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 Der Tempel im Wald (Kurzgeschichte)

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Luna42
Babylonier
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BeitragThema: Der Tempel im Wald (Kurzgeschichte)   16.01.18 13:08

1. Abschnitt

Der Wald wird immer unheimlicher. Es kommt mir vor, als hätte ich seit Tagen kein Licht mehr erblickt. So dicht, das Blätterdach ist so dicht. Überall diese Stimmen. Woher kommen Sie? Überall, überall. Ein Echo, eine optische Täuschung oder werde ich bereits wahnsinnig? Mein Hals ist so trocken. Gierig lecke ich den Tau von den Blättern. Wasser, einfach nur Wasser. Mühsam benetzt es meine Kehle, doch ich habe keine Wahl. Ich finde den Weg zurück nicht mehr, bin viel zu weit in den Wald hinein gelaufen. Ich glaube, ich war hier schon einmal, aber sicher kann ich das nicht sagen. Alles sieht gleich aus. Meine Kleidung ist zerrissen, durch die vielen Stürze, das Hängenbleiben an den Büschen und meine eigenen Panikattacken, die mich weiter und weiter in den Wald geführt haben. Oh Gott, was habe ich nur getan? Mein Magen knurrt. Die Waldbeeren machen nicht lange satt und mit Pilzen kenne ich mich nicht aus. Umblickend streiche ich mein schmutziges, zotteliges Haar zurück. Nur Bäumen und Sträucher. Noch etwas Tau, dann gehe ich weiter. Meine Füße schmerzen. Die Schuhe habe ich schon vor Ewigkeiten zurück gelassen. Sie drückten so. Ich sehe Licht, dort vorne dringt Licht in den dichten Wald. Ein Hoffnungsschimmer, wenn auch nur ein kleiner. Ich würde anfangen zu beten, aber ich habe nie an Gott geglaubt. Ich beschleunige meine Schritte, komme näher und trete hinaus in das sperrliche Licht. Was ist das? Ein Tempel? Es ist voller Moos, voller Efeu und Dornen von wilden Himbeeren. Dort wachsen viele Pilze, der Eingang steht offen. Ein Blick zurück und man entschluss steht fest. Zumindest ein Platz zum Schlafen für eine Nacht. Dann will ich weiter sehen. Kaum gehe ich einen Schritt darauf zu, höre ich weitere Schritte. Schnelle Schritte. Sie kommen näher, mein Atem stockt, ich schlucke schwer. Wer oder was ist das? Seit Tagen kann ich niemanden finden, schreie, rufe, nichts und nun kommt dort etwas. Ängstlich blicke ich hinter mich. Es ist ein junger Mann, ich würde sagen in meinem Alter. Keuchend bleibt er stehen. Seine Kleidung wirkt so... altmodisch. "Hab ich dich gefunden", bringt er nach weiteren tiefen Atemzügen hervor, "Du darfst diesen Ort nicht betreten." Ich versuchte noch zu registrieren, was er mir da sagte: "Was? Warte mal, wer bist du? Führst du mich heraus?"

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