StartseitePortalSuchenMitgliederAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 Der Engel des Todes

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Luna42
Babylonier
Babylonier
avatar

Punkte : 1564
Anmeldedatum : 04.01.17
Alter : 32

BeitragThema: Der Engel des Todes   07.01.17 12:47

Version: 30.09.2009

-1-

Früher war mein Name für mich einfach nur ein Name, jedoch hat sich das geändert. Ich heiße Amando, Amando the Fossa. In meinem Leben habe ich immer alles bekommen, was ich wollte. Auf den großen Feiern badete ich in der Menge, plauschte mit Freunden und zeigte mich von meiner besten Seite vor unseren Gästen. Meine Eltern waren sehr stolz auf mich. Ich hatte auch noch einen kleinere Schwester. Sie war der Sonnenschein der Familie. So wunderschön und niedlich. Niemand konnte ihr wiederstehen. Was sie wollte, bekam sie auch. Doch unsere Familie hatte auch Feinde. Sie wollten an unser Geld, unseren guten Status zerstören, aber es gelang ihnen nicht. Wir hatten viel Wachpersonal und eine große Gefolgschaft an Dienern. Niemand von uns hätte gedacht, das diese treue Gefolgschaft uns verraten könnten. Sie ließen die Gruppe von Angreifern einfach ins Haus und machten sich selbst aus dem Staub. Wir schliefen alle bis ein Schrei ertönte. Der Schrei meiner kleinen Schwester, jedoch verstummte er schnell. Dann brachen sie in mein Zimmer ein, zerrten mich aus dem Bett und schafften mich ins Wohnzimmer. Dort fesselten sie mich an einen Stuhl mit den Händen auf den Lehnen. Ich konnte mich nicht von der Stelle rühren. Meine Mutter und meinen Vater brachten sie auf die gleiche Weise hinunter. Zuletzt schleppten sie meine kleine Schwester herunter. Sie war tot und voller Blut. Ich war mir 100%ig sicher, dass sie bereits tot war. Sie schmissen sie einfach auf den Teppich vor unsere Füße. Der Schock saß tief. Ich konnte mich nicht rühren, wagte es kaum zu atmen. Eins wusste ich genau: Ich wollte nicht sterben. Die Angreifer lachten laut. Ich hörte das Schlurzen meiner Mutter, drehte mich jedoch nicht zu ihr um. Mein Vater schrie irgendetwas, aber ich nahm nicht mehr war was. Mein Blick war auf meine kleine, süße Schwester gerichtet. Auf das viele Blut auf ihrem kleinen Körper, dass nun langsam über den weißen Teppich ran. Einer der Angreifer bewegte sich auf meinen Vater zu. Ich sah nicht auf. Ein Hieb mit dem Schwert folgte, ein stumpfter Klang folgte und dann fiel etwas auf den Boden. Endlich sah ich auf. Sah zu meinem Vater. Sein Kopf, sein Kopf war nicht mehr auf seinen Schultern. Er lag auf dem Boden und starrte leer ins Nichts. Ich schrie voller Panik. Noch immer konnte ich das starke Schlurzen meiner Mutter hören. Die Angreifer lachten. Einer von ihnen hob den Kopf hoch und begann ihn immer wieder in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen. Das Blut verteilte sich auf dem ganzen Teppich und auch auf der Kleidung des Werfers. Dann warf er den Kopf auf den Schoss meiner Mutter. Sie starrte ihn entsetzt an. Mir hatten sie einen starken Schlag verpasst, damit ich aufhörte zu schreien. Ich weinte. Was hätte ich sonst auch noch tun sollen? Die Gruppe versammelte sich rund herum um meine Mutter. Sie zogen alle ihre Schwerter und stachen dann alle zugleich zu, zogen die Klinge wieder heraus und senkten sie wieder in ihren Körper. Soviel Blut! Die Geräusche, wie das Fleisch geschnitten wurde. Ich hielt für einige Sekunden die Luft an. Sie ließen von ihr ab. Da hing sie im Stuhl, in einer völlig unnatürlichen Haltung, blutüberströmt und tot. Ich wusste, ich wäre der nächste. Sterben würde ich, sterben. Ich wollte nicht sterben. Das durfte einfach nicht das Ende sein. "Nein! Nein! Nein, nein, nein", jammerte ich. Sie grinsten breit und lachten mich aus. Meine Hilflosigkeit und Verzweiflung schien ihnen zu gefallen. Sie schnitten mir erst die Brust ganz langsam auf. Die Klinge glitt durch mein Fleisch. Ich schrie vor Schmerzen. Dann schnitten sie mir die Pulsadern auf und mit einem kleinen Messer auch noch den Hals. Das Blut spritze und floss unkontrolliert aus meinem Körper. Meine Tränen rannen, ich glaube, ich gab Klagelaute von mir. Dann wurde mir schwarz vor Augen. Jedoch hielt dieser Zustand nicht lange an. Leicht fühlte ich mich und mir wurde schnell klar, was geschah. Meine Seele löste sich von meinem Körper, um ins Totenreich einzutreten. Das durfte einfach nicht passieren. Ich zwang mich in meinem Körper zu bleiben. Nicht davon zu schweben. Klammerte mich an den Gedanken weiter leben zu wollen. Ich weiß nicht, wie lange ich darum kämpfte, aber dann fühlte ich mich schwer und alles wurde wieder ganz schwarz, ruhig und greifbar. Ja, ich spürte etwas an meinen Armen. Es waren die Fesseln. Ich lebte noch, aber wenn nicht bald ein Arzt hier auftauchen würde, wärs das auch für mich.

-2-

Ich konnte meine Fesseln nicht lösen, egal wie sehr ich es versuchte. Seltsamer Weise spürte ich keine Schmerzen, sicherlich stand ich unter Schock. Als die Sonne schon hoch am Himmel stand, hörte ich endlich jemanden am Eingang. Es waren unsere Diener und Wachen, die zurück ins Haus kamen. Einige der Wachen betraten das Zimmer, indem meine Familie hingerichtet worden war und ich noch immer gefesselt auf einem Stuhl auf Hilfe wartete. "Der lebt ja noch", plusterte sich einer der Wachen auf. Ein weiterer zog seine Pistole und schoss ein paar Mal damit in meine Brust. Die Wucht des Schusses ließ mich jedes Mal aufkeuchen, doch spürte ich keinen Schmerz. Trotzdem wusste ich, dass mich das töten würde. Sie lachten laut und als die Pistole leer war und ich immer noch atmete und sie verzweifelt ansah, verstummten sie. Ich fragte mich selbst, wie es möglich war, dass ich noch lebte. Soviele Wunden, soviel Blut und meine Brust war zerfetzt. Einer der Wachen rührte sich nun und ergriff panisch die Flucht. Die anderen folgten ihn genauso panisch. Einer von ihnen rief: "Ein Dämon, ein Dämon." War ich das wirklich? Ein Dämon? Das konnte nicht sein. Ich wusste nicht weiter, zog wie verrückt an meinen Fesseln und sie lösten sich. Ich sprang auf und rannte aus dem Haus. Ich wusste nicht wohin. Die Leute, an denen ich vorbei kam, schrieen auf, fielen in Ohnmacht und blieben geschockt stehen. Ich schloss die Augen und rannte weiter und weiter bis ich aus der Stadt heraus kam. Dort ließ ich mich schließlich ins Gras fallen und weinte ungehemmt. Was sollte jetzt nur aus mir werden? Ich war doch nicht tot, aber scheinbar auch nicht lebendig. Was in aller Welt war passiert? Ich sah mich an und bemerkte, dass sich die Wunden langsam zu schließen begannen. Einen Arzt würde ich also nicht brauchen, aber mit diesen blutbefleckten Sachen konnte ich unmöglich wieder in die Stadt gehen. Doch wo sollte ich neue Kleidung herbekommen? Es erschien mir auf einmal alles so kompliziert. Vllt sollte ich doch zu einem Arzt gehen. Der könnte mir doch sicher weiter helfen. Ich lebte und ein Arzt könnte mir sicher sagen, warum.

-3-

Meine Wunden hatten sich inzwischen verschlossen. Immer wieder sah ich an mir herunter. Wie war das nur möglich und das viele Blut... ich hätte verbluten müssen. Ok, ich lebe, ich atme und ich sollte einen Arzt aufsuchen... ja, das wäre das vernünftigste. Ich fasste mir an den Kopf und strich meine Hände über die Stirn, in der Hoffnung einen klaren Kopf bewahren zu können. Ich musste wieder an meine Eltern denken und die Tränen drohten mir zu kommen, doch ich ließ sie nicht. Ich biss mir selbst auf die Unterlippe und ging langsam zurück in die Stadt. Irgendwer musste mir helfen. Als ich am Standrand ankam, sahen mich die Leute wieder entsetzt an. Ich ging zu einem älteren Herren und bat ihn um Hilfe. Nachdem er sich einiger Maßen von seinem Schock erholt hatte, ließ er einen Krankenwagen rufen. Ich sollte mich solange hinsetzen, was ich auch tat. Als der Krankenwagen eintraf, ging alles ziemlich schnell. "Wo sind sie verletzt? Ist das alles ihr Blut? Was ist passiert?", rasselter einer der Sanitäter herunter. Ich antworte wahrheitsgemäß: "Ich weiß nicht, ob ich noch verletzt bin, aber ja, dass ist alles mein Blut..." Entsetzt sah ich erneut auf mich herunter. Der andere Sanitäter begann meinen Puls am Handgelenk zu fühlen. Mehrere Male setzte er neu an. "Da ist kein Puls! DA IST KEIN PULS!!!", schrie er seinen Kollegen an. Ich verstand erst gar nicht, was los war und sah zwischen den beiden Sanitätern hin und her. "Das kann nicht sein", sagte der andere Sanitäter und nahm meine Hand. Auch er versuchte es mehrmals, dann ließ er meinen Arm los und ich sah in ein geschocktes Gesicht. Er keuchte noch mal auf und dann nahm er seinen Kollegen am Arm. Sie rannte davon, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Auch der Mann, der mir netter Weise geholfen hatte, machte sich davon sowie die Leute in der näheren Umgebung. Ich blieb noch immer sitzen. Was war gerade eigentlich passiert? Ich versuchte selbst meinen Puls zu fühlen, aber da war nichts... da war tatsächlich nichts. Völlig abwesend stand ich wieder auf und ging weiter durch die Straßen. Die Leute hielten einen riesen Abstand von mir und ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt machen sollte. Da mir nichts anderes übrig blieb, lief ich zu dem Haus meiner Familie. Es war abgesperrt worden und einige Polizisten standen daneben und unterhielten sich. Als ich mich ins Haus schlich, lauschte ich. "Eine unglaubliche Story, findest du nicht?", fragte der eine Polizist in die Runde. "Ich glaube die Bediensteten haben zuviel gesoffen. Der Sohn ein Dämon, der seine eigene Familie abschlachtet. Sowas gibts doch nicht", erklärte ein weiterer. Doch ich hörte dann schon gar nicht mehr zu. Ich sollte das getan haben? Nein! So war es nicht. Aber wenn ich jetzt hingehen würde... sie würden mich verhaften oder davon laufen oder... auf mich schießen? Mit einem Mal wurde mir bewusst, dass ich für sie alle ein Ungeheuer war, ein Dämon oder ähnliches. Obwohl ich das nicht wahr oder etwa doch? Langsam ging ich weiter ins Haus hinein, lief die Treppe hinauf in mein Zimmer. Dort angekommen zog ich meine blutigen Sachen aus, doch das Blut klebte mir noch überall am Körper. Ich ging also ins Badezimmer und wusch mich. Allerdings mied ich den Spiegel. Ich hatte Angst, Angst davor etwas anderes als mich selbst zu erblicken. Kaum war ich aus dem Bad raus, zog ich mir schnell etwas neues an und sah zu, dass ich verschwand. Die Polizisten entdeckten mich zum Glück nicht. Obwohl ich nun vermutlich wieder wie ein normaler Bürger wirkte, nahm ich die Nebengassen, um die Stadt zu durchqueren. Zum einen kannte mich jeder und zum anderen... vllt hätte ich doch in den Spiegel schauen sollen. Nun war es egal. Ich musste weg hier, aber wohin?

-4-

Ewigkeiten lief ich durch die Einöde. Mir hätten vermutlich die Füße schmerzen müssen, was sie nicht taten. Auch schien ich nicht erschöpft zu sein, obwohl ich seit Stunden ununterbrochen unterwegs war und Hunger und Durst hatten sich bis jetzt auch nicht bemerkbar gemacht. Eigentlich hatte ich heute nicht mehr damit gerechnet, aber vor mir erblickte ich in der Ferne einige Häuser. Dort musste ein Dorf oder eine kleine Stadt sein. Ich rannte los und staunte darüber, dass mir das so leicht viel. Eigentlich hätte ich erschöpft sein müssen. Bei dem Dorf angekommen, denn es war ein Dorf, blieb ich erschrocken stehen. Ein seltsam kühles Gefühl durchzog meinen Körper. Ich sah zu einem alten Mann und wusste, dass er morgen früh nicht mehr aufwachen würde. Ich schüttelte den Kopf. Woher sollte ich das wissen? Das war doch verrückt. Dann ein erneuter kalter Hauch, worauf ich mich umdrehte, denn es schien hinter mir zu sein. Dort stand ein Geist, der mich traurig ansah. Ich schrie auf und stolperte zurück. Das konnte nicht sein. Ein Geist! Ein echter Geist! Eine Hand berührte meine Schulter und ich drehte mich verwundert um. Ein junger Wolf, der kleine Hörner am Kopf hatte und am Oberkörper kein Hemd trug, stand hinter mir. Ich sah ihn fragend an und schluckte: "Habt ihr diesen Geist auch gesehen?" Der junge Wolf grinste, antwortete aber nicht. Dann sah ich an ihm vorbei und sah wie einige Personen sich gegenseitig Zeichen gaben, dass ich verrückt oder sowas sei. Ich sah wieder den Wolf an, der nun endlich den Mund aufmachte: "Sie können mich nicht sehen." Hatte ich das gerade richtig verstanden? Diese Leute konnten ihn nicht sehen? Aber er war doch da. Er stand vor mir, gut erkennbar. "Sie sehen dich also nicht?" fragte ich noch mal nach. Er lachte mich hallend aus: "Ja, sie sehen mich nicht. Du aber schon und das ist seltsam, aber du bist überhaupt seltsam." "Was meinst du damit?" wollte ich wissen. "Weil du tot bist und Tote sehen kannst und mich sehen kannst" erklärte er. "Und wer bist du?" fragte ich weiter, "Warum soll ich dich nicht sehen können?" Ein erneutes Lachen seinerseits, dass schien ja unheimlich amüsant zu sein. "Ich bin Lucifer, der Teufel, der Fürst der Finsternis, Satan, der Ankläger, klingelt's?" sagte er spottend. Mir blieb der Mund offen stehen: "Du bist der Teufel!?" Die Blicke der Leute interessierten mich nicht. Ja, vllt drehte ich wirklich durch. Jetzt schien er beleidigt zu sein, der er sah etwas verärgert aus. Was heißt etwas, er sah total bedrohend aus und schien die Zähne zu fletschen. Empört fasste er sich an seine Hörner: "Glaubst du die sind Deko!?" Ich wich einen Schritt zurück: "Ich... ich wollte nicht beleidigend sein. Ich dachte nur, dass der Teufel eher... naja, ziegenähnlich wäre." Nun begann er verärgert etwas vor sich hin zu fluchen, aber es war so unverständlich, dass ich nicht heraus hören konnte, was er sagte. Dann grinste er verstohlen, sodass es mir sofort Angst machte, aber ehe ich weiter drüber nachdenken konnte, befanden wir uns an einem anderen Ort. Scheinbar in einer Art Burgruine. Er setzte sich auf die kaputte Mauer und sah mich scheinbar nachdenklich an. "Amando", begann er. Ich sah ihn völlig verwirrt an: "Woher kennst du meinen Namen?" Er verdrehte die Augen und machte auf besserwisserisch: "Ich bin der Teufel. Schon vergessen?" "Ähm... nein", gab ich etwas verlegen zurück. Mir hätte doch klar sein müssen, dass der Teufel auch meinen Namen kannte. Er begann erneut, als hätte es die Unterbrechnung nicht gegeben: "Amando, du bist tot und doch bist du es nicht. Das kann Gott unmöglich geplant haben. Und das gefällt mir. Ich könnte dir eine interessante Aufgabe geben." Ich unterbrach ihn, denn mein Entschluss stand bereits fest: "Ich möchte nicht für dich arbeiten. Du bist der Teufel!" Jedenfalls behauptete er das, aber in meinem gegenwärtigen Zustand, glaubte ich, dass er die Wahrheit sagte.

Nach oben Nach unten
http://www.karasu-no-shugo-tenshi.de
 
Der Engel des Todes
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» Gedicht: "Wenn Engel fliegen könnten"
» Wird sie ihren Engel zurücknehmen?
» Die Mondinsel
» Melodie ~ Wild und dennoch ein Engel
» "Das Notizbuch des Todes" - Arc Organisation

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Sonic, Anthro & Story Forum :: Storybereich :: Anthro-
Gehe zu: