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 Shou's Abenteuerreise

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Luna42
Babylonier
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BeitragThema: Shou's Abenteuerreise   07.01.17 13:57

Version: 05.01.2009

1. Ein Morgen wie jeder andere

Ich öffnete die Augen. Wie jeden Morgen stieg mir bereits der Duft von frisch gebackenen Brötchen und heißem Kaffee in die Nase. Langsam erhob ich mich aus meinem Himmelbett mit den sechs weißen Kissen und den zwei super weichen Bettdecken. Ich ging ins Bad und machte mich fürs Frühstück fertig. Meine Eltern waren wie jeden Morgen bereits beim Frühstücken und unterhielten sich über meine Zukunft.

Mum: "Guten Morgen! Hast du gut geschlafen?"
Ich: "Morgen. Wie immer halt."
Dad: "Wir haben uns gerade über dich unterhalten."

Ach was ihr nicht sagt. Das ist doch jeden Morgen so.

Ich: "Und weiter?"

Ich machte mir ein Brötchen zurecht und biß ab.

Mum: "Du bist nun schon 19 Jahre alt."

Ach echt?

Dad: "Es wird Zeit, dass du dir eine geeignete Frau suchst."

Vor Schreck verschluckte ich mich an dem Brötchen und musste husten. Ich nahm mir ein Tuch und tupte meinen Mund ab.

Ich: "Was?"
Mum: "Wir waren in deinem Alter, als wir uns verlobten."
Ich: "Ich möchte aber noch nicht heiraten."
Dad: "Wir dachten an einen Ball hier im Hause."
Mum: "Mit vielen vornehmen Paaren und ihren Töchtern."
Ich: "Ihr könnt mich dazu nicht zwingen!"

Ich sprang auf und ging wieder auf mein Zimmer.

Was denken die sich eigentlich dabei? Ich und heiraten? Mir geht dieser ganze Mist mit diesen super reichen Familien sowieso auf den Geist. Wie ich die Leute beneide, die ein einfaches Leben führen. Sie können tun und lassen, was sie wollen. Abenteuer erleben, die Welt sehen und ich muss hier in einer riesigen Villa hausen mit allem Schnickschnack den man irgendwo auftreiben konnte. Was soll ich mit Gold, Diamanten und edler Seide, wenn ich nicht frei sein kann?

Der Butler kam ins Zimmer.

Butler: "Master Shou, ihre Eltern wünschen, dass sie zu gemeinsam zu Madam Monalie gehen."
Ich: "Ich mach mir fertig..."

Er ging wieder. Musste das jetzt echt sein? Mir bleibt ja auch nichts erspart.

2. Ein Besuch bei Monalie

Wir fuhren also zu Monalie. Sie ist auch 19 Jahre alt, so wie ich. Ihre Eltern sind fast so reich, wie wir, aber ich kann Monalie nicht ausstehen. Meine und ihre Eltern würden es natürlich am liebsten sehen, wenn wir ein Paar würden, aber nein! Niemals! Niemals nie! Kaum waren wir vor der Villa angekommen, ging es wieder los.

Mum: "Sitzt alles ordentlich?"

Schon fing sie wieder an, an mir herum zu zerren. Der Anzug ist sowieso grässlich, da ist nicht mehr zu retten, aber meine Mutter finden ihn natürlich schön. Mein Vater klopfte an der Tür und der Butler öffnete uns.

Butler: "Sie werden bereits erwartet."

Er führte uns herein. Monalies Mutter begrüsste uns und dann kam auch schon Monalie.

Monalie: "Oh Shou, du musst unbedingt mitkommen."

Und schon zog sie mich hinter sich her. Natürlich ging es in den begehbaren Kleiderschrank der Familie. Sie holte einen Hut hervor mit einer Feder und setzte ihn mir auf.

Monalie: "Das steht dir."

Ich schaute in den Spiegel und fragte mich, ob sie an Geschmacksverirrung litt. Ehe ich etwas sagen konnte holte sie weitere Hüte hervor, eine Jacken, Kravatten und sogar Schuhe. Alles musste schnell mal angelegt werden und jedes mal...

Monalie: "Das steht dir wirklich gut."

...dann ein Blick in den Spiegel und ich fragte mich, ob die Modedesigner Urlaub hatten. Als sie endlich damit fertig war, atmete ich auf.

Monalie: "Ich hab noch eine Idee."

Und schon zog sie mich wieder hinter sich her. Womit hatte ich das nur verdient!? Jetzt ging es in das Schmuckzimmer. Monalie holte einige Ketten hervor und hielt sie sich nach einander an den Hals.

Monalie: "Wie findest du die? Und die? Oder wie wäre es mit der?"

Eigentlich sahen die fast alle gleich aus. Golden, mit roten oder grünen Edelsteinen besetzt. Aber das konnte ich ja schlecht sagen.

Ich: "Sie sind alle wunderschön."
Monalie: "Ja schon, aber welche soll ich nehmen."
Ich: "Welche gefällt dir denn am besten?"
Monalie: "Ich mag sie alle."
Ich: "Dann nehm doch einfach die."

Ich hielt ihr irgendeine Kette entgegen, die ich schnell mal gepackt hatte.

Monalie: "Wirklich die?"
Ich: "Ja, sie sieht klasse aus."
Monalie: "Ok, dann mach ich sie um."

Monalie legte die Kette um und bestaunte sich Ewigkeiten im Spiegel. Sie packte mich schließlich wieder glücklich an der Hand und zog mich hinterher. Es ging an den vielen Gästezimmern vorbei ins Gemeinschaftszimmer, wo unsere Eltern auf uns warten.

Monalies Mum: "Wie ich sehe, hast du dich für eine Kette entschieden."
Monalie: "Shou hat sie für mich ausgesucht."
Monalies Mum: "Eine wunderbare Wahl."

Ach echt? Die sahen doch eh alle fast gleich aus.

Ich: "Sie hatte was."
Dad: "Natürlich, sie passt sehr zu dem wunderschönen Kleid."
Monalie: "Vielen Dank! Es wurde extra für mich designt."

Was auch sonst? Als wenn sie Massenprodukte kaufen würde. Die restliche Zeit dort lief ähnlich ab. Sinnlose, absolut überflüssige Gespräche und natürlich die Einladung zum Ball. Warum konnten sie denn nicht einfach ablehnen? Das würde sicherlich eines der schlimmsten Tage in meinem Leben werden, obwohl ich manchmal fragte, ob eine Steigerung noch möglich war.

3. Der Ball

Es war soweit. In einer Stunde würden die Gäste eintreffen. Ich war noch auf meinem Zimmer mich entsprechend ankleiden. Was für ein grausiger Tag das doch werden würde. Von unten rief meine Mutter.

Mum: "Die ersten Gäste werden sehr bald eintreffen. Bist du endlich fertig?"

Nein, war ich nicht und am Liebsten würde ich nie fertig werden. Als ich fertig war, setzte ich mich auf mein Bett und lass etwas. Ich wollte dem Geschehen so lange, wie nur irgendwie möglich aus dem Weg gehen. Von unten hörte ich, dass der Trubbel begann und sich alle im Ballsaal einfanden. Unser Butler betrat das Zimmer.

Butler: "Man erwartet sie."
Ich: "Ich komme schon."

Ich packte das Buch weg und ging nach unten. Als ich in den Ballsaal kam, hätte ich am Liebsten gleich wieder kehrt gemacht, aber das ging nicht. So viele reiche Paare mit ihren Töchtern. Meine Eltern hatten vielleicht blöde Einfälle. Nun gab es kein zurück mehr. Eine Tochter nach der anderen musste ich zum Tanz auffordern und diesen gräslichen Walzer tanzen. Meine Eltern liebten den Walzer. Schließlich musste ich auch mit Monalie tanzen.

Monalie: "Schau, ich trage die Kette, die du ausgesucht hast."
Ich: "Sehr schön."

Gut zu wissen, ich hätte sie nie wieder erkannt. Meine Eltern baten schließlich um Aufmerksamkeit.

Mum: "Wir sind noch einigen Gesprächen zu einem Schluss gekommen und möchten somit..."
Dad: "...die Verlobung von Monalie und Shou gekannt geben."

WAS!? Das konnte doch nicht sein!? Hatten meinen Eltern denn einen Schuss. Monalie strahlte übers ganze Gesicht.

Ich: "Entschuldige mich."

Ich lief aus dem Ballsaal heraus und ging auf mein Zimmer. Für mich war eines klar: Ich würde niemals Monalie hereiten. Ich packte einige Dinge, die für mich wichtig waren ein und eine Menge Geld. Dann schlich ich mich aus dem Haus und lief einfach drauf los. Ich wusste nicht wohin ich gehen würde, aber ich fühlte mich mit einem Schlag unheimlich frei.

4. Billig Leben

Die nächste Stadt war nicht weit und so ging ich dort hin. Die Klamotten waren viel zu teuer und elegant, also ging ich in einen ganz normalen Kleidungsladen. Wenn ich mit meinen Eltern in einen diesen super eleganten Kleidungsläden ging, kam immer gleich ein Schneider und nahm die Maße. Hier saß nur eine Frau an der Kasse, die gelangweilt in einer Zeitschrift blätterte. Das hieß wohl, ich müsste mir alleine was aussuchen. Ich wählte eine grüne Weste und ein paar Turnschuhe. An der Kasse angekommen, scannte sie die Preise ein und sagte den Gesamtpreis. So billig war das!? Warum meine Eltern nur immer so teuere Sachen kauften!? Ich zog mich dann auch gleich in der Kabine um und verließ den Laden. Draußen entsorgte ich meine alte Kleidung in einer Mülltonne. Jetzt sah ich also wie jemand von gemeinen Volk aus. Nun konnte meine Reise richtig los gehen. Da es jedoch schon recht spät war, suchte ich mir ein Hotel. Kein teures. Nein! Ein ziemlich runter gekommender Schuppen. Ich bekam ein Zimmer für eine Person. Das Bett war aus Holz und die Matratze war schon etwas grau und nicht sonderlich weich. Das Kissen hatte Löcher und schon einige Federn verloren und die Bettdecke war total rau und dünn. Aber es war ein Bett. Ich setzte mich rauf. Das Bett knarrte. Im Raum stand auch nicht viel mehr. Nur noch ein Holztisch mit dazugehörigen Stuhl. Der Fußboden hatte keinen Teppich, aber Holzdielen und war ziemlich eingestaubt. Ich musste über alles das lächeln. Es war so anders, aber wozu auch das teuere Zeug kaufen!?

Am nächsten Morgen war mir so langsam klar, warum man teure Zeug kaufen sollte. Mein Rücken war total verspannt. Ich streckte mich, doch bewirkte das nur einen kurzen stechenden Schmerz im Rücken. Naja, wahrscheinlich Gewöhnungssache. Ich frühstückte noch dort. Eine alte Weißbrotscheibe mit Käse und checkte dann aus. Draußen kaufte ich mir eine Zeitung und warf einen ersten Blick darauf. Vor Schreck hätte ich sie beinahe wieder fallen lassen, griff dann aber fest zu. Auf dem Titelblatt war ein Foto von mir mit der Schlagzeile "Milliardärsjunge nach Ballabend verschwunden". Ich lass den Artikel:

"Ein Ballabend unter den Reichen und Schönen. Doch kurz darauf verschwindet der Sohn Shou der Milliardärsfamilie Komori. Die Familie ist außer sich vor Sorge sowie auch seine Verlobte Monalie Garo. Die Polizei ermittelt, ein Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden. Bei Hinweisen an die örtliche Polizei wenden. Die Familie Komori hat eine Belohnung von 500.000 ausgesetzt für den jenigen, der ihnen ihren Sohn Shou zurück bringt."

Ja, übertreibt mal nicht. Euch müsste doch eigentlich klar sein, warum ich verschwunden bin oder seit ihr wirklich so verblendet!?

5. Im Wald

Ich feuerte die Zeitung verärgert Richtung Mülltonne und flog dann davon. Hoch über den Häusern hatte ich eine tolle Aussicht. Von dort entdeckte ich auch ein Waldstück auf das ich zu flog. Vorm Waldstück landete ich. Es wäre viel zu schade, wenn ich es einfach überfliegen würde. Obwohl das Fliegen etwas für sich hatte. Ich habe es früher schon immer heimlich gemacht. Meine Eltern meinten ja immer, das gehört sich nicht. Wozu habe ich dann die Flügel!? Ich betratt den Wald. Er war sehr dunkel. Die Gräser raschelten, Zweige knackten unter meinen Schuhen, der Wind zog leicht durch die Äste und einige Vögel sangen ihre Lieder. Ich hatte noch nie einen Wald betreten. Es hieß immer, das Risiko ist zu groß, dass man sich verläuft. Nun würde ich ja sehen, ob ich mich verlaufe. Immer weiter ging ich in den Wald. Es gab keinen Trampelpfad, jedenfalls hatte ich noch keinen gesehen. Zwischen dem Blätterdach kam an einigen Stellen etwas Licht durch. Zum Glück konnte ich im Dunkeln gut sehen. Eine ganze Weile lief ich so ruhig durch den Wald bis mir die Füße schmerzten und ich mich etwas hinsetzte.

Nach einiger Zeit schreckte ich auf. Ich musste eingeschlafen sein. Nun aber nichts wie weiter. Ich stand auf und ging wieder weiter. Mein Magen knurrte. Gut, an Essen hatte ich nun nicht gedacht. Ziemlich dumm. Half ja nichts. Plötzlich tauchte ein großer Schatten zwischen den Bäumen auf. Ich schreckte auf, stolperte nach hinten über eine Wurzel und der Boden krachte unter mir weg. Ich schrie. Der Aufprall war hart, aber es hatte nur meinen Hintern erwischt. Ich rappelte mich wieder auf. Es schien eine Falle zu sein, aber für wen!? Ich wollte gerade wieder nach oben fliegen, als jemand herunter schaute.

6. Ab ins Dorf

Von oben hörte ich eine männliche Stimme.

"Wer ist da?"
Ich: "Ich bin Shou the Bat"

Ob es ein fehler war, meinen richtigen Namen zu nennen?

Stimme: "Was machst du hier?"
Ich: "Ich hab mich verirrt."
Stimme: "Ok, ich führe dich aus dem Wald."

Ich flog nach oben. Vor mir Stand ein Wolf.

Wolf: "Ich bin hier der Förster. Die Falle habe ich aufgestellt, um Wilderer abzuhalten."
Ich: "Verstehe."
Förster: "Ich führe dich raus."
Ich: "Danke."

Er führte mich aus dem Wald. Ich hatte immer noch hunger und flog los, um in ein neues Wohngebiet zu kommen. Bald fand ich ein Dorf indem ich halt machte. Dort kaufte ich mir etwas zu essen. Bis jetzt hatte mich niemand erkannt. Was so ein paar Klamotten ausrichten konnten!?

Ich hörte plötzlich Polizeisirenen. Meine Neugier packte mich und ich schaute mir das genauer an. Scheinbar war jemand in das Museum eingebrochen. Ich hörte aufmerksam zu und konnte entnehmen, dass es sich um einen Juwellendiebstahl handelte. Die Polizisten suchten die Gegend ab. Ich ging weiter und schaute mich etwas im Dorf um.

7. Rouge the Bat

Ich sah über die Häuserdächer etwas fliegen und flog selbst hinterher.

Ich: "Hey!"

Sie drehte sich um. Ich war so fasziniert von ihr. Sie war wunderschön, geheimnisvoll und unheimlich elegant. Auf keinen Fall dürfte ich sie aus den Augen verlieren.

Ich: "Warte mal! Wer bist du?"

Doch sie flog nur weiter davon. Ich folgte ihr durch das ganze Dorf und schließlich landete sie etwas weiter entfernt.

Rouge: "Hör auf mir zu folgen."
Ich: "Ich bin Shou und wer bist du?"
Rouge: "Rouge the Bat, mein Hübscher."

Ihr Ton war auf einen Schlag ganz anders. "Mein Hübscher" wie schön das klang. Ob sie mich mochte!?

Ich: "Wo willst du hin?"
Rouge: "Ich will mir meine Edelsteine zurück holen."
Ich: "Hast du sie verliehen?"
Rouge: "Kommst du mit?"
Ich: "Sehr gerne."

Sie flog wieder los und ich ihr hinterher. Hatte ich mich gerade tatsächlich verliebt!? Unglaublich. Wer sie wohl war. Rouge, Rouge the Bat... sagt mir gar nichts.
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BeitragThema: Re: Shou's Abenteuerreise   07.01.17 14:00

8. Rouge's Edelsteine

Den ganzen Weg fragte ich mich, wo wir wir wohl hinflogen. Sie sagte nichts und ich tat es ihr gleich und schwieg. Nur ab und zu schaute sie nach hinten, um zu sehen, ob ich noch da war. Nach einer ganzen Weile landeten wir auf dem Dach eines Hauses in einer mir unbekannten Stadt.

Rouge: "Siehst du das Haus dort?"

Ich nickte.

Rouge: "Dort sind meine Edelsteine."
Ich: "Ok, dann gehen wir sie doch holen."

Sie hielt mich zurück.

Rouge: "Übers Dach."
Ich: "Wieso das?"
Rouge: "Keine Zeit es dir zu erklären. Mach es einfach, mein Hübscher."

Sie flog los und ich ihr wieder hinter her. Durch ein offenes Fenster im Dach stiegen wir in das Haus ein. Sie wusste genau, wo sie hin musste. Wieso auch nicht!? Waren ja ihre Edelsteine. Wir kamen zum Safe und sie tippte schnell den richtigen Code ein und schnappte sich alles, was drin war. Mir schenkte sie eine silberene Kette mit einem Dolch als Anhänger. Dann verschwanden wir wieder aus dem Haus und liefen ein Stück durch die Stadt. Dann blieb sie stehen.

Rouge: "Danke mein Hübscher. Warte hier auf mich."

Sie flog davon. Ich setzte mich auf eine Treppenstufe an einem Haus. Nach einiger Zeit hörte ich Polizeisirenen. Viele Polizisten liefen durch die Stadt. Zwei davon blieben schließlich vor mir stehen.

Polizist: "Wenn das nicht einer unserer Diebe ist."
Ich: "Was?"
Polizist: "Du bist vorläufig festgenommen."

Sie legten mir Handschellen an und führten mich ab. Die Kette nahmen sie mir auch ab. Hatte Rouge mich etwa reingelegt!? Auf der Polizeiwache vernahmen sie mich. Immer wieder beteuerte ich, dass ich nicht gewusst hatte, das die Edelsteine und der Schmuck nicht ihr gehörten. Die beiden Polizisten, die mich festgenommen hatten, rieben sich schon die Hände. Sie freuten sich sicherlich unheimlich über die Belohnung, die sie bei meinen Eltern abstauen könnten. Da hab ich mich ja in eine tolle Situation gebracht. Sie sperrten mich in eine Einzelzelle. Eine Ewigkeit verging. Ich dachte schon, ich würde wahnsinnig werden. Dann hörte ich einen Polizisten kommen.

Polizist: "Deine Eltern kommen für den entstandenen Schaden auf somit bist du frei. Allerdings fahren wir dich nun sofort nach Hause."

Na ganz toll. Ich nickte nur stumm ab und folgte dem Polizisten.

9. Zurück Daheim

Als ich zu Hause ankam, regelten meine Eltern erst mal das mit der Belohnung. Ich sollte im Wohnzimmer warten. Ich setzte mich auf das Sofa und wartete. Vielleicht würden meine Eltern durch dieses Erlebnis verstehen, wie ich zu der Verlobung stand. Sie kamen nach oben und setzten sich zu mir.

Mum: "Was hast du dir nur dabei gedacht?"
Ich: "Ich wollte nicht stehlen. Da war dieses Fledermausmädchen und..."
Dad: "Die Geschichte kennen wir schon. Dein Verhalten war unmöglich. Wie stehen wir denn jetzt da?"
Ich: "Ist euch nur das wichtig?"
Mum: "Nein, natürlich nicht, aber du musst dich zusammen reißen."
Dad: "Und diese schäbigen Klamotten. Die ganze Welt wird sich den Mund zerreißen."
Ich: "Sollen sie doch denken, was sie wollen."
Dad: "Das will ich nicht gehört haben."
Mum: "Am besten wir versuchen das Ganze zu vergessen und kümmern uns um die Hochzeit."
Ich: "Was? Ich werde niemals dieser Heirat zustimmen! NIEMALS! HÖRT IHR?"
Dad: "Ich verbitte mir diesen Ton. Geh auf dein Zimmer und zieh dir verdammt noch mal was vernünpftiges an."
Ich: "Es ist euch völlig egal, was ich fühle. Wie es mir geht."

Ich sprang auf und ging die Tür knallend auf mein Zimmer. Warum konnten sie mich nicht verstehen!? Es war ihnen völlig egal, wie es mir ging. Hauptsache ihr Ansehen wächst. Ich warf mich wütend aufs Bett und überlegte, was ich jetzt am besten tun sollte. Wenn ich hier bleibe, dann werden sie mich zu dieser Heirat zwingen und wenn ich gehe, lande ich vllt wieder hier und dann mit noch mehr Ärger. Aber was ist mit Rouge!? Sie ging mir nicht aus dem Kopf. Warum hatte sie das getan!?

10. Beginn einer Suche

Spät am Abend, als es ganz ruhig war, beschloss ich mich wieder aus dem Haus zu schleichen. Allerdings stand vor meinem Zimmer ein Wachposten, also öffnete ich das Fenster und flog davon. Ich musste unbedingt Rouge finden. Warum nur hatte sie das getan? Ich brauchte Antworten.

In einer Stadt landete ich und hörte mich etwas um, aber es war nichts zu hören von Edelsteindieben oder ähnlichem. Allerdings erntete ich Spott. Durch diesen Vorfall war ich bekannt wie noch nie. Es war ganz schön nervig. Ich konnte nicht durch die Straße gehen ohne von allen Seiten beobachtet zu werden. Einige flüsterten, andere sagten offen, was sie dachten und ernteten mit ihren Bemerkungen eine Menge Gelächter. Schließlich ertrug ich es nicht mehr und flog davon. Und das hatte ich nur Rouge zu verdanken. Trotzdem konnte ich ihr nicht wirklich böse sein. Ich musste sie unbedingt finden.

Mitten in einigen Weizenfeldern machte ich eine Pause und schlief schließlich ein. Erst als der Morgen graute, wachte ich auf. Ich rappelte mich auf und lief durch das Weizenfeld.
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BeitragThema: Re: Shou's Abenteuerreise   07.01.17 14:02

11. Ein Wanderer

Das Weizenfeld schien überhaupt kein Ende zu haben. Immer weiter lief ich und doch war kein Ende in Sicht. Ich hatte keine Lust mehr zu Laufen, fühlte mich aber zum Fliegen zu müde, also mussten meine Füße mich wohl oder übel weiter tragen. Wo könnte ich Rouge nur finden!? Wenn das mit den Edelsteinen kein Zufall war, dann würde sie sicherlich Museen und reiche Leute aufsuchen. Die Frage war nur wo und wann!? Als ich nach einer Ewigkeit auf einem Feldweg landete, war ich doch um einiges erleichtert. Ich lief den Weg weiter entlang und traff schließlich auf einen Wanderer.

Wanderer: "Warte mal, du bist du Shou oder?"

Ich holte tief und versuchte freundlich zu klingen.

Ich: "Ja, der bin ich."
Wanderer: "Das so ein reicher Schnösel auch noch zum Dieb werden muss. Unfassbar. Wie kann man nur so gierig sein."

Es würde jetzt eh nichts bringen, wenn ich es abstreite.

Ich: "Ja, ja."
Wanderer: "Unverschämter Lümmel. Dich hätten sie mal einbuchten sollen."

Ich ignorierte ihn einfach und ging weiter. Doch er folgte mir und ließ nicht locker.

Wanderer: "Die reichen Leute meinen immer, sie können sich alles erlauben, aber das ist nicht so. Ich lasse mir das nicht gefallen. Und wenn du jetzt wieder auf Raubzug gehen willst, kannst du das vergessen. Ich behalte dich im Auge."

Konnte der nicht einfach verschwinden. Es gibt doch so viele schöne Hobbys, denen er sicherlich nachgehen könnte. Warum muss er mich nerven!?

Wanderer: "Hörst du mir überhaupt zu? Kein Respekt mehr die Jugend von heute."

Mir ging das unheimlich auf die Nerven und so entschloss ich mich doch zum fliegen. Sehr bald war er außer Sichtweite. Ich sah nun auch ein Dorf. So weit war es gar nicht mehr. Hoffentlich waren die Leute dort nicht alle so.

12. Vom Pech verfolgt

Als ich in dem Dorf landete begannen die Leute überall zu Tuscheln. Einige zeigten dabei sogar auf mich. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Alle dachten "Shou, der reiche Dieb" oder "Shou, der verzogene Milliardärssohn". Wie lange könnte ich das noch ertragen. Ich musste unbedingt Rouge finden, aber wo sollte ich da bloß anfangen zu suchen. Sie war sicherlich keine Anfängerin auf dem Gebiet und verdammt gerissen, aber auch so... so wunderschön. Was zog mich nur so an ihr an? Ich muss sie unbedingt wieder sehen, um sie zur Rede zu stellen und... und sie besser kennen zu lernen? Ich fragte mich langsam, ob ich den Verstand verlor. So versunken in meinen Gedanken bemerkte ich nicht, dass ein kräftiger Kater sich mir in den Weg stellte. Ich schrack auf, als ich fast gegen knallte.

Ich: "Verzeihung..."
Kater: "Wenn das nicht mal der reiche Dieb aus den Nachrichten ist. Werfen deine Eltern etwa nicht mehr genug ab?"

Die Leute fingen an zu Lachen. Ich versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, doch er ließ mich nicht vorbei.

Kater: "Wo willst du denn hin? Den nächsten armen Bürger ausrauben?"

Was sollte ich denn jetzt tun? Egal, was ich sagen würde... er würde es so hindrehen, wie es ihm gefällt. Aus lauter Verzweiflung trat ich ihm ins Schienbein und rannte erst ein Stück und flog dann erneut los. Ich war so müde und erschöpft vom Fliegen. Irgendwo musste ich doch ungestört Pause machen können... Was hatte ich mir da nur eingehandelt? Rouge, wo bist du nur? Als ob sie mir helfen würde. Ich träumte davon sie wieder zu sehen, in ihre wunderschönen grünen Augen zu blicken und sie in den Arm zu nehmen. Unsanft wurde ich aus meinen Träumen gerissen, als ich mit der rechten Seite auf den Boden knallte. Mein Flügel schmerzte. Ich rapellte mich auf und spannte die Flügel, um wieder in die Luft zu starten. Doch es tat zu sehr weh. So konnte ich nicht fliegen. Wo war ich hier eigentlich hin geflogen? Ich blickte zurück und erkannte noch die Umrisse des Dorfes in der Ferne. Um mich herum nichts eine weite, grüne Wiese. Ich hatte vllt ein Pech heute. Also lief ich weiter über die Wiese und hoffte irgendwo anzukommen. Am besten an einen Ort, wo die Leute keine Nachrichten kannten. Wie unwahrscheinlich das doch war. Ich klopfte mir selbst auf den Kopf.

Ich: "Shou, du bist ein Idiot!"

Jetzt begann ich schon mit mir selbst zu reden. Was bin ich doch für ein hoffnungsloser Fall.

13. Das Glück kehrt zurück

Ich lief Ewigkeiten weiter. Mir schmerzten die Füße und ich hatte langsam wirklich richtigen Durst. Vor mir sah ich wieder einen Wald. Ich ging drauf zu und hoffte mich nicht wieder zu verlaufen. Ein Stück im Wald drinnen, fand ich sogar einen kleinen Fluss der mitten hindurch floss. Was für ein Glück. Ich trank aus dem Fluss und beschloss erst mal Pause zu machen. Die Ruhe war sehr angenehm. Nur das Plätschern des Flusses, das Zwitschern der Vögel und knistern der Blätter im Wind war zu hören. Ich lehnte mich gegen einen Baum und schloss die Augen. Ich musste eingeschlafen sein, denn eine Stimme riss mich aus dem Schlaf.

Stimme: „Hey, was machst du hier?“
Ich: „Was?... Ich… ähm… ich bin auf der Durchreise.“

Vor mir stand eine dunkel-blaue Fledermaus. Er schaute mich nachdenklich an.

Fledermaus: „Du siehst nicht so aus, als ob du viel Ahnung vom Überleben in der Wildnis hättest.“
Ich: „Nun ja, das habe ich auch nicht.“

Er lachte laut und reichte mir die Hand.

Fledermaus: „Ich bin Ronin und wer bist du?“

Ich nahm die Hand und war verdammt froh, endlich jemand gefunden zu haben, der mich nicht auf Anhieb erkannte.

Ich: „Ich bin Shou.“
Ronin: „Shou, ich glaub, du könntest etwas Hilfe gebrauchen. Ich könnte dich unterrichten, wenn du willst.“
Ich: „Unterrichten? In was?“

Er lachte wieder. Ich stand nun endlich auf, um mit ihm auf gleicher Höhe zu stehen. Viel älter als ich konnte er nicht sein.

Ronin: „Na darin hier draußen zu überleben. Was man essen kann, wie man sich verteidigt… halt alles so was. Was hälst du danvon?“

Ich war begeistert und es war mir sicherlich auch an zusehen.

Ich: „Das wäre wirklich klasse. Vielen Dank.“

Zwar würde ich so meine Suche unterbrechen müssen, aber so konnte es auch nicht weiter gehen. Ronin deutete mir, dass ich ihm folgen sollte. Wir liefen den Flussflusslauf nach bis wir an eine kleine Hütte kamen.

Ronin: „Hier wohne ich, jedenfalls die meiste Zeit.“

Es war ein bescheidenes kleines Holzhaus. Das Dach war bereits mit Moos überwachsen. Als er die Tür öffnete knarrte sie etwas. Das Haus hatte nur ein Zimmer, ein Bad und eine Küche. Er erklärte mir den Gasherd und dass das Wasser etwas brauchte, bis es warm wurde. Schlafen durfte ich auf einem Sofa. Er selbst hatte ein Bett, bei dem ich mir nicht ganz sicher war, ob es nicht jeden Moment zusammen brechen würde. Das Holz schien doch schon etwas alt zu sein.

Ich: „Wie lange lebst du hier schon?“
Ronin: „10 Jahre. Anfangs noch mit meinem Meister zusammen. Er hat mir die Hütte überlassen.“

Er hatte einen Meister? Da bin ich ja mal gespannt, was er mir so beibringen wird. Hoffentlich dauert es nicht zu lang. Schließlich musste ich doch noch Rouge finden, obwohl ich ja bis jetzt auch keinen einzigen Anhaltspunkte hatte, wo sie sein könnte.

14. Giftig und Ungiftig

Schon früh am Morgen begann die erste Lektion. Kaum war die Sonne aufgegangen weckte mich Ronin auch schon. Nicht mal Zeit mich frisch zu machen gab er mir. Er nahmen einfach einen Eimer kaltes Wasser und kippte es mir über den Kopf. Zum Frühstück drückte er mir einen Weißbrotkanten und ein Glas Wasser in die Hand. Ich aß schnell auf und trank das Glas mit einem Zug aus. Schon ging es auch los mitten in den Wald hinein. Auf einer kleinen Lichtung blieben wir stehen.

Ronin: "Zuerst ein mal, was kannst du?"
Ich: "Gar nichts."

Ronin flückte ein paar Beeren von einem Busch.

Ronin: "Die kann man essen, aber es gibt auch welche, die sich bauschig anfühlen... die sind giftig."
Ich: "Den Unterschied kann man nur fühlen?"
Ronin: "Ja, das kann man nur fühlen."

Er gab mir die Beeren in die Hand. Sie waren ganz glatt. Er zeigte mir noch einige Kräuter, verschiedene Beeren und sogar einige Pilze. Oft lag giftig und nicht giftig sehr nah beeinander. Da musste ich wirklich gut aufpassen. Einiges konnte tötlich sein, andere hatten nur sehr unangenehme Nebeneffekte. Meine Füße wurden langsam müde und wir rasteten unter einem Baum.

Ronin: "Warum bist du allein hier draußen?"
Ich: "Habs Zuhause nicht mehr ausgehalten."
Ronin: "Verstehe! So hab ich auch mal angefangen, als Ausreißer."

Er lachte laut darüber.

Ronin: "Bereust du deine Entscheidung?"
Ich: "Nein, sicher nicht."
Ronin: "Das ist gut. Nur wenn du dir sicher bist, macht das hier einen Sinn."
Ich: "Fühlst du dich nicht einsam hier draußen?"
Ronin: "Es kommen immer mal Wanderer vorbei oder jemand der sich verläuft, so wie du."
Ich: "Trotzdem recht einsam oder nicht?"
Ronin: "Ja, manchmal schon. Aber zuviel Gesellschaft ist mir auch nichts."
Ich: "Danke noch mal."
Ronin: "Wofür?"
Ich: "Das du dir die Zeit für mich nimmst."
Ronin: "Ich habe zu danken, dass du für ein wenig Abwechslung sorgst."

Wir lachten. Es war wirklich ein schöner Tag und sicherlich würde ich bald gut mit dem giftig und nicht giftig zurecht kommen.

15. Wer ist eigentlich Ronin?

Ronin und ich wurden gute Freunde und bald kannte ich den Wald in und auswendig. Ich wusste über jede Pflanze und jedes Tier bescheid. Ich konnte mir Fische fangen mit einem einfachen Stock, einer Schnur einem Köder aus einem Stück Wurzel. Außerdem konnte ich mich von Beeren und Pilzen ernähren ohne mich zu vergiften. Sogar ein Feuer konnte ich entfachen und mir aus Moos und ein paar Blättern ein Nachtlager errichten. Eigentlich war ich nun für das Leben hier draußen gerüstet. Es war inzwischen ein ganzer Monat vergangen. Ich fragte mich langsam, was die Zeitungen wohl schrieben, ob meine Eltern wieder eine Belohnung ausgesetzt hatten und ob die Leute sich immer noch ihre Münder über mich zerfetzten. Ronins Ausdrucksweise war viel lockerer und daran hatte ich mich auch gewöhnt. Ich glaube, ich fing sogar selbst an so zu reden. Gerade hatte ich etwas Zeit für mich und ruhte mich einfach nur an einem Baum gelehnt aus. Wo Ronin gerade war, wusste ich nicht, aber das wusste ich oft nicht. Er war manchmal sehr geheimnisvoll. Vor kurzem erst, war er ganze drei Tage weg und ich musste mich alleine durchschlagen, was mir aber keine Schwierigkeiten mehr bereitete. Trotzdem wüsste ich gerne, was er so trieb. Ich erinnerte mich daran, dass er mal gesagt hatte, dass er die meiste Zeit hier wohnte und wo lebte er, wenn er nicht hier war? Eigentlich wusste ich über Ronin nicht wirklich etwas. Er hatte mir viel beigebracht und ich hatte ihm alles über mich erzählt, jedoch sagte er so gut wie nie etwas über sich. Ich wusste nur, dass er auch ein Ausreiser gewesen war und sein Meister ihm das Leben hier draußen ermöglicht hatte sowie ihm Kampfsport beigebracht hatte. Was genau das für ein Kampfsport war, hatte er jedoch nicht erleutert. Ich hatte auch nicht weiter nachgefragt. Vielleicht sollte ich das!? Schließlich kannten wir uns nun schon einen Monat und irgendwie war er mir noch immer ein Fremder, auf eine gewisse Art und Weise.

Ronin: "Shou!"

Ich schreckte auf, so sehr war ich in meinen Gedanken versunken. Sollte ich ihn jetzt wirklich fragen? Würde er mir überhaupt darauf eine Antwort geben? Er kam durch die dicht aneinander stehenden Bäume herangeflogen. Etwas, was ich immernoch sehr bewunderte und mich fragte, wie er das schaffte ohne gegen einen Baum zu fliegen oder mit den Flügeln an den Ästen hängen zu bleiben. Ich stand auf und Ronin landete vor mir.

Ronin: "Was ist los, Shou? Hast du geträumt? Von deiner geliebten Rouge?"
Ich: "Hör auf dich darüber lustig zu machen. Ich find das nicht komisch."
Ronin: "Sind wir heute empfindlich?"

Er grinste dabei breit und eigentlich wusste ich genau, dass er mich nur provozieren wollte, aber ich ließ mich wie immer darauf ein. Ich konnte gar nicht anders.

Ich: "Ich bin nicht empfindlich. Du ärgerst mich doch absichtlich."
Ronin: "Das würde ich nie tun."

Ronin begann zu lachen und schließlich musste auch ich darüber lächeln. Es war dumm und absolut kindisch, was wir hier machten, aber irgendwie machte es auch einen riesen Spaß. Diese kleinen Streitereien hielten uns bei Laune. Was sollte man auch sonst groß in diesem Wald machen? Hier lebte niemand, außer uns. Aber ich wurde wieder ernst und nahm allen Mut zusammen, um ihn nun nach seinem Leben auszufragen.

Ich: "Ronin... wie soll ich sagen... eigentlich weiß ich ja kaum etwas über dich und da wollte ich..."

Er unterbrach mich und schlenderte über den Waldboden.

Ronin: "Du möchtest mehr über mich erfahren. Wissen, wo ich mich so rumtreibe."
Ich: "Ja, das frage ich mich schon länger."
Ronin: "Nun, ich werde es dir erzählen."

Nun sah er hinauf zu den Baumwipfeln und begann Gedankenversunken zu erzählen.

Ronin: "Ich war noch jünger als du, als ich hier her kam. Gerade mal 13. Meine Eltern wollten mich auf Internat schicken, doch ich nicht. Dann bin ich abgehauen und schließlich hier gelandet. Mein Meister kümmerte sich dann um mich, brauchte mir alles bei, was ich auch dir beigebracht habe. Sein Vertrauen wuchs und schließlich brachte er mir eine alte Kampftechnik bei. Eine Technik, die normaler Weise nur in seiner Familie von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Jedoch konnte er sie an niemanden weiter geben und da ich inzwischen fast wie ein Sohn für ihn war, begann er mir das Andabata beizubringen. Zuerst brachte er mir das Verteidigen und den normalen Faustkampf sowie das Kämpfen mit den Beinen und Füssen bei. Doch das Andabata war etwas ganz besonders. Man erfasst sein Ziel und seine Umgebung nicht mit den Augen oder fühlt sie mit den Händen oder gar mit den Füßen, man spürt sie."

Ich fühlte mich total überrumpelt. Wie sollte das gehen? Man konnte doch seine Umgebung nicht einfach so spüren oder gar sein Ziel? Ich konnte das nicht glauben, aber es würde erklären, warum er so perfekt zwischen den Bäumen umher fliegen konnte. Nach kurzem Schweigen setzte er fort.

Ronin: "Außerdem fragst du dich sicher, wo ich immer hin gehe. Nun ich handle mit einigen Leuten aus der Stadt. Ich bringe ihnen Früchte und Beeren aus dem Wald oder sogar Holz und erhalte dafür Brot und andere Lebensmittel."

Eigentlich hing ich noch immer an dem Andabata fest, aber zugehört hatte ich ihm und nickte zustimmend. Er lächelte und ging wieder auf mich zu. Sein Blick war fest auf mich gerichtet und er packte mich an den Schultern.

Ronin: "Ich habe dir das alles erzählt, weil ich denke, dass du das Andabata meistern kannst. Ich werde es dir beibringen."
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Shou's Abenteuerreise
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