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 Im Dunkel der Welt

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Luna42
Babylonier
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BeitragThema: Im Dunkel der Welt   05.01.17 22:01

Im Dunkel der Welt

Version: 21.09.2009

Mein Name ist Merrick und ich bin ein Vampir. Meine Geschichte beginnt vor vielen Jahren, als ich noch ein Mensch war. Ich war die Tochter einer reichen Adelsfamilie, jedoch als Frau nicht sonderlich angesehen. Meine drei älteren Brüder hingegen waren der Sonnenschein der Familie. Mir ging das ganze Getue so auf die Nerven. Des nachts schlich ich mich immer hinaus und besuchte die abgelegensten Orte der Stadt. So auch ein altes Theater, dass schon seit Jahren nicht mehr benutzt wurde. Ich ging hinein in der Hoffnung etwas Aufregendes zu finden. Einige Zeit schaute ich mich um und kramte zwischen alten Requisiten, bis ich plötzlich ein Geräusch hörte. Ich drehte mich um und vor mir stand ein Mann mit schwarzen, langen Haaren und grünen Augen. Er sagte kein Wort und blicke mich nur an. Ich wich einige Schritte zurück, doch zog er mich gleich wieder an sich. Er flüsterte mir ins Ohr: „Hab keine Angst, Merrick.“ Seine Lippen glitten zu meinem Hals und ein stechender Schmerz machte sich breit. Mir wurde unheimlich heiß und ich fühlte mich wie berauscht. Mein Körper wurde schwächer und ich spürte, wie wir langsam zum Boden glitten. Der Schmerz ließ nach und ich spürte, wie etwas warmes über meine Lippen glitt. Ich schluckte es hinunter und meine Kräfte erwachten wieder. Ich zog seinen Arm weiter an meine Lippen und trank sein Blut. Mein Verlangen war groß und nach kurzer Zeit stieß er mich zurück. Ich ließ los. Nun machte sich ein grausamer Schmerz in meinem Körper breit. Er stand auf und sagte leise: „Nur dein Körper stirbt. Du wirst Leben, ewig Leben.“ Ich krümmte mich und stieß leise Klagelaute aus. Die Schmerzen waren grausam und kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Als die Schmerzen endlich nachließen richtete ich mich auf. Ich schaute mich um, drehte mich im Kreis. Alles sah so anders aus. Ich konnte so gut im Dunkeln sehen wie am Tag. Nein! Besser! Ich hatte noch nie so sehen können. Jedes Detail konnte ich wahrnehmen. Vom kleinsten Staubkorn bis zum längst gesäuberten Fleck. Es war ein unglaubliches Gefühl. Er deutete mir ihm zu folgen. Ohne zu zögern tat ich dieses auch. Wir liefen durch die Stadt zu einem Gasthaus, indem er scheinbar ein Zimmer gemietet hatte. Neue Kleidung gab er mir. Sie war genau in meiner Größe. Ich ging ins Badezimmer, um mich umzuziehen. Ich sah mich im Spiegel an. Meine dunkelroten Haare hatten sich von den ehemals glatten Haaren zu vollen Locken geformt. Die grünen Augen schimmerten so deutlich grün, wie noch nie. Mein Drachentatoo neben dem rechten Auge viel nicht mehr so in den Blick, da die Haare es leicht verdeckten. Jeder in meiner Familie hat dieses Symbol neben dem rechten Auge. Es ist das Symbol meiner Familie. Der Drache steht für Kraft, Willensstärke und Ehre. Erst jetzt fiel mir auf, dass meine Kleider voller Blut waren. Ich zog sie aus und stellte mich unter die Dusche. Das warme Wasser perlte von meiner Haut, als sei sie aus Marmor. Es tat unheimlich gut. Als ich fertig geduscht hatte und zurück ins Zimmer kam, saß er auf einem Sessel und lass in einem Buch. Er schaute nicht ein mal auf, deutete mir aber mich zu setzen. Ich setzte mich ihm gegenüber, ebenfalls auf einen Sessel. Langsam legte er das Buch zur Seite und beugte sich etwas nach vorne: „Weißt du, was du bist?“ Ich war mir nicht sicher und schüttelte leicht den Kopf. Er lehnte sich wieder zurück und ein Lächeln machte sich breit: „Wir sind Vampire. Unsterblich, schön und gefürchtet.“ Ich schluckte: „Ich bin ein Vampir?“ Er nickte: „Wir trinken Blut, müssen uns vor der Sonne verbergen und können durch Feuer vernichtet werden. Du brauchst sehr viel Blut, vor allem die ersten zwei Wochen. Dein Körper hat sich noch nicht komplett umgewandelt. Zu deinen Kräften kommen wir später. Ich bin übrigens Eros, dein Erschaffer.“ „Eros“, flüsterte ich. Eros stand aus seinem Sessel auf und schaute aus dem Fenster: „Ich habe dich schon lange beobachtet, Merrick. Du gehörst nicht hier her. Die Menschen haben so jemanden, wie dich gar nicht verdient. Mit mir wirst du die Welt sehen. Die meisten Menschen fürchten uns, doch die anderen übernatürlichen Wesen respektieren uns, jedenfalls meistens. Du solltest jetzt schlafen. Anfangs musst du sehr viel schlafen.“ Ich nickte und legte mich aufs Bett um zu schlafen. Eros zog die Vorhänge zu und setze sich wieder in seinen Sessel, um zu lesen. Ich war wirklich sehr erschöpft und schlief schnell und tief ein.

Als ich aufwachte, war ich alleine. Ich sah, dass hinter den Vorhängen Licht schimmerte, es musste Tag sein. Ich stand auf, musste mich jedoch gleich wieder auf das Bett setzen. Mir war schwindelig und übel. Ganz ruhig begann ich durch zu atmen. Was war los mit mir? War das normal? Eros war nicht da. Ich konnte ihn also nicht fragen. Wo war er überhaupt hin? Er hatte mich doch jetzt nicht etwa zurück gelassen? Gerade als ich erneut versuchte auf zu stehen, kam Eros herein. Jedoch war er nicht alleine. Er brauchte einen sehr betrunkenen Mann mit. Diesen setzte er auf das Sofa. Dann kam er zu mir und half mir auf. Neben dem Mann setzte er mich ab. Eros kippte den Kopf des Mannes etwas zur Seite: „Trink Merrick, beiß in seinen Hals.“ Ich beugte mich herüber und biss in den Hals. Instinktiv traf ich die Pulsschlagader. Das Blut schoss in einem großen Schwall in meinen Mund. Ich schluckte schnell, packte den Mann und zog ihn gierig näher an mich heran. Ich spürte, wie er leichter wurde, sein leises Stöhnen war kaum zu hören. Plötzlich packte mich Eros an den Haaren und zog mich zurück. Ich ließ von dem Mann ab, der nun auf den Boden sank. Er lebte noch. Ich konnte seinen Herzschlag wahrnehmen. Eros packte ihn und trug ihn mit Leichtigkeit raus. Mein Herz klopfte wie wild. Das Gefühl beim Trinken war unbeschreiblich. Es war wunderbar warm und berauschend. Außerdem konnte ich einige Lebensabschnitte des Mannes sehen. Er war ein Dieb und betrank sich oft. Eros kam zurück. Er nahm mich hoch und legte mich wieder auf das Bett: „Du brauchst noch viel Ruhe, Merrick. Wir töten nicht. Das verstößt gegen meine Prinzipien. Es gibt auch Vampire die töten, deswegen sich wir auch so gefürchtet. Aber wir zwei tun das nicht. Jedenfalls nicht aus Blutdurst.“ Ich nickte. Beim Trinken müsste ich mich besser unter Kontrolle bekommen. Ich hatte überhaupt nicht mehr an den Mann gedacht. Nur noch an meine Gier. Mir war nun nicht mehr schwindelig, aber die Müdigkeit machte sich wieder in mir breit und ich schlief ein.

Ich erwachte als die Sonne schon lange unter gegangen war. Die Vorhänge hatte Eros bereits aufgezogen und nun schaute er aus einem der Fenster hinaus in die Nacht. Ich stand auf zum Glück ohne Schwindelgefühl oder ähnlichem. Mein Körper verlangte nach Blut. Es war eine wilde Gier. Ich leckte mir über meine Reißzähne. Eros wand sich zu mir um: „Du musst trinken. Wir gehen aus.“ Er ging voraus und ich folgte ihm. Wir liefen durch die Straßen. Ich musste mich zusammen reißen nicht gleich über jeden Menschen her zu fallen, der an uns vorbei lief. Ich versuchte ruhig zu bleiben. Wir gingen in eine Bar. Dort setzten wir uns in eine dunkle Ecke und bestellten heißen Kaffee. Eros erklärte mir, dass wir nichts anderes als Blut zu uns nehmen und der Kaffee nur zur Tarnung diente. Ich fasste die Tasse an. Die Wärme ging auf meine kalten Hände über. Ein junger Mann kam zu uns herüber. Er hatte Interesse an mir gefunden und wollte mich zu einem Sprung auf sein Zimmer einladen. Eros nickte mir zu, also stimmte ich dem Jüngling zu. In seinem Zimmer angekommen verschloss er die Tür hinter uns. Er küsste mich auf die Wange und schlang dann seine Arme um mich. Ich legte meine Hände auch um seinen Körper und zog ihn näher an mich heran. Meinen Kopf legte ich auf seine Schulter und bohrte meine Zähne in seinen Hals. Das Blut schoss wieder in meinen Mund. Ich trank hastig, doch dieses Mal achtete ich auf den Herzschlag des Jünglings. Rechtzeitig ließ ich von ihm ab. Ich nahm ihn mit Leichtigkeit hoch, als würde er nichts wiegen und legte ihn auf sein Bett. Dann nahm ich mir den Schlüssel, schloss die Tür auf und ging wieder in die Bar. Eros tanzte mit einer Frau. Sie lachte viel und schien sich köstlich zu amüsieren. Ich setzte mich wieder in die dunkle Ecke und beobachtete Eros. Nach einiger Zeit führte er sie hinaus. Ich blieb in der Bar und wartete ab. Doch dann kam durch die Tür jemand, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Mein ältester Bruder Mark. Er erkannte mich sofort und kam auf mich zu: „Was treibst du hier? Alle machen sich Sorgen.“ Ich musste mir jetzt schnell etwas überlegen: „Ich führe nun mein eigenes Leben.“ Die Verwunderung stand ihm ins Gesicht geschrieben: „Du bist eine Frau. Frauen stehen in der Küche und führen den Haushalt.“ Das regte mich auf und ich antwortete laut: „Ich bin doch nicht euer Dienstmädchen!“ Alle Leute in der Bar schauten mich an. War ich zu laut geworden? Eros kam herein gehastet, schubste meinen Bruder zur Seite und packte mich am Arm. Er zog mich aus der Bar und wir bogen in die nächste dunkle Gasse ein. Wir hielten an. Eros schaute mich zornig an: „Du musst dich zusammen reißen. Deine Kräfte sind vieles höher, als die eines Menschen. Wenn du schreist, hört man das Kilometer weit.“ Ich schaute ihn verwundert an: „Das wusste ich nicht. Es tut mir leid.“ Er packte mich am Arm und zog mich weiter hinter sich her: „Wir müssen hier verschwinden. Mindestens einer unter der Menge wird soviel Verstand haben, um uns erkannt zu haben.“ Was hatte ich nur angestellt. Mussten wir wirklich gehen: „Wohin gehen wir und warum?“ Wir gingen auf das Gasthaus zu indem wir ein Zimmer gemietet hatten. Eros schwieg einen Moment, bevor er mir antwortete: „Sie werden am Tag kommen, weil wir dann kaum eine Chance haben. Ohne zu zögern werden sie alles nieder brennen. Die Flammen würden uns verschlingen.“ Der Gedanke machte mir Angst. Ich wollte nicht sterben. Was hatte ich nur angerichtet!? Im Gasthaus angekommen, schmiss mir Eros einen langen, schwarzen Mantel zu mit einer großen Kapuze und ein paar schwarze Handschuhe. Auch er nahm sich einen solchen Mantel und Handschuhe. Ich packte alles in eine Tasche, so wie er es auch tat und dann gingen wir mit den Taschen aus dem Gasthaus. Wir liefen durch die Stadt in Richtung Nordtor. Von dort aus führte eine weite grüne Landschaft zu einem großen Wald, soviel wusste ich. Als wir durch das Tor liefen blickte ich noch mal zurück. Das war meine Heimatstadt gewesen und nun verließ ich sie überstürzt. Wo würde mein Weg mich hinführen und wie würde es meiner Familie ergehen!? Eros ging schnellen Schrittes: „Beeile dich, Merrick.“ Ich rannte ein Stück und lief dann dicht hinter ihm. Stundenlang schwiegen wir uns an. Als Eros stoppte war die Stadt überhaupt nicht mehr zu sehen und auch vor uns lag nur eine weite grüne Landschaft. Es war kein Wald in Sicht. Er schaute mich etwas besorgt an: „Wir sollten jetzt die Mäntel und Handschuhe anziehen.“ Ich nickte und wir zogen sie über. Er zog meine Kapuze noch etwas weiter über mein Gesicht, sodass ich fast nur noch den Boden sehen konnte: „Verlasse dich auf deine Instinkte und folge mir einfach.“ Er lief weiter. Stumm folgte ich ihm. Sollte mich das etwa vor dem Sonnenlicht schützen!? Ich hoffe nur den kommenden Tag zu überstehen. Die Sonne schien schon hoch am Himmel. Ich lief immer mit gesenktem Kopf hinter Eros her. Unglaubliche Gier auf Blut machte sich in mir breit und ich war sehr müde. Meine Beine würden mich nicht mehr lange tragen können. Am liebsten hätte ich mich sofort auf den Boden gelegt und geschlafen, aber die Gier nach Blut hielt mich wach. Am Nachmittag wurde mir ganz schwarz vor Augen. Ich kippte um. Als ich wieder zu mir kam, saß ich an einen Baum gelehnt im Wald. Eros kniete sich zu mir nieder und bot mir seine Kehle an: „Trink Merrick.“ Ohne zu zögern biss ich zu und trank. Ich spürte, wie meine Kräfte langsam wieder erwachten. Doch viel Blut gewährte er mir nicht. Schon nach ein paar Schlucken verpasste er mir einen Stoß und ich ließ ab. Eros stand wieder auf: „Schlafe etwas Merrick. Schone deine Kräfte.“ Ich war immer noch sehr müde und konnte gerade so noch die Augen aufhalten: „Was ist mit mir?“ Er schaute mich besorgt an: „Du brauchst in den ersten zwei Wochen sehr viel Blut und Schlaf, was sich jetzt als schwierig erweißt. Du musst dich schonen.“ Ich legte mich auf den Boden und schlief sofort ein.

Als ich wieder erwachte, war es bereits dunkel. Eros half mir hoch: „Wir müssen weiter und ein paar Tiere fangen, um ihr Blut zu trinken.“ Ich schaute verwundert: „Wir können auch das Blut von Tieren trinken?“ Er nickte: „Es gibt uns nicht so viel Kraft, wie das von Menschen, aber es reicht um zu überleben.“ Wir fingen im Wald ein paar Ratten und Kaninchen. Ich stellte fest, wie schnell ich nun als Vampir laufen konnte. Es war ein super Gefühl. Kein Tier der Welt hätte mich einholen können. Ich brauchte um einiges mehr Blut als Eros. Das wurde mir nun zum ersten Mal bewusst. Ihm reichten schon zwei Kaninchen und eine Ratte. Ich jedoch hatte schon an die sieben Ratten und fünf Kaninchen. Mein Durst war nun fürs Erste gestillt. Wohin wir nun wohl gingen? Ich dachte schon der Wald hätte überhaupt kein Ende. Wir liefen schon fast die ganze Nacht durch den Wald. Eros schien genau zu wissen, wo er hin wollte, dabei sah man hier nichts als Bäume, Büsche und Blätter. Doch endlich kamen wir ans Ende des Waldes und standen vor einem kleinen Dorf. Da war ich doch sehr erleichtert. Noch einen Tag der Sonne ausgesetzt zu sein, war ein grausamer Gedanke. Eros ging durch die Straßen ohne ein mal halt zu machen. Ich folgte ihm. Schaute jedoch des Öfteren nach links und rechts. Es gab viele Obstläden, Bäcker und Fleischer. Niemals mehr würde ich den Geschmack dieser Dinge genießen können. Damit müsste ich mich nun abfinden. Ich hatte keine Wahl. Trotzdem hätte ich gerne noch mal ein knuspriges Brötchen gegessen. Ich schüttelte den Gedanken ab. Vor einem Gasthaus blieb Eros stehen. Hier werden wir eine Unterkunft finden. Er ging hinein und ich folgte ihm. Eros mietete ein Zimmer für Zwei mit Doppelbett. Genauso ein Zimmer hatten wir auch im letzten Gasthaus. Gerade als wir nach oben gehen wollten, kam ein Mann auf Eros zu. Er war etwas größer als er, sah aber um ein paar Jahre jünger aus. Eros sah wie ein ca. 30jähriger aus, während ich den Mann auf ca. 25 schätzte. Beide älter als ich. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich mein ganzes Leben lang wie eine ca. 20jährige aussehen würde mit meinen 21 Jahren. Der Mann hatte hellbraune Haare und auch hellbraune Augen. Er war ganz in schwarz gekleidet. Eros und er schauten sich lange an und dann finden sie an zu lächeln. Der Mann nahm Eros in die Arme: „Mein alter Freund, was hat dich denn hier her verschlagen?“ Eros klopfte ihm auf die Schulter: „Komm mit nach oben auf unser Zimmer.“ Die Beiden gingen voraus. Ich folgte ihnen und fühlte mich gerade etwas überflüssig. Im Zimmer angekommen, verschloss Eros die Tür: „Richard, wenn ich dir meinen Frischling vorstellen dürfte!? Das hier ist Merrick.“ Richard kam auf mich zu und reichte mir die Hand: „Sehr erfreut Merrick.“ Ich nahm die Hand. Er hatten einen festen Händedruck. Dann setzten wir uns. Eros erzählte Richard von meinem Missgeschick und natürlich musste er darüber lachen. Mir war das unheimlich peinlich. Richard stand auf und zog die Vorhänge zu. Die Nacht war fast vorbei. Dann setzte er sich wieder auf den Sessel, indem er auch vorher saß: „Wie viele Jahre ist es nun her, dass wir uns gesehen haben?“ Eros überlegte: „Sind es wirklich schon über 100 Jahre.“ Richard lachte: „Unglaublich oder? Der Orden ist auch um einiges wieder gewachsen. Viele neue Zöglinge. Ich war erst letztes Jahr dort.“ Eros machte ein ernstes Gesicht: „Wir werden uns auch dort hin aufmachen, sobald die kritische Zeit vorbei ist.“ Richard lächelte mich an. Ich schaute verlegen weg. Dann wand er sich wieder Eros zu: „Senad ist in den Schlaf gefallen, daher hat im Moment Tara das sagen. Sie ist ziemlich gestresst die Neuen alle einzugliedern.“ Eros machte eine abwertende Bewegung: „Was übergeben sie auch Tara den Orden. Markus wäre viel besser geeignet.“ Richard lachte: „Das haben wir nicht zu entscheiden.“ Ich war sehr müde und langsam ging die Sonne auf, also legte ich mich aufs Bett und schlief auch sofort ein.

Die Nacht darauf gingen wir wieder in eine Bar. Richard begleitete uns. In der Bar suchten wir uns wieder eine der dunklen Ecken aus. Eros forderte schon früh eine Frau zum Tanz auf. Ich blieb mit Richard alleine am Tisch sitzen. Richard lächelte mich an: „Du bist wirklich eine sehr hübsche junge Frau.“ Ich wurde etwas verlegen und bedankte mich. Dann wechselte er jedoch das Thema: „Nur ein Drittel der Zöglinge überleben die ersten 100 Jahre. Die meisten verkraften die Ewigkeit nicht und trinken dann nicht mehr. Langsam und elendig gehen sie dann zu Grunde. Du musst dich schon früh damit anfreunden ewig zu Leben, Merrick. Du bist Eros erster Zögling. Er ist auch erst knapp über 200 Jahre.“ Ich dachte einen Moment über Richards Worte nach: „Ändert das etwas für mich?“ Er schüttelte den Kopf: „Es bedeutet nur, das Eros selbst noch etwas unerfahren ist. Er ist mein vierter Zögling.“ Ich schaute Richard verblüfft an: „Und wie alt bist du?“ Richard lachte leise: „Ich bin ganze 600 Jahre alt. Nach Eros hatte ich keinen neuen Zögling. Niemand bleibt ewig bei seinem Erschaffer. Meine Zöglinge haben sich alle nach den ersten 100 Jahren selbstständig gemacht. Ich hatte sogar mal zwei zugleich.“ Er lächelte mich an: „Eros wird dich in den Orden eingliedern und dir alles nötige beibringen.“ Nun musste ich doch die Frage stellen, die mir schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte: „Was ist das eigentlich für ein Orden?“ Richard lehnte sich zurück: „Der Orden ist unsere Blutlinie. Wir stammen alle vom selben Vampir ab. Es gibt noch viele andere Orden. Jeder Orden hat sein Gebiet. Mit den meisten Orden haben wir einen Packt, damit wir ihr Gebiet passieren können.“ Also teilten die Orden die Welt unter sich auf. Was für eine eigenartige Regelung? Ich schaute wieder zu Eros rüber. Er führte die Frau gerade nach draußen. Mein Blutdurst machte sich langsam breit und ich hielt nach einem geeigneten Opfer Ausschau. Richard stand auf und holte einen sehr betrunkenen Mann her. Er ließ mich mit ihm alleine. Mir war sofort klar, was Richard von mir erwartete. Ich setzte mich mit dem Betrunkenen auf eine Sitzbank und umarmte ihn. Dann bohrte ich meine Zähne in seinen Hals und trank. Ich lehnte ihn danach an der Lehne an. Es sah aus, als würde er schlafen. Ich sah mich nach Eros und Richard um, jedoch waren beide nirgends zu sehen. Ich beschloss zu warten. Von draußen kamen Schreie. Ich lief aus der Bar heraus, um nachzusehen, was los war. Gegenüber ein paar Häuser weiter brannte es. Bei dem Anblick des Feuers lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. In den obersten Geschoss brannte es noch nicht, aber die Flammen bahnten sich ihren Weg. Aus einem der Fenster sah ich plötzlich Richard springen auf das gegenüberliegende Häuserdach. Ein paar Männer schossen mit einer Armbrust Feuerpfeile hinterher, verfehlten ihn aber. Er verschwand über die Dächer. Wo war nur Eros? Er war doch nicht etwa auch in dem Haus? Was sollte ich jetzt nur tun? Richard hatte ich aus den Augen verloren und ob Eros noch lebte, wusste ich auch nicht. Die Männer mit dem Armbrüsten teilten sich auf. Sie hatten mich zum Glück nicht bemerkt. Ich versuchte ruhig zu bleiben und lief langsam zurück zum Gasthaus. Die Gegend um das Gasthaus herum war ruhiger. Hier spürte man nichts von der Aufregung. Ich ging auf unser Zimmer und setzte mich auf das Sofa. Die Ungewissheit machte mich ganz verrückt und ich starrte dauernd auf die Tür. Doch niemand kam. Die Nacht war fast zu Ende und so zog ich die Vorhänge zu. Ich schaute noch mal auf die Tür, aber niemand öffnete sie. Wieder setzte ich mich auf das Sofa. Was sollte ich jetzt nur tun? Dann flog plötzlich die Tür auf. Richard kam hastig herein: „Schnapp dir deinen Mantel und die Handschuhe und dann komm.“ Er selbst hatte bereits einen Mantel an und auch die Handschuhe. Nur die Kapuze hatte er noch nicht aufgesetzt. Ich nahm, wie verlangt, die Sachen. Er half mir sie schnell anzuziehen und dann verließen wir hastig das Gasthaus. Statt aber gleich los zu laufen, blieb er stehen: „Wie lange bist du jetzt schon ein Vampir?“ Ich antwortete etwas verblüfft: „Vier Tage.“ Er schien ganz schön besorgt: „Merrick...“ Richard brach gleich wieder ab: „Komm!“ Wir liefen schnell durch das Dorf und liefen abseits der normalen Wege. Ich zog meine Kapuze weit über das Gesicht. Auch Richard hatte seine Kapuze aufgesetzt. Die Sonne ging langsam auf. Ich holte tief Luft und fragte ihn dann: „Was ist mit Eros?“ Richard schwieg eine Weile, dann sagte er sehr leise: „Tod.“ Er war tot. Mir kamen die Tränen, obwohl ich ihn kaum kannte. Ich fühlte mich unheimlich verbunden zu ihm, was sicherlich daran lag, dass er mich erschaffen hatte.

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel. Ich schleppte mich mühsam Richard hinterher. Mein Blutdurst war unerträglich und ich war unglaublich müde. Richard drehte sich zu mir um: „Komm, ich nehme dich Huckepack.“ Ich nickte und schlang meine Arme von hinten um seinen Hals. Er zog meine Beine hoch und lief dann los. Sein Mantel war sehr weich. Viel besserer Stoff als meiner. Immer wieder fielen mir die Augen kurzzeitig zu, doch durch meinen Hunger auf Blut konnte ich mich wach halten. Richard schien es überhaupt nichts auszumachen mich zu tragen. Aber ein Vampir war auch um vieles stärker, das musste ich mir immer wieder vor Augen führen. Ich schlief schließlich doch ein. Erst als es Dunkel war, wachte ich wieder auf. Richard trug mich noch immer. Ich fühlte mich gar nicht gut und hatte große Gier nach Blut. Ich umklammerte ihn fester: „Richard...“ „Halte noch etwas durch Merrick“, er klang sehr besorgt. Mir war richtig Übel und ich spukte etwas Blut. Richard setzte mich ab: „Merrick, ich werde jetzt dein Blut trinken und du meins, ok?“ Ich nickte leicht. Er biss in meinen Hals und ich in seinen. Eine ganze Weile verbrachten wir so. Dann ließ er von mir ab und ich löste mich auch von ihm. Er nahm mich in die Arme: „Ganz ruhig, Merrick.“ Das Blut tobte in meinem Körper, ich spürte wie meine Kräfte zu nahmen: „Was passiert mit mir?“ Richard erklärte ruhig: „Dadurch wirst du zu einem vollwertigen Vampir und es dauert nicht die zwei Wochen. Allerdings sind wir nun für immer mit einander verbunden. Ich kann deine Gedanken wahrnehmen und du meine und wir können uns über unsere Gedanken auch rufen. Wie das geht, werde ich dir noch zeigen.“ Ich nickte. Wir machten uns bald wieder auf den Weg. Ich fühlte mich super und lächelte Richard oft an. Auch er lächelte endlich mal wieder. Wo wir jetzt wohl hingingen? Zum Orden. Die Antwort hatte ich in seinen Gedanken gefunden. Das war nun doch etwas unheimlich. Wir würden so auch niemals Geheimnisse vor einander haben. War es noch weit zum Orden? Wir brauchen mindestens drei Tage hin. Sehr eigenartig, wenn man immer gleich die Antwort auf Dinge bekam, die man nur dachte. Unterwegs tranken wir das Blut von einigen Tieren, die uns über den Weg liefen. Ich brauchte nun nicht mehr so viel Blut. Warum eigentlich? Richard lächelte und seinen Gedanken entnahm ich, dass er auf diese Frage nur gewartet hatte, obwohl ich sie ja eigentlich gar nicht ausgesprochen hatte. Ein Frischling brauch die ersten zwei Wochen viel Blut, um die Verwandlung abzuschließen. In dieser Zeit schläft er auch viel und kann noch nicht seinen vollen Kräfte nutzen. Kriegt ein Frischling nicht genug Blut stirbt er. Ich hätte also tot sein können. Richard hat mir das Leben gerettet. Richard hielt mich an: „Ich will dir etwas zeigen.“ Ich nickte. Er verwandelte sich in einen schwarzen Wolf. Ich staunte nicht schlecht. Konzentriere dich Merrick. Du musst es nur wollen und es dir vorstellen können. Einen Versuch wäre es wert. Ich brauchte eine ganze Weile, aber es gelang mir schließlich doch. Ein komisches Gefühl auf ein mal ein Tier zu sein. Richard verwandelte sich wieder zurück und ich schaffte es auch nach einiger Zeit. Er war sehr zufrieden: „Wir müssen noch etwas üben, aber erst mal müssen wir zum Orden. Dort sind wir sicher und du kannst in Ruhe alles lernen.“ Ob er mich dann alleine lassen wird? Nein! Was denkst du von mir? Ich wurde rot. Das war mir jetzt doch peinlich und er musste lachen. Er fand mich interessant. Ich war nicht wie die anderen Zöglinge, dass konnte ich seinen Gedanken entnehmen. Die meisten sind anfangs sehr panisch und hassen ihren Erschaffer. Erst mit der Zeit gibt sich das. Daher werden sie auch erst nach ein paar Monaten in den Orden eingegliedert. Ich sollte aber bereits jetzt in den Orden aufgenommen werden. Ich schien wirklich anders zu sein. Uns kam jemand entgegen. Richard wollte, dass ich zurück bleibe. Er ging auf ihn zu. Es war ein anderer Vampir, aber Richard war besorgt: „Wer bist du?“ „Geht dich nichts an“, antworte der andere. Richard setzte nach: „Geht es schon. Du bist in unserem Ordensgebiet.“ Er ging auf Richard los, aber Richard war ihm um einiges überlegen und zog sogar einen Dolch. Der andere Vampir hatte überhaupt keine Chance. Richard war viel zu schnell für ihn. Schließlich rannte der Vampir davon. Richard ging weiter, als wäre nichts gewesen, aber er machte sich Gedanken darüber, wo der andere Vampir her kam und ob noch mehr im Ordensgebiet waren. Warum wurde das mit dem Ordensgebiet so eng gesehen? Andere Orden, haben andere Regeln. Einige töten auch Menschen. Nicht umsonst gibt es inzwischen so viele Vampirjäger. Vampirjäger, andere Orden, wir leben echt gefährlich. Seit den letzten 150 Jahren schon. Er lachte leise.

Nach ein paar Tagen kamen wir nachts beim Orden an. Ich hatte keine Probleme mehr am Tag unterwegs zu sein. Der Mantel und die Handschuhe boten mir genug Schutz. Zum Glück brauchte ich auch nicht mehr soviel schlafen sowie weniger Blut. Es war viel angenehmer. Das Ordenshaus stand in einem großem Wald. Es war ein riesiges Schloss mit drei Türmen. Die Dächer waren schwarz und die Wände grau. Der Zaun war hoch und überall verteilt standen Wachposten. Am Tor begrüßte man uns freundlich: „Schönen Abend euch!“ Wir grüßten zurück und man ließ uns ein. Am Schloss angekommen, öffnete Richard die Tür und wir gingen hinein. Die Eingangshalle war mit schwarzen Marmorsäulen geschmückt und ein schmaler, roter Teppich führte von einem Durchgang zum anderen. Der Boden darunter war ebenfalls aus schwarzem Marmor. Unzählige Vampire liefen hier durch Halle von einem Punkt zu dem anderen. Alles lief sehr hektisch ab. Richard schnappte jemanden an der Schulter: „Was ist hier für eine Hektik?“ Der andere antwortete: „Es sind in den letzten Tagen bereits über 20 Vampire getötet wurden. Tara hat zum Gegenangriff ausgerufen.“ Richard konnte nicht fassen, was er da gehört hatte: „Zum Gegenangriff? Das ist doch nicht ihr ernst.“ Der andere lachte: „Frag sie doch.“ Richard lief schnellen Schrittes voraus. Ich folgte ihm. Durch viele Gänge gelangten wir an eine große Doppeltür, die Richard aufwarf: „Tara!“ Eine blondhaarige Frau in einem schwarzen, seidenen Kleid drehte sich zu ihm um: „Richard!“ Sie strahlte vor Freude, was man von Richard nicht sagen konnte: „Du rufst zum Gegenangriff auf?“ Sie lächelte ihn weiter an: „Soll ich zusehen, wie einer nach dem anderen im Feuer versinkt?“ Er schrie sie an: „Ich habe nichts dagegen, dass man sich verteidigt, aber das wird in einem Krieg enden!“ Tara lachte: „Oh Richard! Willst du mir nun wieder Moralvorträge halten? Mein Entschluss steht fest.“ Er wurde noch wütender: „Wir werden dann nur noch Monster für sie sein.“ Sie wurde lauter: „Als wenn wir das nicht schon für sie wären.“ Richard senkte seine Stimme: „Dann führt euren Krieg ohne mich und Merrick.“ Er nahm mich an der Hand und wir gingen hinaus. Taras Stimme klang noch hinterher: „Tue was du für richtig hältst. Wir werden nicht warten bis sie hier einfallen.“ Richard ging nach oben. Ich immer hinter ihm her. Er war sehr verärgert und seinen Gedanken entnahm ich, dass er zu Senad wollte. Wir gingen einen großen Raum, der abgesehen von verzierten Wänden und einem sehr schicken weißen Marmorboden nur eine Art Altar aus Stein in Mitte stehen hatte. Richard ging darauf zu und schob die Steinplatte herunter. Ich ging näher heran und sah einen Mann darin liegen. Er hatte schwarzes, langes Haar und Kleidung, die aus dem letzten Jahrhundert stammen musste. Richard sprach ganz leise zu ihm: „Senad... ich bitte dich, wach wieder auf. Tara stürzt uns alle ins Verderben. Sie zettelt einen Krieg mit den Vampirjägern an... niemand wird uns je wieder achten. Selbst die anderen Kreaturen der Nacht, alle mystischen Wesen werden auf uns herab schauen mit finsteren Blick... Du weißt, wovon ich rede. Senad, wir brauchen dich.“ Es folgte keine Reaktion. Richard hoffte darauf, dass er die Augen öffnen würde. Ich spürte seine Verzweiflung. Wie lange war Senad wohl schon in diesem Zustand? Seit 80 Jahren, Merrick... seit verdammten 80 Jahren. Ihm kamen die Tränen. Ich umarmte ihn, um ihn zu trösten. Er drückte mich fest: „Merrick, wir sind alle verloren. Tara weiß nicht, was sie tut. Und wer weiß, wann Senad wieder erwachen wird.“ Wieso schlief er eigentlich? Was war mit ihm? Vampire die schon ein paar tausend Jahre leben, fallen manchmal in den langen Schlaf. Wenn sie wieder erwachen trinken sie sehr viel Blut. Wenn du erst mal über die tausend Jahre alt bist, kannst du Jahrhunderte lang auch ohne Blut überleben. Doch ist der Blutdurst dann groß und irgendwann musst du wieder trinken. Er schaute Senad wieder traurig an. Ich hielt ihn weiter fest in den Armen. Senad sah unglaublich schön aus. Seine Haut war schneeweiß. Ich konnte nicht wiederstehen. Ich ließ Richard los und berührte mit einer Hand das Gesicht von Senad. Es war eiskalt. Du hast dich in ihn mit einem Blick verliebt. Ich schüttelte ungläubig den Kopf, aber fragte mich gleichzeitig, ob Richard recht hatte. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Gerade hasste ich es mehr als alles andere, dass er meine Gedanken kannte. Ich streichelte Senad noch mal über die Wange, als plötzlich seine Hand mich ergriff. Vor Schreck zog ich die Hand weg, verlor das Gleichgewicht und viel auf meinen Hintern. In Richard machte sich eine unglaubliche Freude darüber breit. Senad richtete sich auf und stieg aus dem Steinbett. Er schaute uns beide an. Ich rappelte mich wieder auf. Senad nickte Richard zu und schaute dann zu mir: „Komm in meine Arme.“ Ich ging auf ihn zu und er umarmte mich. Das Blut ihn mit kochte. Am liebsten hätte ich mich gleich wieder los gerissen. Dann flüsterte er mir etwas ins Ohr: „Merrick, du bist wunderschön.“ Am liebsten wäre ich im Boden versunken. Aber woher kannte er meinen Namen? Die Antwort flüsterte er mir ins Ohr: „Ich weiß alles, Merrick.“ Er streichelte mir über die Haare. Dann ließ er mich langsam los und ging: „Ich werde eben mit Tara reden.“ Und schon war er verschwunden. Richard lächelte mich an: „Er ist nur durch dich erwacht. Seine Liebe für dich war ab dem Moment entfacht, als du ihn berührt hast.“ Ich schaute ihn verwundert an: „Wie das?“ Er lachte leise: „Das ist bei Vampiren nun mal so. Er kann übrigens Gedanken lesen.“ Hatte ich bereits bemerkt, aber das wusste Richard auch. Er wollte sich nur etwas über mich lustig machen. Wir gingen wieder nach unten in die Eingangshalle. Die Aufregung war groß, da Senad wieder erwacht war. In die Halle drang bis jetzt kein Ton von Senad oder Tara. Die anderen Vampire diskutierten, was nun passieren würde. Plötzlich verstummten alle anderen Vampire. Man konnte Tara und Senad deutlich streiten hören. Senad war sehr wütend: „Du schädigst dem Orden damit, aber dieser Krieg wird nicht stattfinden! Ich übernehme wieder die Führung des Ordens! Hast du das verstanden?“ Sie antwortete zornig: „Hättest du doch weiter geschlafen! Niemand hier brauch einen Feigling als Ordensführer!“ Dann hörte man ein wütendes Fauchen und kurz darauf einen lauten Knall, als hätte man etwas Dumpfes mit voller Wucht gegen die Wand geworfen. Richard wollte nachschauen und ging zu den beiden. Ich folgte ihm, jedoch rührte sich niemand von den anderen Vampiren. Sie schienen einfach nur abzuwarten. Richard öffnete die Tür und wir gingen hinein. Senad stand mitten im Raum. Seine Augen waren auf Tara gerichtet, die an der Wand auf dem Boden saß. Die Wand dahinter hatte Risse. Hatte er sie etwa gegen die Wand geschmissen? Aber so stark konnte man doch nicht sein. Ich wusste aber genau, dass die Risse davor nicht da gewesen waren. Tara flüsterte nun sehr leise: „Verzeih mir. Ich war blind vor Wut.“ Senad sagte immer noch wütend: „Du wirst den Orden sicherlich nie wieder leiten. Ich werde jemand anderen als meine Vertretung bestimmen, aber das hat noch Zeit. Jetzt verschwinde. Ich will dich heute nicht mehr sehen.“ Sie ging mit gesenktem Kopf. Ich schaute wieder zu den Rissen in der Wand. Wie konnte so was nur möglich sein? Die Kräfte nehmen mit den Jahrhunderten und Jahrtausenden immer weiter zu. Dann war ich also gegen die ganzen älteren Vampire völlig machtlos. Wenn mich also jemand angreifen würde... ich schüttelte den Gedanken ab. Senad stand auf ein mal vor mir. Ich hatte ihn überhaupt nicht sich bewegen sehen. Er hob mein Kinn an mit einer Hand. Sie war so eisig kalt. Dann gab er mir einen Kuss. Kurz darauf war er wieder wie aus dem Nichts verschwunden. Ich schaute Richard fragen an. Er lächelte: „Das ist seine Geschwindigkeit. Er ist so schnell, dass man es selbst als Vampir unmöglich wahrnehmen kann. Er ist bereits über 5.000 Jahre alt.“ Was so alt? Das hätte ich nie gedacht. Wo ist er jetzt wohl hin? Er wird kurz dem Orden erklären, was nun Sache ist und dann Blut trinken gehen. Er wird allerdings richtig auf Jagd gehen und nicht die Blutvorräte hier trinken. Das Haus hier ist übrigens offiziell eine Klinik für die Aussehnwelt. So bekommen wir Geld- und Blutspenden.

Richard erkundigte sich über die Zimmerverteilung. Es gab zwei Zimmer, die direkt nebeneinander waren und noch frei. Dort würden wir für die Zeit im Orden unterkommen. Ich legte in meinem Zimmer den Mantel und die Handschuhe über den Stuhl am Schreibtisch. Der Teppich war sehr weich und ansonsten stand nur ein Himmelbett im Zimmer. Die Vorhänge waren dick und schwarz, sodass am Tag kein Lichtschein hindurch scheinen könnte. Richard kam zu mir ins Zimmer: „Ich lass dich eben alleine. Hoffe es stört dich nicht.“ Ich antwortete stark verneinend: „Nein! Nein! Es stört mich nicht.“ Er lächelte mich noch mal kurz an und ging dann. Nun war ich ganz alleine in diesem kleinen Zimmer. Ich legte mich auf das Bett und starrte Richtung Decke. Die Nacht war nicht mal zur Hälfte um. Ich dachte nach, was wohl noch alles auf mich zu kommen würde. Richard hatte mir auf dem Weg hierher bereits erklärt, dass es einen Rat gibt, der über alles entscheidet. Jedoch hat der Ordensführer immer das letzte Wort. Ich würde die Ratsmitglieder alle noch kennen lernen. Wie alt die wohl alle bereit schon waren? Was ich wohl noch alles lernen musste? Mein Leben hatte ich ganz schön verändert, aber es war so besser. Mein Leben als Mensch war alles andere als schön. Wie war Eros auf mich aufmerksam geworden? Warum gerade ich? Das würde ich wohl nie erfahren. Ich hörte die Tür auf und gleich wieder zu gehen, aber bevor ich überhaupt nachschauen konnte, saß Senad bereits neben mir auf dem Bett. Das erschreckte mich ganz schön. Ich setzte mich auf und sah ihn an. Er war nun überhaupt nicht mehr weiß. Seine Haut war sogar etwas rötlich geworden. Er musste unheimlich viel Blut getrunken haben. Lächelnd zog er mich zu sich und nahm mich in die Arme. Seine Hand streichelten mein Haar. Er war unglaublich warm. Ich fühlte mich sehr wohl. Er flüsterte mir ins Ohr: „Ich weiß, dass du noch Blutdurst hast. Bediene dich. Ich habe für dich mit getrunken.“ Sollte ich ihn wirklich beißen? Ich zögerte, doch dann biss ich ihm doch in den Hals und trank. Das Blut war stark. Nach ein paar Schlucken fing ich an am ganzen Körper zu zittern. Mir war heiß und ich fühlte mich dabei nicht wohl. Senad sprach mir immer wieder zu, dass ich weiter trinken sollte. Es fiel mir jedoch zunehmend schwerer. Er streichelte mich weiter übers Haar. Das beruhigte mich etwas, jedoch zitterte ich immer stärker. Dazu kam, dass ich mich fühlte, als würde ich innerlich verbrennen. Schließlich konnte ich nicht mehr anders und ließ von ihm ab. Ich klammerte mich noch immer zitternd an ihn. Seine Hand streichelte weiter über die Haare: „Es ist gleich vorbei, Merrick. Hab keine Angst.“ Die hatte ich aber. Was in aller Welt geschah mit mir? Langsam wurde ich wieder kühler und beruhigte mich. Das Ganze hatte mich jedoch so sehr erschöpft, dass ich in Senad’s Armen einschlief.

Es war so dunkel im Zimmer. Es störte mich nicht, da ich im Dunkeln sehr gut sehen konnte. Ich lag in meinem Bett und richtete mich auf. Die Vorhänge waren zugezogen. Es musste Tag sein, aber kein Lichtschein drang hindurch. Senad war nicht mehr da, aber auf dem Schreibtisch lag ein Umschlag. Ich stand auf und setzte mich davor. Dann nahm ich den Umschlag und öffnete ihn. Die Nachricht war von Senad, wie ich es auch vermutet hatte.

Meine liebe Merrick,

ich habe dir ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Du bist nun um einiges stärker und verfügst bereits über Fähigkeiten, die dir erst im hohen Alter gegeben wären. So sind die meisten älteren Vampire für dich keine Gefahr mehr. Pass trotzdem immer auf dich auf, schließlich möchte ich dich nicht verlieren.

Komm heute Abend zu mir. Richard weiß, wo mein Zimmer liegt und wird es dir sicher zeigen oder dich zumindest wissen lassen. Alles weitere dann.

In Liebe
Dein Senad

Ich verfügte nun also um weitere Fähigkeiten, dabei kannte ich nicht mal meine Alten. Nun, das würde ich sicher lernen. Ich ging zu Richard, um zu schauen, ob er wach war. Doch Richard war gar nicht in seinem Zimmer. Wo er wohl war? Ich beschloss mich etwas umzuschauen. Zuerst ging ich zurück zur Eingangshalle, dort hielt sich kaum noch jemand auf. Es war auch Tag, was erwartete ich eigentlich!? Ich ging nach oben, traute mich jedoch nicht die geschlossenen Türen zu öffnen und einen Blick hinein zu werden. Es gab unheimlich viele Gänge, schon fast wie ein kleines Labyrinth. Ich versuchte mir die Wege zu merken, doch von außen sahen sie fast alle gleich aus. Mir kam ein Vampir entgegen. Er schaute mich finster an, sodass mir die Angst hoch kroch. Mit dunkler, tiefer Stimme sprach er mich an: „Was machst du hier?“ Ich versuchte mich zusammen zu reißen: „Ich suche Richard.“ Er musterte mich: „Richard Snaker sicherlich.“ Ich zuckte mit den Schultern: „Ich hab keine Ahnung, wie er mit Nachnamen heißt.“ Der Vampir schüttelte den Kopf: „Immer diese Frischlinge. Geh zurück zu deinem Zimmer und leg dich schlafen. Das ist hier kein Spielplatz.“ Mit zornigen Blick lief er an mir vorbei. Scheinbar wurde es gar nicht gerne gesehen, wenn man sich selbstständig umsah. Ich fand recht schnell zurück zur Eingangshalle und ging dann, wie verlangt, wieder in mein Zimmer und legte mich aufs Bett. Ich war schon gespannt auf heute Abend. Wo wohl Richard war!?

Mich weckte Richard, als es draußen bereits dunkel geworden war. Ich muss nichts sagen, denn er kannte meine Gedanken und antwortete noch ehe ich mich richtig aufgerichtet hatte: "Ich war bei Markus. Er ist mein Erschaffer und Ratsmitglied." So war das also. Richard war der Zögling eines Ratsmitgliedes. Sicherlich hatte er deswegen Tara einfach seine Meinung gesagt und auch zu Senad mehr Kontakt. Er nickte zustimmend und starrte mich an. Erst jetzt nahm ich seine Gedanken wieder richtig war. Ich war viel zu sehr mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt gewesen. Er wunderte sich darüber, dass Senad mir bereits jetzt schon sein Blut gegeben hatte. Damit hatte Richard nicht gerechnet. Ich wüsste auch gerne, warum er das getan hatte, aber eigentlich wusste ich es: Er wollte mich nicht verlieren. Ich stand nun endlich auf. Mir fiel nun zum ersten Mal auf, dass ich mir bis jetzt nie die Haare gekämt hatte und doch lagen sie perfekt. Richard lachte mich aus. Ich fand das überhaupt nicht komisch. Es war noch immer alles so neu und fremd für mich. Ich streichelte mir übers Haar und staunte darüber, wie weich und voll sie waren. Früher waren meine Haare immer glatt und es war eine Qual sie füllig erscheinen zu lassen. Ich löste mich von dem Gedanken und wollte nun nur noch zu Senad. Richard führte mich hin. Der Weg war lang. Als Richard stehen blieb, wurde mir klar, dass ich am Tage schon ein mal hier gewesen war. Dieser andere Vampir war mir hier begegnet. Richard tadelte mich gedanklich, dass ich nicht alleine auf Erkundungstour gehen sollte. Dann klopfte er an einer Tür. Von drinnen erklang eine Stimme, es war nicht die von Senad, aber auch eine Männerstimme. Richard öffnete und wir gingen hinein. Ich schloss hinter mir die Tür und schaute mich dann im Raum um. Es war viel größer, als mein kleines Zimmer unten, aber das hätte mir schon im Flur klar werden müssen, da gar nicht so viele Türen vorhanden waren. Der Raum war ebenfalls aus Mamor, allerdings in einem Stil eingerichtet, der vor Jahrunderten üblich gewesen sein musste. Richard nickte dem Vampir zu, der von seinem Stuhl aufgestanden war und nun im Raum stand und uns ansah. Er nickte zurück. Richard stellte mich vor. Es war Markus, der dort vor mir stand: "Schön dich kennen zu lernen, hübsche Merrick." Fast wäre ich wieder rot geworden. Ich riss mich zusammen und lächelte freundlich: "Freut mich ebenfalls." Ehe ich fragen konnte, wo denn Senad war, stand er bereits vor mir und verpasste mir einen gewaltigen Schreck, der mich fast nach hinten fallen ließ. Doch Senad nahm mich in die Arme bevor ich überhaupt zurück stolpern konnte. "Da bist du ja endlich", flüsterte er mir ins Ohr. Ich hörte, wie jemand einen Blätterstappel richtete und dann Schritte. Markus lief an uns vorbei: "Bis bald, hübsche Merrick." Dann verschwand er. Auch Richard verabschiedete sich: "Du findest mich dann später in meinem Zimmer." Er eilte Markus hinterher. Scheinbar hatten sie noch mehr zu besprechen. Senad streichelte mein Haar, ich schmiegte mich an ihn und spürte die Kälte. Nicht die Kälte, die ich spürte, als er schlafend da lag, sondern eine Kühle, wie man sie von Herbstnächten kannte. "Wir werden gleich ausgehen", sagte er leise zu mir, "um unseren Durst zu stillen." Ja, ich war durstig, jedoch kam mir die Gier nach Blut, wie das kleinere Verlangen vor. Viel mehr fürchtete ich mich wieder von ihm zu lösen. Ich wollte einfach nur bei ihm sein.

Noch einen Moment hielt er mich in den Armen, dann löste er den Griff. Wir gingen durch das Ordenshaus, Seite an Seite. Alle Vampire, an denen wir vorbeikamen, starrten uns an. Mir war das ganz schön unangenehm. All diese Blicke von Unbekannten, fast als würden sie darauf warten, dass irgendetwas passiert. Jedoch lächelten sie alle freundlich und nickten Senad zu. Er erwiederte die Blicke und das nicken. Ich war mir nicht sicher, wie ich reagieren sollte und blickte nur, wie ein verwirrtes, kleines Mädchen die Gesichter der einzelenen Vampire. Als wir endlich im Wald waren, atmete ich erleichtert auf. Ob ich mich daran jemals gewöhnen würde, aber vllt würde es auch aufhören. Senad streichte über mein Haar: "Mach dir keine Gedanken." Das sagte er so einfach, doch als ich in seinen golden-brauen Augen blickte, die fast schon bronzen wirkten, vergass ich das wieder schnell. Er schlang seine Arme um meine Hüften, ich lehnte mich gegen seinen Brustkorb und hielt ihn fest. Meine Füße lösten sich langsam vom Boden, wir stiegen höher und höher bis wir weit über dem Wald in der Luft standen. Ein wenig Angst hatte ich schon, aber ich wusste bei ihm war ich sicher. Er würde mich nicht fallen lassen. Er flüsterte mir wieder ins Ohr, sanft und beruhigend war seine Stimme: "Fürchte dich nicht, meine Merrick. Das kannst du auch. Ich werde es dir beibringen." Dann flog er los Richtung Stadt. In seinen Armen lag ich sicher, trotzdem klammerte ich mich stark an ihn. Das Tempo war unglaublich. Ich konnte so gut wie gar nichts von der Umgebung wahrnehmen, nur Farben und einige Geräusche. Als wir landeten, standen wir auf dem Dach eines Hauses. Das Haus eines Dorfes. Senad löste sich von mir und sprang hinab in die Gasse. Ich wollte hinterher, sah dann aber den Abgrund und blieb wie angewurzelt stehen. Er wartete unten und sah zu mir auf, jedoch forderte ich mich nicht auf zu springen. Geduldig schien er zu warten. Ich schluckte. Sollte ich da wirklich runter springen? Es erschien mir unmöglich. Ich war so auf den Abgrund fixiert, dass ich erschrack, als irgendwo Glas zersprang. Ich fiel hinab und landete wie eine Katze auf allen vieren. Senad zog mich hoch: "Dir kann gar nichts passieren. Keine Höhe könnte dich töten. Verletzen ja, wenn du von einem Berg springst, sonst aber nicht." Ich war noch etwas geschockt und verblüfft darüber, dass wirklich nichts geschehen war. Er küsste mich auf den Mund, ich erwiederte es, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Ich umschlang seinen Körper und er meinen, doch löste er sich schnell wieder und schaute auf das Haus gegenüber. Es brannte noch Licht. Im Fenster konnte ich eine Frau erkennen. Sie schien ihr Haar von unzähligen Nadeln zu befreien. Senad starrte sie an, so verführerisch. In mir stieg die Eifersucht auf, jedoch schluckte ich sie runter und hoffte, er würde sich wieder abwenden. Die Frau war vom Fenster verschwunden. Ich war erleichtert. Sein Blick lag jedoch auf der Tür des Hauses, was mich fast rasend vor Wut machte. Dennoch riss ich mich zusammen. Ich war sicherlich nur empfindlich. Noch nie hatte ich für einen Mann so empfunden. Die Tür des Hauses öffnete sich und die Frau kam mit halb heraushängenden Haarnadeln auf uns zu. Ihr Blick war völlig leer, als wäre sie tot. Senad streckte die Arme aus und sie kam zu ihm. In seine Arme. Ich biß die Zähne zusammen. Sie war nur Nahrung, redete ich mir immer wieder ein und das war sie auch. Er senkte seine Zähne in ihren Hals und trank. Nach kurzer Zeit ließ er sie einfach fallen. Sie lag regungslos auf dem Boden. Ich konnte jedoch erkennen, dass sie noch atmete. Er kam nun zu mir und nahm mich wieder in die Arme. Langsam streichelte er meine Haare und sprach leise zu mir: "Meine Merrick. Was denkst du nur von mir? Ich liebe nur dich und werde immer nur dich Lieben." Wie konnte ich nur so dumm sein? "Ich liebe dich auch", erwiederte ich. Weiter streichelte er mein Haar und fügte noch hinzu: "Ich weiß." Kurze Zeit darauf besorgte er mir auf die gleiche Art und Weise einen Mann. Es tat gut endlich wieder Menschenblut zu trinken. Ich hatte schon fast vergessen wie wunderbar es schmeckte und welch wunderbar warmes Gefühl es hervorrief.

Gesättigt machten wir uns auf den Rückweg. Nicht zu Fuß. Wir flogen wieder über den Wald hinweg, wie zuvor auch und landeten vorm Tor zum Ordenshaus. Die Wachen grüßten uns freundlich und auch als wir drinnen waren, machten mir die Blicke der vielen Vampire überhaupt nichts mehr aus. Ich war einfach nur glücklich, so glücklich, wie noch nie. Zurück in seinem Zimmer sah ich mich etwas genauer um. In den Marmorwänden waren viele verschiedene kleine Figuren eingraviert. Alles Menschen, die meisten sahen aus wie Priester oder Mönche, aber es wurden auch Engel dargestellt. Das Bett stand links, etwas abgelegen. Wenn man den Raum betrat fiel es einem erst gar nicht auf. Rechts stand ein Schreibtisch aus dunklem Holz und ein passender Stuhl dazu. Dort hatte Markus gesessen, als Richard und ich vorhin hier herein kamen. Ich hörte, wie ein Schlüssel umgedreht wurde. Senad hatte die Tür abgeschlossen. Er wollte scheinbar nicht gestört werden, nicht das wir gestört werden. Von einer Sekunde zur anderen stand er vor mir und schloss mich in die Arme. Ich klammerte mich wieder an ihn. Es war ein so wunderbares Gefühl. Er küsste mich zärtlich auf die Stirn, Wange und dann auf die Lippen. In seinen Armen fühlte ich mich geboren und sicher. Die ganze Nacht blieb ich bei ihm. Geboren in seinem Armen lagen wir im Bett bis am Morgen die Sonne aufging und ich einschlief.
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