und lachte: „Papa! Papa, mach das nochmal!“

Mehr hab ich aktuell noch nicht. Bald folgt mehr!
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BeitragThema: Re: Karasu no shugo Tenshi - DPdL - Teil 1 (von Angelfeather und Luna42)   12.02.17 17:38

Candidus hielt mit einem Mal inne und ließ den Kleinen wieder herunter auf den Boden. Durch das Fenster konnte er erkenne, dass zwei Gestalten näher kamen und auch wenn sie langsam näher kamen, konnte er bereits ihre roten Augen erkennen. Oft hatte er schon den rotäugigen Wesen gehört, den Dämonen, aber gesehen hatte er sie noch nie. Man sagte, dass sie nachts in die Städte und Dörfer kamen und den Leuten das Blut aussaugten. Mit sanften Blick sah er zu seinem kleinen Sohn: „Papa ist gleich wieder da.“ Dann ging er nach draußen. Seine Frau begab sich zum Fenster und blickte nach draußen, um dem Geschehen zu folgen. Wer waren diese Leute, die dort kamen? Candidus lief den beiden Fremden entgegen: „Seit gegrüßt, was kann ich für euch tun?“ Die beiden Gestalten blieben vor ihm stehen: „Ab sofort herrscht der Fürst der Finsternis über diese Welt. Mach keinen Ärger und brav das, was verlangt wird.“ Sofort war Candidus klar, dass er gegen die beiden überhaupt nichts ausrichten konnte. Nicht nur weil es Dämonen waren, sondern auch rein vom Körperbau der beiden. Sie waren sehr muskulös und durch trainiert, während er nur ein einfacher Bauer war. Dennoch verstand er ihr Anliegen nicht wirklich: „Entschuldigt die Frage, aber wer ist denn dieser Fürst und was genau bedeutet das? Was ist mit dem Dorfältesten oder mit unserem König?“ Einer der Dämonen packte ihm am Kragen und knurrte wütend: „Du solltest es einfach akzeptieren, sonst bringen wir dich hinab in die Hölle und glaube mir, das ist kein Ort an dem du sein möchtest.“ „Bei allen Göttern, lasst mich bitte los“, forderte Candidus sie erschrocken auf. Aus dem Dorf hörte man Schreie, was Candidus nur noch mehr klar machte, dass die Situation aussichtslos war. Der Dämon löst den Griff von Candidus und gibt ihm einen Schubs, dass dieser zu Boden fällt. Grelles Licht erhebt sich am Himmel für einen kurzen Moment. Jeder unterhalb wird dazu gezwungen seine Augen zu schützen, ehe es sich aufzuteilen scheint. Geflügelte Lichtwesen gleiten hinab, Gabriels Engel und senden kleine Lichtwesen aus, gerade so groß wie eine Hand. Im ersten Augenblick erscheinen sie wie Kugeln, die ihren Weg nach unten sich bahnen, doch bei näherem Betrachten erkennt man, dass es kleine Wesen sind. „Was ist das denn?“, ruft der eine Dämon und blickt verwundert nach oben. Die ersten kleinen Lichtgestalten schießen in den Boden hinein, nehmen statt dem Licht die Erde als Element an und fliegen auf die Dämonen zu. Die Wucht trifft den ersten Dämon in den Magen, schleudert ihn zurück und wirft ihn zu Boden. Der andere gerät ins Straucheln, als ihn eines der Wesen am Bein trifft, zwei weitere an Schulter und Kopf, sodass er ebenfalls rücklings hart zu Boden fällt: „Verdammt!“ Beide rappeln sich schnell wieder auf, werden jedoch weiter angegriffen. Candidus steht langsam auf und schickt ein aufrichtiges Danke zum Himmeln hinauf: „Wer auch immer ihr seid, ich danke euch aus tiefsten Herzen. Ich stehe in eurer Schuld.“ Auch vom Dorf aus sieht man die kleinen Lichter herum schwirren und sie sind nicht nur dort sondern an vielen Orten der Welt um den gewöhnlichen Sterblichen gegen die Dämonen zu helfen. Candidus erwartete keine Antwort, dennoch erschien vor ihm aus grellem Licht eine weitere Gestalt. Als das Licht nachließ, stand vor ihm eine weiße Fledermaus im Priestergewandt, der Erzengel Gabriel. „Wenn du willst, kannst du deine Schuld begleichen“, begann Gabriel in ruhigem Tonfall zu ihm zu sprechen, „Und gleichzeitig deine Familie, deine Freunde und vielen auf dieser Welt helfen.“ Wie bei einem König verneigte sich Candidus dankbar: „Was könnte ich tun? Ich bin nur ein einfacher Bauer.“

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BeitragThema: Re: Karasu no shugo Tenshi - DPdL - Teil 1 (von Angelfeather und Luna42)   13.02.17 18:16

Gabriel blickte einen Moment den beiden Dämonen hinterher, die Richtung Dorf rannten. Dabei wurden sie weiterhin von den kleinen Lichtwesen angegriffen, die sie versuchten weg zu schlagen. Dann wand er seinen Blick wieder Candidus zu: „Ich gebe dir die Magie des Lichts und du wirst einer meiner Magier. Mit dieser Kraft kannst du kämpfen, schützen und heilen, jedoch darfst du sie niemals aus Hass oder Habgier benutzen. Bist du einverstanden?“ Candidus nickte ohne groß darüber nachzudenken: „Ich will helfen und meine Familie verteidigen können. Meine Kinder sollen ohne Angst aufwachsen und die Kinder der anderen Familien auch.“ Gabriel hob seine Hand, wodurch um Candidus gesamten Körper eine Aura aus Licht erschien. Sie fühlte sich warm an, voller Liebe und Glückseligkeit. Langsam verschwand diese in Candidus Körper und alles schien vollkommen normal. Verwundert blickte Candidus an sich herunter: „Wie kann ich diese Kraft nutzen und verratet ihr mir euren Namen?“ „Ich bin Gabriel, der Fürst des Lichts. Spüre die Kraft in dir, lass das Gefühl durch schöne Gedanken verstärken und benutze sie um zu schützen. Alles andere wirst du dann sehen. Ich muss weiter, aber du wirst schon bald sehen, dass du nicht allein sein wirst.“ In grellem Licht verschwand er, genauso wie er gekommen war. Eine leichte Frühlingsbrise erinnerte daran, wo er zuvor gestanden hatte, sowie die letzte Feder, die sich im Licht auflöste.

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