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 Blut, Gold und Unglück

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Luna42
Babylonier
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BeitragThema: Blut, Gold und Unglück   07.01.17 14:05

Version: 01.07.2009

Es ist schon viele Jahre her, dass ich von den Mercury aufgenommen wurde. Ich war gerade mal vier Jahre alt und konnte mich an rein gar nichts erinnern. Nicht wer ich war, woher ich kam, was überhaupt passiert war und leider kann ich mich auch heute noch nicht erinnern. Eine Kopfverletzung war der einzige Hinweis auf das, was geschehen sein könnte. Die Mercury meinten, dass es einen Angriff von Piraten auf die Stadt gab und ich Glück gehabt hätte. Glück! Ein absolutes Fremdwort für mich. Mein Leben wird vom Unglück begleitet. Die Mercury sind Händler, aber nicht irgendwelche Händler. Sie handeln mit den Dieben. Alles Brauchbare, was sie anschleppen, wird von ihnen angekauft und wieder verkauft. Die Mercury beherrschen die Stadt. Es kommt nicht selten vor, dass jemand seine eigenen Sachen zurück kauft. Niemand traut sich zur Polizei zu gehen, denn die Mercury sind keine einfachen Händler. Sie sind auch ausgezeichnete Schwertkämpfer. Ich lernte von ihnen die Schwertkunst und durfte bei ihnen Leben, solang ich mit anpackte. Es war nicht leicht und wenn eine Diebesbande schlechte Ware brachte, gab es des öfteren den ein oder anderen Kampf. Bei einem der Kämpfe verlor ich schließlich mein rechtes Auge. Es floß unmengen Blut und ehe ich verstand, was eigentlich passiert war, schaffte mich einer der Mercury fort und versorgte meine Wunde. Der Dieb hatte mit einer Kralle zugeschlagen. Es war kein Unbekannter. Seine Bande handelte oft mit den Mercury. Nach Tagen war die Wunde verheilt und ich musste mich damit abfinden, dass ich mein rechtes Auge verloren hatte und es für immer geschlossen blieb. Zwei Narben über dem Auge würden mich für immer daran erinnern. Mit 16 Jahren ging ich meiner Wege und wollte endlich heraus finden, wer ich wirklich war. Ich hatte nicht mal einen Namen. Die Mercury nannten mich nur Red wegen meiner dunkelroten Fellfarbe.

Zuerst führte es mich an den Hafen, der nicht gerade weit fort von dem Handelsgebiet der Mercury lag. Hier war alles im Topzustand. Nichts deutete auf den Überfall vor 12 Jahren hin, aber was hatte ich auch erwartet. Sicherlich würde ich bei einigen Seeleuten etwas in Erfahrung bringen können. Ich schaute mich nach etwas älteren Seemännern um. Bei denen sprachen sich Geschehnisse und Legenden eher um, als bei den Jüngeren. Ich entdeckte einen ziemlich runter gekommen Fischkutter zwischen den vielen schicken Segelschiffen. Sicherlich würde der Besitzer auch nicht mehr zu den Jüngsten gehören. Zielgerichtet ging ich auf den Kutter zu. Als ich vor dem Kutter stand, fragte ich mich, ob es überhaupt noch seetüchtig war und der Kapitain überhaupt noch lebte. Die Bretter waren Morsch und schon leicht grün, außerdem waren die Segel mit zerfetzt und die Fischernetze zerstört. Ich betrat den Kutter, die Dielen knarrten und gaben leicht unter meinen Füßen nach, jedoch stürzte ich nicht ein. Der Wind wehte durch die Segel bzw. durch die Stofffetzen, die übrig waren. Es schien ein richtiges Geisterschiff zu sein. Ich klopfte an der Kajüte an. Ein raue Stimme erklang von innen: "Tritt ruhig ein." Ich öffnete die Tür und ging gebückt hindurch, um mir nicht den Kopf am Rahmen zu stoßen. Innen war es duster, nur eine kleine Kerze brannte im Zimmer. Vor einem hölzernen Tisch saß ein alter Kojote mit schwarzem Fell und vielen vereinzelten grauen Stellen, er hatte graue Halbhandschuhe an, eine zerrissene Bluse und eine Hose mit nur noch einem Hosenbein an. Außerdem hatte er eine Augenklappe, was mich schmerzlich daran erinnerte, dass ich auch nur auf einem Auge sah. Ich vergass das gerne mal, da ich mich schon so sehr daran gewöhnt hatte. Er kippte auf einem Schaukelstuhl vor und zurück, dabei rauchte er eine Zigarre, dessen Rauch sich im ganzen Raum verteilt hatte. Ich trat vor den Tisch und schaute in sein Auge. Er blickte nun ebenfalls zu mir auf. "Was führt dich her?", fragte er ruhig. "Weißt du etwas über den Vorfall vor 12 Jahren, als die Piraten angriffen?", antwortete ich mit eben solcher Gelassenheit. Er sagte nicht gleich etwas sondern wippe weiter rauchend in seinem Schaukelstuhl hin und her, dabei starrte er auf eine alte Seekarte, die auf dem Tisch lag: "Ja, ich weiß davon." Ich wartete einen Moment, ob er nicht doch noch etwas hinzufügte, bevor ich weiter fragte: "Erzählen Sie mir bitte davon." Mit einem kräftigen Zug von seiner Zigarre begann er: "Sie kamen mit drei Schiffen. Alle hatten sie drei Kanonen an Bord. Unaufhörlich feuerten sie auf den Hafen. Die Leute gerieten in Panik und versuchten in die Innenstadt zu fliehen. Ich bleib hier und hatte Glück nicht versenkt worden zu sein." Er schwieg wieder.
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